"Wir müssen die ökonomische Grundlage der Welt neu denken"

15.09.2014

Die Umwelthistorikerin Verena Winiwarter über Nachhaltigkeit, Kapitalismus und Lehren aus der Geschichte der Naturveränderung

Klimaerwärmung, Bodenzerstörung, Wasserverschmutzung - die Menschheit untergräbt gerade durch ihren Naturverbrauch ihre eigene Existenzgrundlage. So kann es nicht mehr lange weitergehen, dieses System ist nicht "nachhaltig". Aber was bedeutet das überhaupt - Nachhaltigkeit? Können Menschen das überhaupt - langfristig und vorausschauend wirtschaften? Werden sie es noch lernen?

Die Umweltgeschichte beschreibt das Wechselspiel zwischen Natur und Gesellschaft. Eine profilierte Vertreterin dieser Disziplin ist Verena Winiwarter. Der österreichische Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten hat sie zur "Wissenschaftlerin des Jahres 2013" gewählt.

Zusammen mit Hans-Rudolf Bork hat sie gerade das Buch "Geschichte unserer Umwelt" veröffentlicht. In einem weiten Bogen von der mittelalterlichen Teichwirtschaft über die Dampfmaschine bis zur Nukleartechnik beschreiben die Autoren darin, wie frühere Generationen die Umwelt genutzt und zerstört haben. "Gab es jemals die vielbeschworene Harmonie mit der Natur?", fragen sie. "Wie ist es dazu gekommen, dass zu Beginn des 21. Jahrhunderts über sieben Milliarden Menschen die Erde bevölkern, von denen der überwiegende Teil in Armut lebt?"

Frau Professorin Winiwarter, haben Menschen jemals im Einklang mit der Natur gelebt, wie es so schön heißt?

Verena Winiwarter: Jedenfalls haben Menschen ihre Umwelt immer verändert und wurden von dieser Umwelt verändert. Die Parole "Zurück zur Natur" ist sinnlos, das zeigt die Umweltgeschichte. Der angeblich ursprüngliche Zustand war immer nur eine Etappe der Entwicklung, und diese Entwicklung hört niemals auf.

Dennoch betonen Sie, dass sich das Verhältnis zur Umwelt im 20. Jahrhundert grundlegend gewandelt habe. Sie benutzen in Ihrem Buch dafür den Ausdruck "industrielle Lebensweise". Was meinen Sie damit?

Verena Winiwarter: Wir betonen, dass die Lebensweise der Menschen früher grundsätzlich anders war. Was wir heute für normal halten, ist eine historische Ausnahmesituation. Über viele Jahrtausende der Menschheitsentwicklung war die energetische Basis der Gesellschaften die Sonnenenergie. Direkt steckte diese Energie in der Biomasse, die Nahrung und Brennstoff lieferte. Indirekt steckte sie in den Segeln der Schiffe und Windmühlen. Wasserkraft und Windkraft entstehen ja nur, weil die Atmosphäre sich durch die Sonneneinstrahlung bewegt.

Eine Gesellschaft auf Grundlage von Solarenergie kann Energie kaum konzentrieren und transportieren. Die Energie fällt zwar überall an, aber sie ist räumlich weit gestreut, ungleichmäßig und kaum vorhersehbar. Unsere heutige Gesellschaft beruht dagegen auf fossiler Energie und die lässt sich billig transportieren. So wurde es möglich, riesige Mengen Material in Bewegung zu versetzen. Dadurch sind unsere Möglichkeiten enorm gewachsen - und damit eben auch unsere Möglichkeiten, Schaden anzurichten. Daher hat die industrielle Produktionsweise einen ganzen Rattenschwanz von neuen, bis dahin undenkbaren Umweltfolgen.

Wir Menschen können aus der Risikospirale nicht aussteigen

Ihr Buch ist voller Beispiele für den sehr unterschiedlichen Umgang mit der Natur. Ob wir überhaupt aus der Geschichte lernen können, ist bekanntlich umstritten. Was meinen Sie, können wir Lehren aus der Umweltgeschichte ziehen?

