MH17-Zwischenbericht - Mut zur Lücke?

09.09.2014

Der Preliminary Report dokumentiert die aktuell vorhandenen Informationen als Zusammenfassung

Heute um 10:00 hat die vom niederländischen Onderzoeksraad (Dutch Safety Board /DSB) geführte Untersuchungskommission den Zwischenbericht ("Preliminary Report") zum Absturz des Fluges MH17 in der Ostukraine vorgestellt.

Der Zwischenbericht umfasst etwa 30 Seiten und soll den aktuellen Stand der Ermittlungen dokumentieren. Nach Paragraph 3.1 ICAO Annex 13 besteht der einzige Zweck der Untersuchung darin, einen ähnlichen Unfall in der Zukunft zu verhindern. Die Schuldfrage ist nicht Teil des Berichts, das hatte man schon im Vorfeld der Veröffentlichung klar gemacht. Der Zwischenbericht wurde vor der Veröffentlichung zur Durchsicht an Malaysia, die Ukraine, die Russische Föderation, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten von Amerika und Australien gesandt.

Transkript der Funk- und Telefonkommunikation. Bild: Dutch Safety Board

Man behält sich vor, dass sich die Schwerpunkte der Untersuchung im Rahmen der weiteren Ermittlungen verschieben können. Im Einzelnen werden die bekannten Abläufe des Flugs MH17 dokumentiert und die Aktivitäten der Untersuchungen skizziert. Es werden die vorliegenden Dokumentationen und Quellen aufgeführt, wobei auffällt, dass die Aufzeichnung des Funkverkehrs zwischen MH17 und der Air Traffic Control von UkSATSE nur als Transskript vorliegt. Das Transskript ist im Zwischenbericht enthalten.

Detailliert werden die Flugmanöver von MH17 in den Minuten vor dem Absturz geschildert. Der Flugdatenschreiber und der Digital Cockpit Voice Recorder haben nach den Angaben um 13:20.03 die Aufzeichnung beendet, ohne dass irgendwelche Besonderheiten aufgezeichnet worden wären.

Letzter Standort der Maschine im Flug und Verteilung der Trümmer. FDR steht für "Flight Data Recorder" (Flugschreiber). Bild: Google Earth. Trümmerdaten: Dutch Safety Board

Neben zahlreichen anderen schon bekannten Details zum Flug, zum Flugzeug und zur Besatzung wird nochmals darauf hingewiesen, dass MH17 oberhalb der für den Flugverkehr gesperrten Bereiche unterwegs war. Außerdem wird betont, dass die Blackboxes nicht von Mitgliedern des Untersuchungsteams, sondern von unbekannten Personen geborgen worden seien. Es habe jedoch keine Hinweise auf eine Manipulation der Flugdatenschreiber gegeben.

Die Produktdaten beider Recorder stimmen mit den Angaben von Malaysian Airlines überein. Der Cockpit-Voice-Recorder von Honeywell war äußerlich beschädigt, die 30 Minuten der Aufzeichnung konnten jedoch erfolgreich ausgelesen werden. Der Flight-Data-Recorder von Allied Signal weist auch äußerliche Beschädigungen auf, war jedoch vollständig auslesbar. Auch dieser Recorder liefert keine Informationen über einen besonderen Vorfall.

Die Fundstellen der Wrackteile wurden, soweit möglich, dokumentiert und die Teile anhand der vorliegenden Bilder aus unterschiedlichen Quellen bewertet. Es soll eine größere Zahl von Einschlägen erkennbar sein. Die Tatsache, dass sich die Fundstellen über eine große Fläche verteilten, spricht dafür, dass das Flugzeug in großer Höhe auseinander gebrochen war.

Als Konsequenz aus dem Absturz wird es im Februar 2015 eine Sicherheitskonferenz mit hochrangigen Vertretern aus allen 191 ICAO-Mitgliederstaaten geben.

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