Die Atomära geht in den Altersruhestand

Abgeschaltete Großkraftwerke nur wegen der Erneuerbaren? Der neue World Nuclear Industry Status Report zeigt die klare Tendenz, dass die Ära der Atomkraft ohnehin ausläuft. Als Hauptgründe werden die immens hohen Kosten der Atomkraft angegeben, das Stromangebot der Erneuerbaren und ein weltweiter Stimmungsumschwung hin zu regenerativen Lösungen.

Der Peak bei der Atomstromproduktion liegt mittlerweile fast zwanzig Jahre zurück, auch der Neubau von Atomkraftwerken geht seit einigen Jahren zurück. Grafik: World Nuclear Industry Status Report

Dabei wurde die Atomkraft in den 70ern doch selbst noch als saubere, günstige und langfristig verfügbare Energiequelle angepriesen. Die internationale Atomenergieorganisation (IAEO) prognostizierte bis zum Jahr 2000 eine installierte atomare Leistung von 3.600 -5.000 Gigawatt (GW). Bis Ende letzten Jahres waren dann aber erst - bzw. nur noch - 335 GW in Betrieb. Weltweit hat die Atomkraft ihren Peak also schon seit einigen Jahren hinter sich. Ihr Anteil an der Stromproduktion sinkt aber schon seit längerem, Fukushima hat diese Tendenz nur noch beschleunigt. Nach Ansicht von Mycle Schneider sind es vor allem wirtschaftliche Gründen, warum immer weniger AKWs gebaut werden, vor allem die sehr langen und kostspieligen Planungs-, Genehmigungs- und Bauzeiten.

Die Kostenschätzungen für neue Atomkraftwerke haben sich deswegen sich in den letzten zehn Jahren von 1.000 auf 7.000 US-Dollar pro kW installierter Leistung erhöhten. Schneider sieht neue Atomkraftwerke auf dem freien Markt als nicht mehr rentabel an, sie seien nur noch dort zu realisieren wo von Seiten des Staates Staatsgelder und Garantien gegeben werden. Die Situation in China sei ein Sonderfall. Dort wurde der Bau von 28 AKW-Blöcken nach einer Art "Fukushima-Baustopp" wieder aufgenommen, allerdings wird gleichzeitig bereits fünfmal mehr in EE-Kraftwerke investiert, und in China und auch in Indien liefert allein die Windkraft schon jetzt mehr Elektrizität als die Atomenergie.

Die aktuellen Installationszahlen und eine Lebensdauer von 40 oder mehr Jahren vorausgesetzt prognostiziert der World Nuclear Industry Status Report einen weltweiten Atomausstieg innerhalb der nächsten fünfzig Jahre

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