Verena Winiwarter: Wir Umwelthistoriker können den Unterschied zwischen einst und jetzt sehr klar beschreiben. Im 20. Jahrhundert kam es zu einer großen Beschleunigung, die auf dem massiven Einsatz fossiler Energie beruhte. Seitdem beeinflusst die menschliche Gesellschaft die Umwelt viel stärker, was sich beispielsweise an Parametern wie dem Verbrauch an Wasser oder Düngemittel zeigt. Niemand hat je die Entscheidung getroffen, die industrielle Lebensweise einzuführen. Diese Entwicklungen sind sozusagen selbst naturwüchsig entstanden. Aber heute müssen wir Entscheidungen treffen, denn die gegenwärtigen Entwicklungen sind nicht nachhaltig.

Sie betonen die Rolle von "Risikospiralen". Was meinen Sie damit?

Verena Winiwarter: Ich halte das für die wohl wichtigste Lehre aus der Umweltgeschichte. Die Risikospirale bedeutet, dass die Lösung eines ökologischen Problems Folgen haben wird, die wiederum Probleme aufwerfen. Wir können die Folgen unserer Eingriffe in die Umwelt niemals vollständig voraussehen. Dazu ist das ökologische System zu komplex, es gibt es zu viele Rückkopplungen und Akteure.

Beispiel sesshafte Landwirtschaft: Wenn Sie kein Nomade mehr sein wollen, müssen Sie Vorräte anlegen. Vorräte bringen aber Vorratsschädlingen wie Ratten mit sich und diese neue Krankheitserreger. Wir können Felder mit Flusswasser bewässern und den Ertrag steigern, aber dann wird der Boden versalzen, wenn er nicht regelmäßig gespült wird. Und so weiter, wir Menschen können aus dieser Risikospirale nicht aussteigen.

Altlasten der industriellen Produktionsweise - Verlassenes Haus in der Umgebung von Tschernobyl. Foto: Michael Brombacher

Aber was schließen Sie daraus? Wenn sich immer unvorhergesehene und unerwünschte Folgen unserer Eingriffe in die Natur einstellen, ist doch eigentlich egal, wie wir uns verhalten ...

Verena Winiwarter: Nein, das glaube ich nun auch wieder nicht! Ich bin für Vorsorge. Wir können Risiken verkleinern und die Geschwindigkeit senken, mit der sich diese Risiko-Schleife dreht. Damit meine ich, auf Umweltveränderungen zu verzichten, wenn möglicherweise schlimme Folgen nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Wenn wir sehr giftige und sehr langlebige Substanzen wie beispielsweise radioaktive Abfälle oder Quecksilber einsetzen, zwingen wir den Generationen nach uns Belastungen auf und verkleinern so ihre Entscheidungsspielräume. Es ist besser, sich auf der sicheren Seite zu irren.

Ein gutes und wichtiges Beispiel für eine Risikospirale ist die Monokultur. Sie ermöglicht den sparsamen Einsatz von Arbeitskraft, weil Maschinen eingesetzt werden können. Gleichzeitig ziehen solche Monokulturen unweigerlich Schädlinge an. Sie sprechen sogar davon, dass durchschnittlich ein Drittel der Ernten in Monokulturen von Schädlingen verzehrt werden.

Verena Winiwarter: Was wir Schädlinge nennen, sind in Wirklichkeit Kommensalen, "Tischgenossen". Sie leben in einem Ökosystem, das wir für sie geschaffen haben. Eine Monokultur bedeutet für bestimmte spezialisierte Insekten oder Pilze einen reich gedeckten Tisch mit ihrer Lieblingsspeise. Aus evolutionären Gründen kann chemische Schädlingsbekämpfung dieses Problem niemals endgültig lösen; es werden immer wieder neue Resistenzen gegen unsere Pestizide entstehen.

Der Wirkstoff Glyphosat ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie kurzfristig eine solche vermeintliche Lösung des Schädlingsproblems sein kann. Ab 1996 kamen gentechnisch veränderten Pflanzen auf den Markt, denen Glyphosat angeblich nicht schadet. Schon jetzt werden resistente Pilze zum Problem.

Aber es gibt in der Geschichte auch andere Beispiele, Beispiele für erfolgreiche Schädlingsbekämpfung. Man kann in den Feldern Hecken pflanzen und auf diese Art Vögel ansiedeln, die Insekten fressen. Nur können Sie dann vielleicht nicht mehr mit der ganz großen Erntemaschine durchfahren.

