Ukrainischer Verteidigungsminister spricht von Waffenlieferungen aus Nato-Staaten

14.09.2014

"Und sie haben uns Gehör geschenkt"

Der Kiewer Ministerpräsident Jazenjuk hält trotz der Warnungen des russischen Außenministers Lawrow an seinem politischen Kurs fest, eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine vorzubereiten. Dies sei unter gegebenen Umständen die einzige Möglichkeit, die Ukraine zu beschützen, sagte er bei einer Konferenz. Laut der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform räumte er ein, dass die Nato noch nicht dazu bereit sei. Man werde aber weiter anklopfen, bis sich die Tür öffne.

Geht es nach Angaben des Kiewer Verteidigungsministers Waleri Geletej, die er gestern Abend einem ukrainischen Fernsehsender gegenüber machte, so bekommt die ukrainische Armee Waffen von Nato-Staaten. Ria Nowosti zitiert aus seinem Interview:

Ich habe auch (am Rande des Gipfels-Red.) unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit den Verteidigungsministern führender Länder der Welt, mit denjenigen gesprochen, die uns helfen können. Und sie haben uns Gehör geschenkt. Derzeit vollzieht sich der Prozess der Waffenübergabe.

Die Meldung wird auch von der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass verbreitet; demnach deutete Poroschenkos Berater Luzenko bereits vergangene Woche an, dass die USA, Frankreich, Italien, Polen und Norwegen sich damit einverstanden erklärt hätten, Militärberater und moderen Waffen in die Ukraine zu schicken, allerdings ohne einen Zeitpunkt zu nennen.

Außenminister Pawel Klimkin bestätigte am Wochenende Verhandlungen über Waffenlieferungen, berichtet der Spiegel. Zwar demnach beteuerte Klimkin dem Kiewer Kanal Perwy Nationalny gegenüber, dass es um mehr als fünf Länder gehe, aber auch er machte keine Angaben zu den Namen der Länder, der Art der Lieferung und dem Zeitpunkt. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins dementieren die oben genannten Länder Pläne zur Waffenlieferung.

Stimmen diese Angaben, so bestätigen sie die Ansicht der Gegner Kiews, die die Waffenruhe als Gelegenheit zur Kräftigung der ukrainischen Armee und ihrer Hilfsbataillone ansahen, die sich vor dem Waffenstillstand in einer militärisch schwierigen Lage befanden. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates Lysenko äußerte sich ebenfalls in dieser Richtung:

"Derzeit ist eine zweite Feuerpause in Kraft, die äußerst positive Resultate bringt… Wir können unsere bewaffneten Formationen stärken."

Beide Seiten beschuldigen sich derzeit, die Waffenruhe nicht einzuhalten.

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