Mehr als ein Drittel der offenen Stellen werden als Leiharbeit angeboten

21.10.2014

In manchen Regionen sind es schon mehr als 50 Prozent der offenen Stellen

Bekanntlich sieht die Wirtschaftslage in Deutschland trotz drohender Eintrübung noch gut aus. Die Arbeitslosenquote lag nach Angaben der Arbeitsagentur im September bei 6,5 Prozent oder 2.808.000 Personen, nach dem ILO-Konzept läge sie mit 2,15 Millionen Arbeitslosen nur bei 5 Prozent. Unterbeschäftigt waren 3.691.000, Arbeitslosengeld II beziehen 4.339.000 Menschen.

Positiv klingt, wenn die Arbeitsagentur berichtet, dass Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung saisonbereinigt weiter gewachsen sind. 42,82 Millionen Personen waren erwerbstätig, 355.000 mehr als ein Jahr zuvor. 30,12 Millionen Personen sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 528.000 mehr als vor einem Jahr. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiter angestiegen.

Allerdings wird das Bild weniger positiv, wenn man die Trends ansieht. Das Institut für Bildungs- und Sozialpolitik (ibus) an der Hochschule Koblenz hat die Statistik der gemeldeten Arbeitsstellen der Bundesagentur für den September 2014 ausgewertet. Die gemeldeten Arbeitsstellen sind um 0,7 Prozent auf 518.317 angewachsen. 94,4 Prozent sind sozialversicherungspflichtige Jobangebote. 80,4 Prozent oder 416.842 sind unbefristete Stellen, 10 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, 81.676 Angebote sind Teilzeit.

Allerdings sind 34 Prozent der offenen Stellen Leiharbeitsjobs. Und es gibt erhebliche regionale Unterschiede: "In manchen Gegenden ist jedes zweite Stellenangebot ein Leiharbeitsverhältnis." So werden in Bielefeld oder Rheine mit 52 Prozent mehr als die Hälfte der offenen Stellen als Leiharbeit angeboten. In Altenburg-Gera oder Bernburg sind es 47 bzw. 48 Prozent, während in Eberswalde nur 10 Prozent Leiharbeitsstellen angeboten werden, in Flensburg 15 Prozent oder in Pirna 16 Prozent. Seit den 1980er Jahren hat die Leiharbeit enorm zugenommen. Waren 1985 noch 41.700 Jobs Leiharbeitsstellen, so waren es 2013 bereits 814.600.

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