Rekordwerte für Zufriedenheit mit schwarz-roter Regierung

08.08.2014

Nach dem DeutschlandTrend sieht eine überwältigende Mehrheit Russland als hauptverantwortlich für die Eskalation im Ukraine-Konflikt, aus dem Nahost-Konflikt würde sich eine Mehrheit eher heraushalten

In Deutschland selbst passiert nicht viel, für die meisten ändert sich nichts schnell zum Schlechteren, während es in der Welt überall zu brodeln scheint. Ob das der aktuellen Regierung zu verdanken ist, darüber lässt sich streiten. Nach dem aktuellen DeutschlandTrend sind die Deutschen jedenfalls mit ihrer Regierung so zufrieden wie noch nie, seit diese Frage gestellt wurde. 59 Prozent finden offenbar die Große Koalition und ihre Arbeit gut. Anfang Januar 2013, also zu Zeiten von Schwarz-Gelb, hatten dies nur 31 Prozent gesagt. Selbst die Sympathisanten der Grünen finden die Regierung ganz in Ordnung, nur die Linken nörgeln überwiegend.

Kein Wunder, dass bei der Sonntagsfrage die Werte der Großen Koalition in etwa seit der Wahl stabil geblieben sind. Die Union konnte sogar wieder einmal 2 Punkte auf 41 Prozent zulegen, eine Mehrheit für ein linkes Lager gibt es weiterhin nicht. Grüne und Linke können nicht zulegen, die FDP bleibt vorerst ausgemustert, die AfD verharrt bei 5 Prozent. Es bewegt sich nichts.

Unentschieden sind die Menschen noch beim Lieblingsprojekt von Seehofer. Die Ablehnung steigt allerdings deutlich. Während im November 2013 noch eine Mehrheit dafür war, sind nun die Gegner mit 49 Prozent gegenüber den Befürwortern mit 46 Prozent in der Mehrheit. Das dürfte auch damit zu tun haben, dass 62 Prozent der CSU nicht glauben, dass nur die ausländischen Fahrer zahlen müssen, sondern eine höhere finanzielle Belastung fürchten.

74 Prozent sind mit Merkel und Steinmeier zufrieden. Letzterer hat zur Bundeskanzlerin aufgeholt, was sicher mit seiner Rolle im Ukraine-Konflikt zu tun hat. Steinmeier hat eng mit seinem französischen Kollegen zusammengearbeitet und versucht, auf Kiew und Russland einzuwirken, um den Konflikt politisch zu lösen. Damit sind sie mehrmals baden gegangen. Aber Frankreich ist für 80 Prozent ein vertrauenswürdiger Partner. Großbritannien, eng verbunden mit den USA und auch verwickelt in die Lauschaffäre, finden nur 59 Prozent vertrauenswürdig. Die USA halten nur 35 Prozent für vertrauenswürdig, das weist auf einen zunehmenden transatlantischen Riss hin, allerdings trauen Russland mit 15 Prozent noch weniger über den Weg. Interessant wäre gewesen, wie die Deutschen die Regierung in der Ukraine beurteilen, aber das wurde leider nicht gefragt.

Viele "Putin"- oder "Russland"-Versteher scheint es nicht zu geben. 80 Prozent sagen eher, dass Russland einen großen Teil der Verantwortung für die Eskalation trägt, während 70 Prozent die Reaktion der EU, also wohl auch die Sanktionen, für richtig halten. 62 Prozent meinen, man müsse Russland entschiedener entgegentreten, wobei auch hier interessant gewesen wäre, was damit gemeint ist. 59 Prozent finden, dass Deutschland eine führende Vermittlerrolle einnehmen soll. Auch hier wären Ausdifferenzierungen spannend gewesen, also ob man beispielsweise hinter der EU, aber nicht unbedingt hinter den USA oder Nato steht.

Es kommt halt immer auch auf die Fragen an. Beim Gaza-Krieg wurde gefragt, wer die Hauptverantwortung trägt – und es standen nur zwei Konfliktparteien zur Auswahl. Für 64 Prozent sind Hamas und Israel gleichermaßen verantwortlich. Ein wenig mehr sagen, dass sich Deutschland für die Palästinenser als für Israel einsetzen müssen, mehr als Zweidrittel meinen allerdings, Deutschland soll sich lieber heraushalten.

x
Fehler melden
Telepolis zitieren
Vielen Dank!
Kommentare lesen (407 Beiträge) mehr...
Anzeige
Weit weg mit Telepolis
Anzeige
Auf nach Brasilien
Leben im Regenwald, Nationalpark Iguacu, Rio de Janeiro
Cover

Leben im Gehäuse

Wohnen als Prozess der Zivilisation

Anzeige
Cover

Vergiftete Beziehungen

Männer oder Frauen: Wer hat recht?

Anzeige
Hellwach mit Telepolis
Anzeige
Cafe
Telepolis-Cafe

Angebot des Monats:
Kaffee und Espresso aus Guatemala in der Telepolis-Edition für unsere Leser

Cover

Aufbruch ins Ungewisse

Auf der Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise

bilder

seen.by

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

Tastenkürzel:

ctrl-Taste:
Zum Wechseln zwischen Heise- und Google-Suche

esc-Taste:
Verlassen und Zurücksetzen des Eingabe-Felds

Buchstaben-Taste F
Direkt zur Suche springen

SUCHEN

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

SUCHEN

.
.