Kampfdrohnen in der Hand von Militärs, Agenten, Terroristen und Familienvätern
Gerhard Piper 27.07.2013
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4. Drohnen als Sportart

Viele mögen erwachsene Männer, die mit "Modellflugzeugen" spielen, belächeln, aber man darf die hochwertige Technik dieser Kleindrohnen nicht unterschätzen, wie schon der Hollywood-Klassiker "Flug des Phoenix" von 1965 lehrte: Ein Passagierflugzeug gerät über der Sahara in einen Sandsturm und stürzt ab. Da keine Hilfe in Sicht ist, entschließen sich die Überlebenden, aus dem Wrack ein provisorisches Flugzeug zu bauen. Die Pläne dazu entwirft Flugpassagier "Heinrich Dorfmann" (gespielt von Hardy Krüger), der von Beruf Flugzeugingenieur. Alle glauben, dass er tatsächlich Flugzeuge baut, aber es sind "nur" Segelflugmodelle. Dennoch: Sein Provisorium fliegt tatsächlich und die Überlebenden sind gerettet!

Flug des Phoenix. Bild: 20th Century Fox

Heute ist der "Modellsport" weit verbreitet. So hat der Deutsche Modellflieger Verband (DMFV) 80.000 Mitgliedern, hinzu kommt der Deutsche Aero Club (DAeC) mit seiner Abteilung für Modellflug. Die Größe einer Do-it-yourself-Drohne hängt letztendlich nur von der Zeit, den Finanzen und dem technischen Geschick des Modellbauers ab. Normalerweise haben die flugfähigen Modelle eine Spannweite bis zu drei Metern. Ab einem Gesamtgewicht von mehr als 5 Kilogramm wird eine luftrechtliche Genehmigung benötigt, ab 25 Kilogramm ein Steuerschein. Allerdings können die DIY-Drohnen auch ein Gewicht von 150 kg erreichen. Die maximale Zuladung beträgt i. d. R. höchstens fünf Kilogramm. Der Antrieb erfolgt entweder über Elektromotoren mit Akkus (NiMH oder LiPo), Verbrennungsmotoren oder Mini-Düsentriebwerken, die Kerosin verbrennen.

Zur Fernsteuerung der Flugmodelle stehen RC-Funkgeräte (Radio Control) im Frequenzbereich 27 bis 40 MHz mit mehreren Kanälen zur Verfügung. Die Geräte haben zwei Steuerknüppel und mehrere Einzelschalter für die Kanalwahl. Vom Funkgerät werden auf verschiedenen Funkkanälen Steuersignale ausgesandt, die vom Funkempfänger im Flugmodell an einen Regler weitergeleitet werden. Der Regler leitet die eingehenden Signale an verschiedene Servomotoren weiter, wobei jedem Servomotor ein bestimmter Kanal zugeordnet ist. Der Servo setzt dann die Steuerimpulse in eine Bewegung um: Bei Modellflugzeugen steuert ein Servo die Geschwindigkeit, einer die Höhenruder und ein dritter die Seitenruder. Hinzu kommen weitere Servos für Zusatzfunktionen wie z. B. einen Lastabwurf.

Von Vorne nach Hinten und Links nach Rechts: RQ-11A Raven, Evolution, Dragon Eye, NASA FLIC, Arcturus T-15, Skylark, Tern, RQ-2B Pioneer and Neptune. Bild: U.S. Federal Government

Die Reichweite der Funksteuerung für Modellflugzeuge oder Helikopter beträgt normalerweise ca. 1 Kilometer. Modellhubschrauber können statt einer Funkfernsteuerung neuerdings auch über Smartphone oder Tablet mit WLAN-Anschluss gelenkt werden, allerdings ist dann die Reichweite auf ca. 50 m begrenzt. Bei einer Flugentfernung über 1 km verschwindet das Modellflugzeug aus der Sichtweite, dann muss statt Funk- auf GPS-Steuerung umgeschaltet werden. Die vorgeplante Flugroute kann dann mittels GPS-Steuerung abgeflogen werden. Eine entsprechende open-source Software (Paparazzi) ist online verfügbar. Allerdings ist die GPS-Steuerung nicht sehr punktgenau.

Neuere Modelle sind mit einer Videokamera ausgestattet, die die Bilder auf einem Chip speichert oder in Echtzeit überträgt. Dann spricht man vom FPV-Fliegen (First Person View). Verschiedentlich werden solche Modellhubschrauber bereits eingesetzt, um die Polizeigewalt bei Demonstrationen zu dokumentieren.

Der Modellflugsport ist nicht ungefährlich: In Stuttgart wurde am 30. Dezember 2012 ein Motorsegler beim Landeanflug von einer Windbö erfasst und tötete einen Zuschauer. Am 4. Mai 2013 verursachte der Absturz eines Modellflugzeuges vom Typ Panther Jet auf die frühere Trischler-Kaserne in St. Wendel (Saarland) einen Großbrand.

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