Da stimmt etwas nicht

07.08.2014

Vor genau drei Wochen wurde Flug MH17 abgeschossen

Das Band mit den Gesprächen zwischen Fluglotsen und den Piloten der Malaysia-Airlines-Maschine wurde unmittelbar danach beschlagnahmt und ist seither nicht mehr aufgetaucht. Die Blackboxes wurden von Malaysia über die Niederlande nach Großbritannien weitergereicht. Seither herrscht tiefstes Schweigen.

Als man nach dem kurz danach erfolgten Absturz der Air-Algérie-Maschine in Mali die zweite Blackbox gefunden hatte, hieß es "sie solle zur Auswertung in die 100 Kilometer entfernte Stadt Gao gebracht werden".

Kurz darauf wurde aus den ersten Auswertungen laut Spiegel bekannt, dass die Piloten der Unglücksmaschine offensichtlich umkehren wollten. Nach diesem Bericht lassen sich zumindest Teile der Blackboxes auch in einem afrikanischen Entwicklungsland auslesen. Zum Lesen der Aufzeichnungen aus dem Tower dürfte der technische Aufwand noch geringer sein.

[Ergänzung/Update]: Die Deutsche Welle meldete am Donnerstag Nachmittag, dass der Stimmrekorder der in Mali abgestürzten Air-Algérie-Maschine defekt gewesen sein soll. Zur Unfallursache könne man nach Aussage des Chef-Ermittlers Rémi Jouty von der französischen zivilen Luftfahrtermittlungsbehörde BEA zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine Aussage machen. Hinweise auf einen Raketenbeschuss oder eine größere Bombenexplosion an Bord gebe es jedoch nicht.

Teil des Cockpits von MH17.

Nachdem MH17 nach MH370 schon die zweite Maschine der Malaysia Airlines ist, die in diesem Jahr unter fragwürdigen und bislang ungeklärten Umständen abgestürzt ist, ist es kaum verwunderlich, dass man in Kuala Lumpur nach Erklärungen sucht. So berichtete die New Straits Times am Mittwoch über Hinweise, dass Einschüsse an den gefundenen Trümmern auf den Beschuss aus einem Maschinengewehr hindeuten könnten.

Als Quelle wird verwiesen auf ein Interview mit Michael Bociurkiw, der als Beobachter der OSZE mit einem der ersten Teams im Bereich der Absturzstelle der Wrackteile angekommen war, auf einen Beitrag des US-Journalisten Robert Parry und einen Artikel von Peter Haisenko , der die im Cockpitbereich sichtbaren Ein- und Austrittslöcher als Hinweise auf einen beidseitigen Beschuss der Maschine bezeichnet.

Verwiesen wird auch auf das zu Verschwörungstheorien neigende Centre for Research on Globalization (CRG) in Montreal, das Erklärungsversuche anhand von Belegen, die frei zugänglich und entsprechend dokumentiert sind, verfolgt. Verlinkt wird hier auf den inzwischen aus dem BBC-Archiv gelöschten Beitrag zum Absturz von MH17.

Zum ausführlicheren Artikel in der Printausgabe der New Straits Time siehe den Beitrag von Hans Springstein im Freitag.

Screenshot von H. Springstein

Warum werden die Sprachaufzeichnungen der ukrainischen Fluglotsen nicht veröffentlicht? Warum bleiben die AWACS-Daten unter Verschluss? Und wo bleiben die Aufnahmen des Voice-Recorders aus der malaysischen Maschine? Würden diese Informationen vorliegen, könnte man mit hoher Wahrscheinlichkeit den Vorgängen am 17. Juli deutlich näher kommen.

Ein anonym bleibender Informant hatte vor einigen Tagen der New Straits Times berichtet, eine vorläufige Auswertung (preliminary analysis) des Voice Recorder habe "nichts Ungewöhnliches" ergeben. Die letzte Stimme sei nicht die des Piloten gewesen, es gebe keine Hinweise, dass die Piloten etwas Ungewöhnliches gesehen oder gehört haben. Das mag man glauben oder nicht.

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