"Hooligans gegen Salafisten": Doch eher ein Marsch zum Brandenburger Tor?

01.11.2014

Hooligans und die Verwirrung über deren Aufmarschpläne sorgen weiter für mediale Reichweite

Bis Mitte der Woche hieß es noch, dass die nächste Aktion der "Hooligans gegen Salafisten" (HoGeSa) ein Marsch auf Hamburg werden soll. Während der ursprünglicher Anmelder jedoch überraschend sein Vorhaben zurückzog, verbreiteten Teile der rechten Szene weiter, dass es am 15. November in der Hansestadt eine HoGeSa-Aktion geben werde. Der Anmelder sei nur "eingeknickt" nach "massiver Pressehetze", hieß es. Unterdessen mehren sich jedoch Berichte, wonach man sich Mitte November am Brandenburger Tor versammeln will.

So bestätigte die Polizei einen Bericht des Senders RBB, wonach der Veranstalter für eine Hooligan-Demonstration am 15. November in Berlin mittlerweile 10.000 Teilnehmer angemeldet habe. Bislang sei von 1.000 Teilnehmern die Rede gewesen. Diese Demonstration der "Hooligans gegen Salafisten" soll unter dem Motto "Gegen Salafisten, Islamisierung und Flüchtlingspolitik" auf dem Pariser Platz stattfinden. Nach rbb-Informationen komme der Anmelder aus dem Sauerland und gehöre zum Umfeld des HoGeSa-Netzwerkes.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) hatte angekündigt, dass die Versammlungsbehörde ein Verbot prüfen werde. In Köln hatten sich am vorigen Sonntag mehrere tausend gewaltbereite Hooligans, Rechtsextremisten und Neonazis versammelt, es kam zu Ausschreitungen (Ausschreitungen und Fremdenhass). Dass die für Mitte November angekündigte Demonstration von Hooligans in Hamburg vom Anmelder abgesagt wurde, hat offenbar auch damit zu tun, dass es innerhalb der HoGeSa-Regionalgruppen Streitereien und Flügelkämpfe gibt. So sollen Hamburger Hooligans davor gewarnt haben, in die Hansestadt zu kommen, weil es eine zu starke linke Szene gebe.

Auf der offiziellen HoGeSa-Homepage wurde bis zum frühen Freitagabend weiterhin für die Versammlung in Hamburg geworben. Unklarheiten beherrschen also das Bild weiterhin und sorgen für mediale Reichweite. Denn nach Einschätzung der Polizei ist es derzeit auch noch völlig unklar, ob tatsächlich 10.000 Hooligans nach Berlin kommen werden. Der SPD-Innenpolitiker Tom Schreiber sprach von einer "Drohgebärde", die nicht unbedingt der Realität entsprechen müsse. Ein Polizeisprecher sagte, ob es sich bei der korrigierten Anmeldung um "Säbelrasseln der Szene" handelt, lasse sich derzeit nicht präzise einschätzen.

Nach Fortuna Düsseldorf haben drei weitere Bundesligavereine Kleidung und Symbole der Gruppe "Hooligans gegen Salafisten" in ihren Stadien verboten. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Ein explizites Verbot haben demnach der 1. FC Nürnberg, der SC Paderborn und der FC Schalke 04 eingeführt. Weitere Vereine prüfen laut der Zeitung ähnliche Schritte. Hannover 96, der Hamburger SV, die TSG 1899 Hoffenheim, der VfL Wolfsburg, der 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach und der FC St. Pauli hielten ihre bestehende Stadionordnung nun schon für ausreichend.

Einem der HoGeSa-Aktivisten droht derweil der Rauswurf aus seiner Partei. Das Hooligan-Engagement von Dominik Roeseler, bisher stellvertretender Vorsitzender und Mönchengladbacher Ratsmann der rechtsradikalen und islamfeindlichen Splitterpartei "Pro NRW", stört laut ZDF zumindest Teile des Vorstandes der sich lieber seriös darstellenden Partei.

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