In Ihrem Buch erzählen Sie auch von Epidemien. Warum, wie hängen Krankheiten und Umweltveränderungen zusammen?

Verena Winiwarter: Eine Grundbotschaft der Umweltgeschichte ist: Natur ist dynamisch. Sie verändert sich, auch kurzfristig. Wenn wir mit dem Influenza-Virus interagieren, entwickelt sich dieser Mikroorganismus genauso schnell wie wir. Die Spanische Grippe forderte 1918 und 1919 ebenso viele Opfer wie der Krieg in den vier Jahren zuvor. Deshalb gehören die Mikroorganismen zu einer Umweltgeschichte dazu. Die Gesellschaften, die erfolgreich waren, haben sich mit der Dynamik der Natur arrangiert. Sie haben nicht versucht, sie vollständig zu stabilisieren. Wir können aus der Koevolution zwischen uns und den Mikroorganismen nicht aussteigen.

Träume von Nutzbarkeit - Eine Postkarte von 1907 wirbt für die Wollmilchschweinekuh

Statt einer ökologischen Katastrophe könnte es auch eine wirtschaftliche Revolution geben

Wir machen exzessiven Gebrauch von Ressourcen, die wir brauchen, aber die sich nur begrenzt erneuern - Boden, Wasser, auch bestimmte klimatische Bedingungen. Was antworten Sie, wenn Sie hören, dass wir pfeilgerade auf eine Katastrophe zusteuern?

Verena Winiwarter: Ich würde insofern zustimmen, dass wir viel zu viel und zum Teil auch viel zu gefährliche Materialien nutzen. Ich weiß aber auch, dass Gesellschaften aus Katastrophen lernen können! In der japanischen Stadt Minamata beispielsweise kam es 1956 zu einer massenhaften Vergiftung, weil eine chemische Fabrik ohne jede Rücksicht auf die Bevölkerung Quecksilber einsetzte und Abwässer, die mit dem Schwermetall belastet waren, einfach ins Meer leitete. Die Folgen waren verheerend, das Quecksilber kam über den Fischfang in der Bucht zurück und führte zu der sogenannten Minamata-Krankheit. Heute gibt es die internationale Miamata-Konvention, die den Quecksilber-Einsatz beschränkt und auf den völligen Ausstieg aus der Nutzung zielt. Wir sind lernfähig.

Aber Quecksilber ist auch relativ leicht zu ersetzen; hier steht nicht die industrielle Lebensweise insgesamt auf dem Spiel. Ein Ausstieg aus der fossilen Produktion ist wesentlich schwieriger. Noch einmal: Steuern wir Ihrer Meinung auf eine Katastrophe zu?

Verena Winiwarter: Dazu kann ich nichts sagen. Als Historikerin bin ich lieber vorsichtig mit Prognosen, die sind zu oft falsch … Ganz bestimmt werden wir den jetzigen Zustand nicht mehr lange aufrechterhalten können, damit meine ich konkret keine hundert Jahre mehr. Wichtige Materialien werden ausgehen, Verschmutzungen werden gravierende gesundheitliche Folgen haben, der Meeresspiegel steigen. Aber warum muss es eine große Katastrophe werden, die zu der notwendigen Anpassung führt? Warum kann es nicht eine Revolution sein, die eine Gesellschaft schafft, die kein Wachstum mehr nötig hat - und ich sehr durchaus Anzeichen für eine solche Entwicklung Die Geschichte ist voll gelungener Beispiele.

In Ihrem neuen Buch beschreiben Sie viele Formen, wie Menschen sich an Umweltbedingungen angepasst haben: die äußerst produktive mittelalterliche Teichwirtschaft beispielsweise oder die erfolgreiche Landwirtschaft auf Grönland unter widrigen klimatischen Bedingungen. Der Erfindungsreichtum und die Anpassungsfähigkeit der Menschen ist beeindruckend, und das mag hoffnungsvoll stimmen. Aber andererseits standen wir niemals zuvor vor solchen Herausforderungen.

