Der Zeitgeist der Wirtschaftskrise

16.12.2013

Ein unbekannter Brief von Konrad Zuse aus den 1930er Jahren

Der Brief, der hier erstmals veröffentlicht wird, stammt aus der Feder des jungen Konrad Zuse. Das stenographische Original wurde 2012 im Nachlass des deutschen Erfinders entdeckt. Die Baupläne, Briefe, Fotos und Stenographien, die den Nachlass bilden, befinden sich heute im Archiv des Deutschen Museums in München. Seit etwa vier Jahren arbeitet ein interdisziplinäres Team vom Deutschen Museum und Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin an der Sichtung und Katalogisierung der Unterlagen.

Konrad Zuse beim Basteln in der elterlichen Wohnung. Bild: Konrad Zuse Internet Archive/CC-BY-SA-3.0

Der Brief wurde im März 1932 geschrieben. Zuse erwähnt, noch nicht 25 Jahre alt zu sein (er wurde 1910 geboren). Auch das Jahr Pause, das er mitten im Studium nahm, wird angeführt. In seiner Autobiographie gibt Zuse an, diese Pause "nach dem Vorexamen" für das Bauingenieurstudium eingelegt zu haben. Der Adressat war ein Studienrat im Gymnasium von Konrad Zuse in Hoyerswerda. Nach Angaben von Dr. Wilhelm Füßl, Leiter des Archivs im Deutschen Museum, war dieser Studienrat Dr. William Meyer, ein früherer Lehrer Zuses. Der Brief schließt inhaltlich an einen Brief vom 23.11.1930 an Meyer an, der 2010 teilweise veröffentlicht worden ist.1

Der Brief geht auf drei Autoren ein: Henry Ford, Silvio Gesell und Oswald Spengler. Alle drei haben den jungen Zuse beeindruckt. Henry Ford mit seiner Autobiographie und das von ihm herausgegebene antisemitische Buch "Der internationale Jude", Silvio Gesell mit seinem Vorschlag eines "Schwundgeldes" und Oswald Spengler mit seinem grandiosen Entwurf einer Geschichtsphilosophie. Der Brief ist also mitten in der Krise der dreißiger Jahre entstanden und spiegelt die damalige Desorientierung der Studentenschaft und Zeitgeist wider.

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