Wer länger lebt, wird früher krank

06.09.2014

Nach Schätzungen der britischen Statistikbehörde steigt die Lebenserwartung weiter, aber nicht die Erwartung eines gesunden Lebens

Geht man nach einem Bericht, die die britische Statistikbehörde ONS veröffentlicht hat, dann könnte die längere Lebensdauer, für die immer Menschen immer mehr anstellen (Wie alt können wir werden?), gar nicht so erfreulich werden. Zumindest in der Zukunft. Frauen, die jetzt geboren werden, haben vor ihrer Pensionierung, geht man vom britischen Renteneintrittsalter ab 2108 von 65 Jahren aus, eher Aussichten auf ein schlechtes gesundheitliches Befinden. Zugrunde liegen der Statistik Umfragen, in denen die Menschen ihre Gesundheit selbst einschätzen.

Während die Frauen damit rechnen müssen, durchschnittlich nur bis 64,1 Jahren die Erwartung eines gesunden Lebens (Healthy Life Expectancy) zu haben. Bei den Männern, sowieso zu einem früheren Tod verurteilt, können durchschnittlich bis 63,4 Jahren damit rechnen, gesund zu leben.

Zwar steigt also die Lebenserwartung an, wenn man die heutigen Daten hochrechnet und davon ausgeht, dass es keine einschneidenden Veränderungen gibt, aber damit steigt eben nicht auch die Erwartung eines gesunden Lebens. Die jetzt geborenen Frauen können nach den Berechnungen mit einer Lebenserwartung von 83,4 Jahren rechnen, aber 19 Jahre zuvor, sinkt die Wahrscheinlichkeit, ein gesundes Leben zu führen. Nach dem ONS verändert sich auch an der geringeren Lebenserwartung der Männer nichts, die mit 79,2 vier Jahre geringer als die der Frauen bleiben soll, dafür endet die Erwartung eines gesunden Lebens 16 Jahre zuvor.

Zudem gibt es nach der Statistik auch weiterhin große regionale Unterschiede. In den wohlhabenden Teilen Londons und in Südostengland sind Lebenserwartung und HLE am höchsten. Der höchste HLE liegt für Frauen in Wokingham bei 71,0 Jahren und für Männer bei 70,0 Jahren in Richmond upon Thames, die niedrigsten Werte gibt es für Frauen mit 55,5 Jahren in Manchester und mit 52,5 Jahren in Tower Hamlets.

Mehr als 15 Jahre Unterschied in der Lebenserwartung, nur weil man in einer bestimmten Region wohnt. Allerdings würde es nichts nützen, aufgrund der geografischen Ungleichheit schnell aus Manchester nach Wokingham zu ziehen, es handelt sich vor allem um sozioökonomische Unterschiede (Arm stirbt früher). Erstaunlich ist immer wieder, wie ruhig die Benachteiligten akzeptieren, dass sie einfach deswegen, weil sie weniger verdienen, schlechtere Arbeit verrichten und in entsprechenden Vierteln leben, im Durchschnitt, nicht im Einzelfall natürlich, um mehr als ein Jahrzehnt kürzer leben als die Reichen und besser Gebildeten.

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