Bloß kein Mitleid mit den Menschen in der Ost-Ukraine!

02.12.2014

In der Ost-Ukraine leiden "Pro-Russen". Wären es "Pro-Europäer", wäre ihnen die Aufmerksamkeit der deutschen Medien sicher

Schon seit Juli warten die Rentner in der Ost-Ukraine auf ihre Pensionen aus Kiew. Nun hat die ukrainische Regierung die Zahlungen offiziell eingestellt. Ab 1. Dezember wird es für die Menschen in den von Aufständischen kontrollierten Gebieten weder Renten noch Sozialhilfe aus Kiew geben. Betroffen sind 210.000 Rentner darunter zehntausende Schwerbehinderte und Veteranen des Zweiten Weltkrieges.

In den "okkupierten Gebieten" (so die ukrainische Sprachregelung) leben heute vier Millionen Menschen. Viele von Ihnen sind auf Sozialhilfe angewiesen, denn der Großteil der Fabriken steht still. Die Menschen haben kein Einkommen. Die Menschen brauchen dringend Geld, um ihre von Streubomben und Raketen beschädigten Häuser zu flicken.

Das Schicksal der Menschen in der Ost-Ukraine ähnelt dem Schicksal der Menschen während des zweiten Tschetschenienkrieges, der von 1999 bis 2003 dauerte. Damals lebten 100.000 Flüchtlinge aus Tschetschenien im benachbarten Inguschetien in Zelten und anderen Notunterkünften. Westliche Medien berichteten damals sehr ausführlich über das Leben in den Flüchtlings-Zeltstädten. Sie galten als der lebende Beweis für die "Unmenschlichkeit des Systems Putin". Von russischen Medien gab es damals wenig Mitleid mit den geflüchteten Tschetschenen. Sie galten als heimliche Sympathisanten der tschetschenischen Separatisten unter denen damals nicht wenige islamistische Extremisten waren.

Dass für westliche Medien Flüchtling nicht gleich Flüchtling ist, sieht man jetzt beim Krieg in der Ost-Ukraine. Die 390.000 Menschen, die wegen ukrainischer Beschießungen durch Kiews Truppen nach Russland geflohen sind, tauchen in den westlichen Medien so gut wie nicht auf. Darf man nicht wissen, dass es diese Menschen gibt? Sind sie in die falsche Richtung geflohen?

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