Virales Spendensammeln lohnt sich

29.08.2014

Die ALS Association, an die die Spenden aus der Ice Bucket Challenge fließen, gab im letzten Jahr mehr als die Hälfte der eingenommenen Gelder für ihre Mitarbeiter aus

Seit dem letzten Monat bahnt sich die Ice Bucket Challenge ihren Weg durch die Videoportale, Boulevardnachrichten und Sozialen Medien: Eine Art Video-Kettenbrief, bei dem die sich die Nominierten dabei filmen lassen, wie sie sich einen Kübel mit Eiswasser über den Kopf schütten und danach drei andere Namen nennen, die das wiederholen und 10 Dollar (beziehungsweise 10 Euro) an die ALS Association spenden sollen. Wer dazu nicht bereit ist, soll 100 Dollar (oder Euro) spenden.

Die ALS Association ist eine Organisation, die sich den Kampf gegen ALS auf die Fahnen geschrieben hat. ALS steht für Amyotrophe Lateralsklerose – eine Krankheit, bei der die für die Motorik zuständigen Nervenzellen degenerieren. ALS-Patienten können sich mit dem Fortschreiten der unheilbaren Krankheit, deren Ursache unbekannt ist, immer weniger bewegen kann und ersticken schließlich.

Bislang beteiligten sich über zwei Millionen Prominente und Nichtprominente an dieser viralen Aktion. Einen genauen Blick auf die ALS Association, die sich selbst als "Non-Profit-Organisation" beschreibt, warfen sie wahrscheinlich in den seltensten Fällen. Hätten sie das getan, dann wären ihnen womöglich Zweifel gekommen, ob Geldspenden bei anderen Hilfsorganisationen nicht besser aufgehoben sein könnten.

Ice Bucket Challenge

Aus dem letzten veröffentlichten Steuerbescheid der ALS Association geht nämlich hervor, dass die Organisation mehr als die Hälfte ihrer 2013 eingenommenen Spenden in Höhe von 24 Millionen US-Dollar für ihre Mitarbeiter ausgab. Ganz besonders ins Gewicht fielen dabei die Zahlungen an die Führungsriege:

Die Präsidentin kassierte beispielsweise ein Jahresgehalt in Höhe von 339.475 Dollar. Der Finanzchef bezog 201.260, sein Stellvertreter 118.726, der "Chief Public Policy Officer" 182.862, die Leiterin des Bereichs "Care Services" 160.646, der "Chief Chapter Relations and Development Officer" 152.692, die Leiterin der Entwicklungsabteilung 178.744, der Direktor für "Planned Giving" 112.509, die Leiterin des Bereichs Kommunikation und Marketing 142.875, der Public-Policy-Director 112.358 und die Direktorin der Abteilung "State Advocacy" 110.661 Dollar.

Teil IX nennt in Zeile sieben weitere 3.6 Millionen Dollar für "andere Löhne und Gehälter". Nicht bei der ALS Association angestellte Arbeitskräfte erhielten etwa vier Millionen Dollar an Honoraren ausbezahlt. Eine halbe Million Dollar floss in die betriebliche Altersvorsorge und in Zusatzleistungen für Angestellte. Die Reisekosten lagen bei 1,3 Millionen Dollar.

Vom 29. Juli bis zum 27. August 2014 hat die ALS Association 94,3 Millionen Dollar eingenommen. Im letzten Jahr lagen die Einnahmen im Vergleichszeitraum bei lediglich 2,7 Millionen Dollar. Dazu, wie sich das erhöhte Spendenaufkommen auf die Mitarbeiterbezüge auswirken wird, gibt es bislang keine Stellungnahme.

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