Russland schickt mehr Gas durch Ostseepipeline

06.12.2014

Angeblich Hub nach Griechenland als Ersatz für South Stream geplant

Bei einem Treffen mit dem Eon-Vorstandsvorsitzenden Johannes Teyssen teilte Gazprom-Chef Alexej Miller gestern mit, dass dieses Jahr bereits jetzt 30 Milliarden Kubikmeter Erdgas durch die 1224 Kilometer lange Ostseepipeline zwischen Wyborg und Greifswald nach Deutschland, Frankreich und in andere westeuropäische Länder geflossen sind. Gegenüber den 20 Milliarden Kubikmeter vom letzten Jahr bedeutet das eine Steigerung in Höhe von mehr als 50 Prozent. Die Maximalkapazität ist damit allerdings noch nicht erreicht - sie liegt bei 50 Milliarden Kubikmeter.

Miller zufolge sind sich Gazprom und Eon darüber einig, dass die 2011 in Betrieb genommene Unterwasserpipeline die Sicherheit der früher nur durch die Ukraine laufenden Lieferungen ganz wesentlich erhöht.

Über ein weiteres Projekt zur Diversifizierung der Lieferwege, der South Stream Pipeline durch das Schwarze Meer, meldete der Spiegel, es sei von Russland aufgegeben worden, nachdem Bulgarien aufgrund von Druck aus Brüssel und Washington die Bauarbeiten blockierte. Nun solle das russische Gas statt nach Europa in die Türkei fließen, wo sich der russische Staatspräsident Putin letzte Woche mit seinem türkischen Amtskollegen Erdoğan traf (Russland baut massiv die Militärpräsenz in der Arktis aus).

In russischen Medien heißt es dagegen, man wolle als Ersatz für South Stream nicht nur eine neue Pipeline in die Türkei bauen, sondern auch einen Gashub nach Griechenland, der der "Versorgung Südeuropas" dienen soll.

So war die South Stream Pipeline 2006 geplant. Karte: San Jose / Patrol110. Lizenz: CC BY-SA 3.0.

Der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogaz überwies währenddessen nach eigenen Angaben 378 Millionen US-Dollar für einer Milliarde Kubikmeter Erdgas aus Russland. Ob das bis zum Frühjahr reicht, hängt von der Strenge des Winters ab. Gazprom liefert an Naftogaz nur noch nach Vorauszahlungen, nachdem sich bei dem hochsubventionierten und korruptionsverdächtigen Unternehmen Zahlungsrückstände in Höhe von 2,2 Milliarden anhäuften. 1,9 Milliarden davon sollen vom europäischen Steuerzahler beglichen werden.

Die trotz der Vorauszahlung immer noch relativ unsichere Energieversorgungslage dürfte auch dazu beitragen, dass immer mehr Ukrainer ihre Heimat verlassen: Nach aktuellen Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR verzehnfachte sich 2014 die Zahl der Ukrainer, die in EU-Mitgliedsländern Asylanträge stellten und liegt nun bei etwa 9000. 317.000 Ukrainer versuchten dem UNHCR nach auf andere Weise an ausländische Aufenthaltsgenehmigungen zu kommen - darunter 23.000 in Polen, 60.000 in Weißrussland und 220.00 in Russland. Dem Migrationsamt der Russischen Föderation nach haben dort außerdem 233.000 Ukrainer einen Antrag auf politisches Asyl oder auf eine Anerkennung als Flüchtling gestellt.

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