Die Reichen werden immer schneller reicher

19.05.2014

Nur in einem Jahr konnten die tausend reichsten Briten ihr Vermögen um über 15 Prozent vermehren

Für die Superreichen wird es darum gehen, welchen Platz sie auf der Liste der tausend reichsten Menschen in Großbritannien und die 250 reichsten in Irland errungen haben, die die Sunday Times erstellt. Manche würden vielleicht auch eher im Geheimen bleiben.

Bild: Agnico-Eagle/CC0

Um auf die Liste zu kommen, die die Times gerade wieder veröffentlicht hat, muss man über ein schlappes Vermögen von 85 Millionen Pfund (104 Millionen Euro) verfügen, letztes Jahr reichten noch 75 Millionen Pfund dafür. Allerdings basiert das Ranking der Reichsten nur auf dem "identifizierbarem Reichtum" in Form von Land- und Immobilienbesitz, Anteilen an Unternehmen oder Wertgegenständen. Was auf der Bank liegt, wird und kann nicht berücksichtigt werden, auch natürlich nicht, was in irgendwelchen Steueroasen oder dunklen Beteiligungen versteckt wird. Es ist also nicht klar, wie weit die Spitze des Eisbergs des Vermögens überhaupt aus dem Wasser ragt bzw. wie viel verborgen bleibt.

Die tausend reichsten Briten haben zusammen nach der Times ein Vermögen von über 630 Milliarden Euro, ein Drittel des britischen BIP. Und es geht ihnen immer besser, zumindest was die Anhäufung des Vermögens angeht, das sich allein in einem Jahr um 15,4 Prozent vermehrt hat. Von solchen Lohnsteigerungen können die normalen Angestellten nur träumen, auch für die meisten Selbständigen und Kleinunternehmer ist das Jenseits des Vorstellbaren. 104 Milliardäre leben jetzt in Großbritannien. Das sind pro Kopf der Gesamtbevölkerung mehr als in jedem anderen Land - und on London leben mit 72 Milliardären mehr als in allen anderen Großstädten. Seit 2009 hat sich das Vermögen der tausend Reichsten verdoppelt.

An der Spitze stehen mit 11,9 Milliarden Pfund die Brüder Sri und Gopi Hinduja mit der Hinduja Group, die fast in allen Branchen mitspielt. Sie allein konnten ihr Vermögen in einem Jahr um 1,3 Milliarden mehren. Auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt stehen sie allerdings asuf Platz 105, sogar etliche Deutsche sind deutlich reicher. Geld heckt sich selbst, würde Karl Marx sagen, so viel kann man durch eigene Leistung nicht verdienen. Die 70.000 Angestellten werden vom Vermögenszuwachs nicht anteilig profitiert haben. Wer hat, dem wird gegeben, die anderen haben halt Pech oder sind selbst schuld. Oder sollten die Superreichen auch seit letztem Jahr 15 Prozent mehr gearbeitet oder geleistet haben?

Auch auf den Hinterbänken stieg das Vermögen dank der Regierung an, die sich in Großbritannien wie anderswo scheut, eine dringend notwendige Reichensteuer oder höhere Vermögens- und Kapitalsteuern zu beschließen. Ganz im Gegenteil hat die britische Regierung den Spitzensteuersatz letztes Jahr von 50 auf 45 Prozent gesenkt, die Konservativen wollen durch Sparmaßnahmen noch mehr Geld in den Taschen der Bürger, d.h. der Reichen, lassen und den Spitzensteuersatz auf 40 Prozent senken.

Das persönliche Vermögen der Queen, die ja auch ein bisschen Steuergelder erhält, als würde sie darben müssen, steigerte ihr Vermögen, das nun bei 330 Millionen Pfund liegt um 10 Millionen und liegt damit auf Platz 285. Starkoch Oliver Jamie war mit seiner Frau besonders emsig beim Raffen und nahm 90 Millionen, so dass die beiden nun ein Vermögen von 240 Millionen besitzen, auch wenn sie nur auf Platz 396 stehen.

Auch mit Computerspielen lässt sich Geld verdienen. Erstmals haben es Sam und Dan Houser von den Rockstar Games vor allem wegen Grand Theft Auto geschafft, mit einem gemeinsamen Vermögen von 90 Millionen Pfund auf die Liste zu kommen.

Fakt ist jedenfalls, dass die Ungleichheit rasant größer wird. 1 Prozent der Reichsten haben so viel Vermögen wie 55 Prozent der Ärmsten. Die fünf reichsten Familien haben dasselbe Vermögen wie 20 Prozent der Bevölkerung, also 12 Millionen Menschen.

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