Der »Buy-Nothing-Day«
Wider die bösen Geister der Werbung
Kalle Lasn ist ein kleiner Mann aus Lettland, der sich darüber ärgert, dass im Big Mac zu viel Fett ist. Man könnte sagen, dass Kalle Lasn ein Spötter ist. Die Generation der zwischen 1965 und 1980 geborenen bezeichnet er als "Malaise generation". Kalle Lasn findet, sie betreibe die "größte Verschwendung von Energie, Leidenschaft, Kreativität und Intellekt aller Zeiten".
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Kalle Lasn ist politisch nicht "links oder rechts, sondern geradeaus." Was will er? Kalle Lasn kämpft, ein kleiner Mann gegen die ganze Werbeindustrie "Es funktioniert wie beim Judo", schmunzelt Lasn: "Wir nutzen die Wucht ihrer millionenschweren Anzeigen und Spots und hauen sie auf die Matte, indem wir die teuer eingeführten und positiv konnotierten Symbole einfach umdrehen." Lasn, natürlich Nichtraucher, ist ein "Subvertiser", er produziert "uncommercials" ("Unzeigen" und "Werbespotts") und er hat etwas erfunden, das nach einer Asterix-und-Obelix Figur klingt: Kaufnix. Der Kaufnix-Tag ist ein Tag im Jahr, an dem man nichts kaufen soll. Weltweit. Seit letztem Jahr erstmals auch bei uns. Ein bisschen Subversivität für alle, ohne graue Theorie. Gar nichts kaufen: "Für viele ein befreiender Akt ", weiß "Informationsguerillo" (The New York Times) Lasn und prophezeit: "Eines Tages werden die Menschen fast food satt haben, sie werden tolle Autos satt haben und sie werden Mode und Einkaufszentren satt haben." Über 30 Länder begingen 1999 den "Buy-Nothing-Day". In Kyoto saß ein "Zenta Claus" acht Stunden im Lotusitz auf der Straße ("The revolution starts right when you're sitting."), in New York gab es eine Tanzparty und an mehreren Stellen wurden "No Shops" eröffnet. Wie nicht anders zu erwarten, ist der Kaufnixtag auch in die amtliche Liste der hanfigen Termine aufgenommen worden.
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| Der freundliche Mann von der Kreditkartenzerschneidungsbehörde |
Lasn versteht seine kanadische Organisation Adbusters als Zentralorgan der Bewegung gegen den Konsum. Die großen amerikanischen Networks weigerten sich letztes Jahr, einen "Buy-Nothing-Day"-Spot zu senden. Sie wollten Lasns Geld nicht: "This commercial is in opposition to the current economic policy in the United States.", erkannte ein CBS Sprecher. Eine 200 Milliarden Dollar Branche zittert. Zittert? Nein, aber sie schaut ein wenig blöd und sieht dabei ein wenig blöd aus. Das lenkt ein wenig Aufmerksamkeit auf das dunkle Wesen ihres Treibens. Und das ist doch schon mal was. Kalle Lasn, danke. Auch wenn sie nicht links sein wollen.
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Literatur: Kalle Lasn, William Morrow: Culture Jam: The Uncooling of America, Eaglebrook, 1999
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- Zuerst denken, dann kaufen! [ohne Text] (28.11.2000 6:34)
- ... und was schliessen wir daraus ? (27.11.2000 17:29)
- Opfer ??? (27.11.2000 17:25)
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