Von der US-Freiheit im Weltraum

Florian Rötzer 25.01.2001

Angeblich verfüge man bereits über "futuristische" Angriffs- und Verteidigungswaffen

Das amerikanische Air Force Space Command hat eine neue Einheit etabliert. Die technische Abwehreinheit für den Weltraum (Space Control Squadron) soll die Kontrolltechnologien der Zukunft im Weltraum erforschen und Prototypen von Abwehrsystemen testen, um die Weltraumüberlegenheit der USA sicher zu stellen.

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Kaum ist der Bericht der Kommission über das Thema der Nationalen Sicherheit im Weltraum, die bis zu seiner Nominierung als Verteidigungsminister von Donald Rumsfeld geleitet wurde, veröffentlicht worden, scheint man beim Militär aktiv zu werden. In dem Bericht wurde dramatisch vor einem "Pearl Harbor im Weltraum" gewarnt (Pearl Harbor im Weltraum). Angriffe seien jeder Zeit möglich und schon deswegen wahrscheinlich, weil die USA so militärisch überlegen sind. Daher greife man - so wurde einst unter Clinton der Schutz vor dem Infowar und den biologischen Waffen begründet - mit "asymmetrischen" Mitteln an, also schlägt etwa nicht direkt militärisch zu, sondern versucht beispielsweise die Satelliten des Pentagon zu stören oder auszuschalten. Um diese Risiken abzuwehren, brauche man mehr Personal, mehr Geld und bessere Technik.

Das Space Command hat die Aufgabe, die Verteidigung der Computernetze des Militärs zu sichern und alle weltraumgestützen Operationen zu koordinieren (Raketenwarnung, Navigation, Kommunikation, Wetter und Überwachung, wobei nicht nur militärische, sondern auch zivile und kommerzielle Satelliten benutzt werden. Angeblich habe die neue Counterspace Technology Unity bereits, wie die Pressemitteilung stolz - oder drohend - verkündet, "futuristische offensive und defensive Waffensysteme". Die wolle man demnächst aus dem Labor nehmen und testen. Neue Waffen und Mittel sollen schnell entwickelt werden, um die vom US-Militär und wahrscheinlich auch vom neuen Verteidigungsminister beanspruchte "Souveränität im Weltraum" zu sichern. Dabei geht es nicht nur darum, dass etwas technisch möglich ist, sondern eben auch, wie eine solche Technik unter Kriegsbedingungen funktionieren würde.

Dabei werden schon einmal auch offen martialische Töne angeschlagen. "Die Freiheit, im Weltraum operieren zu können, wird allgemein als eine vitales amerikanisches Interesse anerkannt", sagt Brigadegeneral Gary Dylewski vom Air Force Space Command. "Wir müssen Pläne ausarbeiten, um sowohl unseren Zugang zum Raum zu sichern, als auch den Zugang für unsere Gegner zu sperren, die ihre eigenen Weltraumsysteme gegen die USA und ihre Verbündeten einsetzen wollen. Die gegenwärtigen Technologien zu untersuchen, bereitet uns besser auf Morgen vor."

http://www.heise.de/tp/artikel/4/4763/1.html
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