Google gibt Hinweis auf Kinderpornografie

05.08.2014

Ein Mann in Texas wurde nach einem Tipp von Google festgenommen. Ein Grund zur Freude?

Sind es wirklich gute Nachrichten, dass nun ein texanischer Mann festgenommen und angeklagt werden konnte, weil er Kinderpornografiebilder besitzen soll? Ja, klar, sollte man meinen, aber entdeckt hatte die Bilder ein Programm von Google, das die Bilder in den Gmail-Accounts der über 400 Millionen Nutzer durchsucht und mit kinderpornografischen Bildern abgleicht, die Polizeibehörden und Kinderschutzorganisationen gesammelt haben.

Wie Google kinderpornografische Bilder entdeckt, bleibt wie so vieles ein Geheimnis des Konzerns. Der Polizist David Nettles, der dem Hinweis von Google nachgegangen ist, weiß es auch nicht. Aber es gab einen Durchsuchungsbefehl nach dem Tipp von Google und es wurden angeblich entsprechende Bilder auf dem Computer des Verdächtigen gefunden.

Nettles und der US-Justiz scheint es auch egal zu sein, wie Google auf die Spur des Verdächtigen gekommen ist. Offenbar hatte der Verdächtige eine Email mit Fotos eines Mädchens versendet. In dem Fall wird jeder die Augen zudrücken. Google hat einfach eine Methode entwickelt, um Kinderpornografie zu entdecken und so die Strafverfolgung zu erleichtern. Aber Google erklärt nicht, wie der Konzern seine Kunden überwacht, und die Polizeibehörde will es auch gar nicht wissen, sondern ist in diesem Fall wohl zufrieden, einen möglichen Übeltäter erwischt zu haben. Schon seit 2008 hat Google ein Programm installiert, um festzustellen, wer die Google-Suche benutzt, um Kinderpornografie zu finden.

Obgleich einem guten Zweck dienend ist die Sache bedenklich, schließlich lässt sich mit dem Programm nicht nur nach Kinderpornografie suchen, sondern vermutlich nach allem Möglichem. Man könnte beispielsweise nach Personen suchen, die an Protesten oder Demonstrationen teilgenommen haben, oder aber man scannt den Account, um nach Hinweisen für Werberelevantes zu suchen. Das Programm arbeitet angeblich automatisch, niemand, der bei Google arbeitet, soll die Bilder sehen. Wenn beim Abgleich ein Treffer gelandet wird, dann wird eine Kinderschutzorganisation wie die britische Internet Watch Foundation benachrichtigt, die dann zur Polizei gehen kann.

Google betont, die Technik würde nur zum Auffinden von Kinderpornografie eingesetzt. Aber mag man das glauben?

It is important to remember that we only use this technology to identify child sexual abuse imagery, not other email content that could be associated with criminal activity (for example using email to plot a burglary).

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