Sechs Jahre längere Lebenserwartung durch gesunde Lebensweise

31.10.2014

Eine britische Langzeitstudie hat über 30 Jahre Männer beobachtet, um zu sehen, welche Folgen die Einhaltung oder Nichteinhaltung von 5 Regeln zur gesunden Lebensführung hat

Die Menschen scheinen immer mehr besessen davon zu sein, möglichst gesund und lange zu leben, anstatt gut zu leben. Vielmehr scheinen Fitness, jugendliches Aussehen mit oder ohne Schönheitsoperationen und das Erreichen eines hohen Alters per se ein gutes Leben zur Folge zu haben. Also wird auf Teufel komm heraus alles gemacht, um zum erwünschten Ergebnis zu kommen. Man kasteit sich, investiert viel Zeit und Geld, denkt permanent präventiv und immer an die Zukunft, vermeidet Exzesse und das Wohlergehen, kontrolliert seine Parameter, stets mit dem Blick auf weitere Perfektionierung.

Jetzt haben die Anti-Ager noch eine weitere Langzeitstudie, auf die sich beziehen können. Sie erstreckt sich über 30 Jahre und enthält einfache 5 Regeln, denen man folgen sollte, will man länger und gesünder leben. Immerhin wurden dafür in Caerphilly, South Wales, 1979 2.500 Männer, 90 Prozent der 45- bis 59-jährigen Männer im County, gebeten, über die Einhaltung der 5 Regeln für gesundes Leben zu berichten: gut essen (viel Gemüse und Obst, wenig Fleisch), Sport treiben, wenig Alkohol trinken, auf das Gewicht achten und nicht rauchen.

1023 der teilnehmenden Männer haben keine großen Veränderungen ihrer Lebensführung während der 35 Jahre vollzogen, was einen Vergleich begünstigt hat. Die Teilnehmer berichteten regelmäßig über ihre körperliche Aktivitäten, ihre Ernährung und ihren Alkohol- und Nikotinkonsum. Empfohlen ist, täglich 3 km zur Arbeit zu gehen oder 15 km mit dem Fahrrad zu fahren oder regelmäßig anstrengenden Sport zu betreiben

19% der Beteiligten befolgten zu Beginn der Caerphilly Cohort Study drei Regeln, 5% vier und 0,1% alle fünf Regeln. Kürzlich wurden in Wales 15.000 Erwachsene ebenfalls befragt, welche der fünf Regeln sie einhalten. Das Ergebnis hat sich wenig verändert: 19% halten drei, 7 Prozent vier und 0,5 Prozent alle fünf Regel ein. Das könnte ein kleiner Trend sein, der indiziert, dass mehr Menschen auf eine gesunde Lebensführung achten, deutlich aber wird daran, dass offenbar diese in Widerstreit mit den Bedürfnissen, vielleicht auch der Lebenslust steht. Askese oder eine zu vernünftige Lebensweise, die den Körper der eigenen Kontrolle unterwirft und sich vor Versuchungen zu schützen sucht, scheint nur einer kleinen Minderheit zuträglich zu sein.

Bild: Cardiff University

25 der Teilnehmer haben es bis heute geschafft, alle fünf Regeln einer gesunden Lebensführung einzuhalten. Und sie sollen denn auch gesünder und fitter sein als die übrigen, die ausgeschert sind. Wer vier oder fünf der Regeln eingehalten hat, soll mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit von 73 Prozent Diabetes bekommen, Herzinfarkte und Schlaganfälle sollen um 67 Prozent, Demenz um 64 Prozent und eine Krebserkrankung um 18 Prozent weniger wahrscheinlich sein - bezogen auf die Menschen, die keine der fünf Regeln befolgt haben. Nicht zu rauchen, senkt das Krebserkrankungsrisiko um 39 Prozent.

Studienleiter Peter Elwood vom Cochrane Institute an der Cardiff University sagt, dass die Regeln zwar keine völlige Prävention bieten, aber dass die Männer, die sie einhalten, erst in höherem Alter als diejenigen erkranken, die ungesund leben. So erleiden Männer, die gesund leben, eine Herzerkrankung durchschnittlich 12 Jahre später als die ungesund lebenden - und sie leben durchschnittlich 6 Jahre länger. Für Elwood ist das Ergebnis ein Weckruf für die Menschen, endlich ein gesundes Leben zu führen: "Als Nation müssen wir endlich auf die präventive Macht einer gesunden Lebensführung aufmerksam werden."

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