Verena Winiwarter: Anpassung und Erfindungsreichtum sind nötig, das brauchen wir! Aber wir brauchen ebenso den Willen, uns mit Beschränkungen abzufinden. Wir haben uns in dem Buch "Geschichte unserer Umwelt" bemüht, keine Katastrophen-Geschichte zu erzählen. Ökologische Katastrophen-Szenarien sind ja üblich, aber ich halte sie für nutzlos. Wer davon ausgeht, dass die Menschheit keine Chance mehr hat, hat auch keinen Grund, eine Veränderung anzustreben. Wer glaubt, dass die Thunfische in jedem Fall aussterben werden, kann sich mit gutem Gewissen ein leckeres Thunfisch-Steak gönnen, denn darauf kommt es angeblich ohnehin nicht mehr an …

Sehr ungleiche, hierarchische Gesellschaften neigen dazu, Ressourcen rücksichtslos auszubeuten

Aus ökologischer Sicht waren die letzten Jahrzehnte doch äußerst frustrierend. Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung wurden nicht erreicht, destruktive Tendenzen der Wasserverschmutzung und der Bodenzerstörung beschleunigen sich. Verstehen Sie, wenn Kollegen von Ihnen wie David Shearman mittlerweile davon ausgehen, dass die Demokratie ungeeignet dazu ist, die notwendigen Maßnahmen durchzusetzen? Oder anders gefragt: Wie nachhaltig ist die Demokratie?

Verena Winiwarter: Die Geschichte zeigt, dass bisher keine Diktatur ökologisch erfolgreich war. Sowohl marktwirtschaftlich-kapitalistische Gesellschaftssysteme als auch diktatorische Systeme wie das nationalsozialistische und das realsozialistische waren ziemlich schlecht für die Natur. Immer wenn die Bevölkerung nichts zu sagen hat, nicht in die relevanten Entscheidungen einbezogen ist, ist das sehr, sehr schlecht für die Umwelt. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass die übelsten Altlasten das Militär hinterlassen hat, das sich nicht um die Interessen der Zivilbevölkerung scheren musste, etwa das Atomtestgebiet Semipalatinsk.

Wir brauchen einen demokratischen Aufbruch, der gerade auch von den Unterprivilegierten getragen wird. Wir brauchen mehr Demokratie, nicht weniger! Wenn die Leute nicht gehört werden, dann werden sie nicht bereit sein, an der nötigen Großen Transformation mitzuarbeiten, von der der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (WBGU) spricht.

Das vielleicht wichtigste Problem ist gegenwärtig die Landwirtschaft, die Nahrungsmittelproduktion. Sie muss effizient sein, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, aber sie schafft auch gewaltige ökologische Probleme.

Verena Winiwarter: In gewisser Hinsicht ist die industrialisierte Landwirtschaft gerade nicht effizient. Sie ist erfolgreich gemessen am Ertrag pro Hektar und Arbeitszeit, aber sie ist energetisch alles andere als effizient. Wir brauchen große Mengen fossiler Energie für Dünger und Treibstoffe für die landwirtschaftlichen Maschinen. Vor der Industrialisierung der Landwirtschaft, etwa um 1850, war die Energiebilanz fünfmal besser als heute!

Wir betreiben auf unseren Felder mit enormen Energieeinsatz ein industrielles System, das Mais und Soja in Steaks verwandelt. Warum gibt die Europäische Union so viel für die Förderung der Landwirtschaft aus? In letzter Konsequenz subventioniert sie damit die Saatgut-Industrie und die chemische Industrie, die Dünge- und Pflanzenschutzmittel herstellt. Das ist eine verdeckte Industrieförderung im Interesse des agrarindustriellen Komplexes.

Orangenplantage in Florida, eine Postkarte von 1947

Sie haben die derzeitige Umweltpolitik einmal "Niedergangsverwaltung" genannt. Wie passt das dazu, dass Sie "Zuversicht" fordern, um der ökologischen Krise zu begegnen?

