Der Euro zerstört Europa und unseren Wohlstand!

Ein Kommentar

Henry Parker Willis sagte im Rückblick folgerichtig:

In keinem Fall ist Griechenland ein wünschenswertes Mitglied der Währungsunion. Das Land ist in einem bemitleidenswerten Zustand: Wirtschaftlich unseriös, von politischen Streitereien gelähmt und finanziell verrottet.

Problem ist nur, dass der gute Mann dies schon vor über 100 Jahren gesagt hat. Es ging nämlich um die Mitgliedschaft Griechenlands in der lateinischen Münzunion, dem Vorgänger der jetzigen Währungsunion, welche 1927 fatal gescheitert ist. Ironischerweise war der Auslöser des Endes der Währungsunion auch damals Griechenland. Die Vergangenheit ist zumeist ein guter Ratgeber. Man muss nur zurück blicken, vieles war schon einmal da.

Bei der Recherche für unser Buch "Der größte Raubzug der Geschichte" mussten wir leider feststellen, dass in der Vergangenheit alle ungedeckten Papiergeldsysteme, aber auch alle Währungsunionen grandios gescheitert sind. Die Zeche zahlte immer der Bürger und die Mittelschicht, denn nicht der Staat geht Pleite, sondern seine Bürger.

Die aktuelle Faktenlage zeigt in aller Deutlichkeit: Der Euro ist gescheitert und zerstört die europäische Idee. Aus ökonomischer Sicht läuft gerade ein Horrorfilm ab. Die Südschiene Europas ist de facto Bankrott und wird nur künstlich durch immense Eingriffe und Interventionen am Leben erhalten. Seit der Krise 2008 wird lediglich volkswirtschaftliche Schadensmaximierung betrieben - auf Kosten der Allgemeinheit und der Steuerzahler. Wir alle werden verlieren und abgeben müssen.

Auch wenn der Dax bei fast 8000 Punkten steht ist dies kein Indiz dafür das die Krise vorbei oder gar gelöst ist. Ganz im Gegenteil: Die Aktienmärkte sind ein Krisenindikator. Er zeigt an, dass enorm viel billiges Geld im System ist und nach Anlagemöglichkeiten sucht. Der Dax kann auch noch auf 10.000 oder 50.000 Punkte steigen, kein Problem, aber dann kostet die Fuldaer Zeitung 20 oder 50 Euro. Der Euro ist eine beispiellose Serie von Vertragsbrüchen, Lug und Betrug und das von oberster Stelle. Dies ist für eine Währung, die lediglich auf Vertrauen basiert, ein sehr labiles und schlechtes Fundament.

Von den Autoren ist letztes Jahr das Buch Der größte Raubzug der Geschichte. Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden im Tectum Verlag (382 Seiten, 19,90 Euro) erschienen. Die Autoren versprechen eine "spannende Reise in die Welt des Wahnsinns, der Lügen, des Betrugs und der größten Kapitalvernichtung, die die Menschheit je erlebt hat. Vor unseren Augen findet der größte Raubzug der Geschichte statt, und wir alle sind seine Opfer. Die Reichen in unserer Gesellschaft werden immer reicher, während alle Anderen immer ärmer werden."

In Telepolis sind die Kapitel Die Kapital-Lebensversicherung und Frau Merkel und Co., halten Sie uns für blöd? erschienen.

Wir alle wissen, der Länderfinanzausgleich funktioniert in Deutschland eher schlecht als recht. Nun werden Bayern und Hessen sogar dagegen klagen. Wir haben den Länderfinanzausgleich aber auf Europa ausgeweitet, denn die Transferunion, die eigentlich im Artikel 125 im Lissabonner Vertrag ausgeschlossen wurde, ist jetzt implementiert worden, somit begehen alle 17 EU-Staaten Vertragsbruch. Von den Maastrichter Grenzen muss man gar nicht erst sprechen, immerhin waren es die beiden Kernländer Deutschland und Frankreich, die diese als erstes ausgehebelt haben.

Und zu guter Letzt kauft die EZB nun unlimitiert Staatsanleihen auf, was sie eigentlich gar nicht darf. Die Finanzbranche ist systemrelevant und steht anscheinend über den Gesetzen und es wird alles getan, um diese zu retten.

Wir werden in der Zukunft Sachen sehen und erleben, die wir uns momentan noch gar nicht ausmalen können. Durch die falsche Politik schaffen wir gerade den Nährboden für Extremisten, Separatisten, Nationalisten und Bürgerkrieg. In Athen sitzen Extremisten schon im Parlament, in Italien ist Berlusconi erfolgreich wieder auf der politischen Ebene erschienen, Katalonien will sich von Spanien loslösen, Venedig von Italien. Die Arbeitslosigkeit in Südeuropa nähert sich der Weimarer Republik und wir alle wissen, wie diese geendet ist. In Spanien und Griechenland ist die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen unter 25 Jahren bei 56% bzw. 61,7%. Hier wird eine ganze Generation ihrer Zukunft beraubt. Die werden irgendwann auf die Straße gehen und Revolution machen.

Die neue "Anti-Euro"-Partei ist ein weiteres Indiz, dass der Euro schon gescheitert ist. Und jetzt noch die unglaubliche Enteignung der Bankkunden in Zypern, die für jeden sichtbar machen sollte: Sparen lohnt sich nicht mehr - und wenn, dann nur für die Staaten und Banken. Was dort geschieht, ist ein ungeheuerlicher Tabubruch und sendet ein verheerendes Signal an die Bürger und Sparer in Europa sowie Investoren aus der ganzen Welt. Im Notfall sind die Gelder bei den Banken nicht sicher! Man muss sich auch fragen: Sind es die Bankkunden, die sich verzockt haben? Nein, aber sie müssen trotzdem dafür zahlen. Es ist die nächste Eskalationsstufe der jetzt schon gescheiterten Eurorettung. Wer jetzt nicht bemerkt, was hier im Gange ist, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen. Wir haben leider dies alles im Buch prophezeit und es wird jetzt bittere Realität.

Fakt ist: Die Südländer können und werden niemals ihre Schulden zurückzahlen. Es wird einen Schuldenschnitt geben. Der Euro wird ad acta gelegt und uns alle enorm viel Wohlstand kosten. Aber in jeder Krise steckt auch eine Chance. Jetzt haben wir eine Riesenkrise, also auch eine Riesenchance. Vielleicht schaffen wir es endlich, aus der Vergangenheit zu lernen und nach dem Ende des jetzigen Wirtschaftssystems ein neues, faires System zu implementieren, das zur Abwechslung allen Menschen dient und nicht nur 5%.

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