Afghanistanhilfe: 104 Milliarden Dollar für schlechtes Management und Betrug

02.10.2014

In den USA wird man auf die Verschwendung von Steuergeldern beim "Nation Building" aufmerksam

Der neue afghanische Präsident Ashraf Ghani übernimmt ein Land in größeren finanziellen Schwierigkeiten. Vor zwei Wochen wurde gemeldet , dass die afghanische Regierung Washington um eine Hilfe in Höhe von 537 Millionen Dollars ersucht habe, um fällige Löhne zu bezahlen. Laut dem Kabuler Schatzamt befinde man sich in einer sehr kritischen Situation. Ghani betonte bei seinem Amtsantritt, dass er beabsichtige, die Korruption auf mehreren Ebenen zu bekämpfen.

Wie sehr sie dem Land zusetzt, davon war in den vergangenen Jahren oft die Rede. Der derzeitige Koordinator für die Militäreinsatze der Anti-IS-Koalition, US-General John Allen, der früher das ISAF-und Nato-Kommando in Afghanistan führte, bezeichnete im April dieses Jahres die Korruption als schlimmste Bedrohung Afghanistans, "schlimmer als die Taliban".

In diesem Zusammenhang wird der amerikanischen Öffentlichkeit von der New York Times nun die beachtliche Summe von 104 Milliarden Dollar, aufgebracht von amerikanischen Steuergeldern, entgegengehalten, die bislang in den Wiederaufbau Afghanistans gesteckt wurde - und irgendwo ergebnislos versickerte oder gestohlen wurde ("mismanaged and stolen").

Die afghanische Regierung habe da nicht so genau hingeschaut und selbst als offensichtlich wurde, dass hier Betrug und Missbrauch im Spiel waren, hätten die USA weiter Geld nach Afghanistan geschaufelt, weil man befürchtete, dass ein Drosseln der Geldströme den militärischen Einsatz zuwiderlaufen würde, so die Zeitung in ihrem Editorial.

Demnach hält der Geldfluss auch künftig an, die USA wie die Nato hätten sich kürzlich dazu bereit erklärt, weitere 5,1 Milliarden US-Dollar für die afghanischen Sicherheitskräfte, Polizei und Armee, zur Verfügung zu stellen. Man rate dem Kongress ab, weitere Gelder ohne weiteres zu bewilligen.

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