Verena Winiwarter: Ich bin da vielleicht ein bisschen zweckoptimistisch. Richtig ist, dass die Herausforderungen groß sind. Wir müssen die ökonomische Grundlage der Welt neu denken, weil Ungleichheit und Naturverbrauch eng zusammen hängen. Sehr ungleiche, hierarchische Gesellschaften neigen dazu, Ressourcen rücksichtslos auszubeuten. Das bedeutet, der Reichtum müsste gleicher verteilt werden, dann würde auch der Wachstumsdruck sinken. Es gibt zwar einen "Volksumweltschutz der Armen", weil einfache Bauern besonders unter den Folgen von Wasserverschmutzung leiden. Aber je mehr die Ärmsten unter Druck geraten, desto weniger nachhaltig wird ihre Landwirtschaft sein. Denken Sie nur an die Brandrodung am Amazonas. Das ist durchaus nachhaltig, wenn der Urwald einmal alle 30 Jahre niedergebrannt wird. Wenn die Bauern alle fünf Jahre brandroden müssen, weil man ihnen so viel Land genommen hat, dann wird der Boden zerstört.

Kurz, es braucht eine grundsätzliche Änderung unserer Produktions-, Arbeits- und Lebensweise. Für einen solchen Aufbruch wollten wir mit unseren Geschichte Anregungen liefern. Leicht wird das nicht werden. Es reicht eben nicht, die Elefanten in Afrika zu schützen oder Fracking auf bestimmte Gebiete zu beschränken. Naturschutz im herkömmlichen Sinne reicht nicht, um die anstehenden ökologischen Herausforderungen zu lösen.

Wir müssen lernen, uns in einer begrenzten Erde einzurichten

Vor zwei Jahren haben Sie in einem Interview ein geradezu revolutionäres politisches Programm für Nachhaltigkeit skizziert: "Keine Zinsen, Maschinensteuer, Energiesteuer, runter mit der Lohnsteuer, Nationalstaaten abschaffen" - sind das die notwendigen Bedingungen für eine ökologisch nachhaltige Gesellschaft?

Verena Winiwarter: Wir brauchen eine ökologische Ökonomie. Die Nationalstaaten sind ein Problem insofern, weil in der Konkurrenz der erste Staat, der ökologisch nachhaltig agiert, einen ökonomischen Nachteil haben wird. Für eine Regierung ist es schwer umzusetzen und durchzusetzen, dass es der eigenen Bevölkerung im weltwirtschaftlichen Vergleich schlechter als zuvor geht. Die einfachste Lösung ist die Abschaffung der Nationalstaaten. Diese sind ohnehin eine ganz neue Erfindung, bis vor ungefähr dreihundert Jahren gab es sie ja nicht. Es gibt auch keinen Grund, warum sie lange überdauern müssten.

Sie sprechen sich für ein Zinsverbot aus. Warum?

Verena Winiwarter: Ohne Zins gäbe es keine Kapitalrendite. Mit dem Zins würde daher auch die kapitalistische Produktion abgeschafft. Die Grundlage unserer gegenwärtigen Gesellschaftsordnung ist Wachstum, aber das schließt Nachhaltigkeit aus, denn die Erde wächst eben nicht mit. Wir müssen lernen, uns in einer begrenzten Erde einzurichten. Es geistert ja noch die Idee herum, wir könnten andere Planeten kolonisieren. Für mich ist das nicht nur Spintisiererei, sondern der konsequenteste Ausdruck der Wachstumsideologie: Wenn wir diesen Planeten verbraucht haben, suchen wir uns einen neuen.

x
Fehler melden
Telepolis zitieren
Vielen Dank!
Kommentare lesen (199 Beiträge) mehr...
Anzeige
Hellwach mit Telepolis
Anzeige
Cafe
Telepolis-Cafe

Angebot des Monats:
Kaffee und Espresso aus Guatemala in der Telepolis-Edition für unsere Leser

Cover

Aufbruch ins Ungewisse

Auf der Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise

Anzeige
Cover

Die Form des Virtuellen

Vom Leben zwischen den Welten

Anzeige
Weit weg mit Telepolis
Anzeige
Auf nach Brasilien
Leben im Regenwald, Nationalpark Iguacu, Rio de Janeiro
Cover

Leben im Gehäuse

Wohnen als Prozess der Zivilisation

bilder

seen.by

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

Tastenkürzel:

ctrl-Taste:
Zum Wechseln zwischen Heise- und Google-Suche

esc-Taste:
Verlassen und Zurücksetzen des Eingabe-Felds

Buchstaben-Taste F
Direkt zur Suche springen

SUCHEN

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

SUCHEN

.
.