Gysi-Jäger: Jüdischer Milliardär "nutzt" deutsche Parteien

13.11.2014

Nach Toiletten-Gate nun Verschwörungstheorie gegen Linksfraktionschef und andere Politiker

Werden Linkspartei, SPD und Grüne "genutzt", um "palästinensische Rechte zu unterminieren"? Das behauptet der umstrittene amerikanische Publizist Max Blumenthal, der in Deutschland bekannt wurde, weil er am Montag LINKE-Fraktionschef Gregor Gysi im Bundestag bedrängte.

Am Montag bedrängte er zusammen mit dem ebenfalls äußerst israelkritischen Publizisten David Sheen Gregor Gysi und folgte ihm bis in den Eingang einer Bundestagstoilette, wo der Fraktionschef der Linken Zuflucht suchte. Nun legt Max Blumenthal nach - mit einer veritablen Verschwörungstheorie, der gemäß eine "Hetzkampagne" gegen ihn und seinen Kollegen Sheen initiiert worden sei.

Blumenthal bedrängte Gysi. Screenshot aus dem Video

Diese sei "das Produkt des antipalästinensischen Netzwerkes", das der US-Milliardär Sheldon Adelson finanziere. Ihr auf den Leim gegangen seien deutsche Politiker von Linkspartei, Grünen, SPD und CDU, neben Gysi werden auch der Grünen-Politiker Volker Beck und der CDU-Außenpolitiker Philipp Mißfelder genannt. Adelson, der achtreichste Mann der Welt, ist ein Spross jüdischer Immigranten und unterstützt die Republikanische Partei der USA.

Gegenüber dem pro-palästinensischen Online-Medium "The Electronic Intifada" (sprach Max Blumenthal von einer "Adelson Connection", zu der laut seinen Aussagen insbesondere zwei proisraelische, äußerst rechte Think Tanks gehören.

Ein Mitarbeiter von Think Tank Nummer eins habe "die Hetzkampagne" gegen Sheen und Blumental initiiert - mit einem Artikel in der "Berliner Morgenpost" vom Donnerstag letzter Woche. Verfasser Benjamin Weinthal ist laut Blumenthal schlicht ein "anti-palästinensischer Aktivist".

Think Tank Nummer zwei habe 2010 eine "Road Map für die Sabotage der palästinensischen Solidaritäts-Bewegung" erstellt. Darin heiße es, Unterstützung für Israel sei viel wertvoller, wenn sie von der politischen Linken komme. "Weinthal brachte Mitglieder der Grünen, der Sozialdemokraten und der Linken dazu, seine äußerst rechte, anti-palästinensische Agenda voran zu treiben", behauptet "The Electronic Intifada". Dies entspräche dem Modell der "Road Map" von 2010, meint man dort: "Weinthals Attacke auf Blumenthal und Sheen scheint exakt diesem Drehbuch zu entstammen". Blumenthal widersprach dieser Darstellung bisher nicht, bewarb den Artikel vielmehr über "Twitter".

Schließlich spielt laut Max Blumenthal auch noch das Simon Wiesenthal Center (SWC) eine Rolle in der arbeitsteiligen Verschwörung: Seine von ihm so genannte "Simon-Wiesenthal-Stasi-Akte" sei die Grundlage für die nun gegen ihn erhobenen Vorwürfe, lässt Blumenthal sich von "The Electronic Intifada" zitieren. Tatsächlich hatte das SWC Blumenthal 2013 in seiner umstrittenen "Top Ten der antisemitischen/anti-israelischen Verleumder" aufgeführt, weil der Publizist Israelis und Nazis gleichsetze. Natürlich soll in dieser Sicht auch Milliardär Adelson wieder seine Finger im Spiel haben: Der 81-Jährige habe dem SWC zehntausende Dollar gegeben, schreibt "The Electronic Initifada".

Jüdischer Milliardär finanziert Netzwerk, Netzwerk diffamiert Israel-Kritiker nach Jahre altem, festem Plan und bringt alle im deutschen Bundestag vertretenen Parteien mit Ausnahme der CSU dazu, eine extrem rechte Agenda zu unterstützen, das ist also letztlich der Vorwurf. Und so lautet denn eine Zwischenüberschrift des "Electronic Intifada"-Artikels auch schlicht: "Using the left to undermine Palestinian rights", zu deutsch: "Die Linke nutzen, um palästinensische Rechte zu unterminieren."

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