Undercover-Reporter bei Pegida für Team Wallraff unterwegs

20.12.2014

Laut RTL sollte der Mann, der sich gegenüber dem NDR als Pegida-Demo-Teilnehmer ausgab, "Stimmungen aufgreifen"

Ein RTL-Statement beantwortet ein paar Fragen, die sich durch das Auftreten eines Mannes bei einem Panorama-Beitrag und seinem späteren Outing als Journalist stellen (siehe Pegida: "Sind wir noch deutsch in Deutschland?").

Der Undercover-Mann fasste seine Aufgabe anscheinend ähnlich auf, wie dies von FBI-Agenten im Umkreis von bestimmten Moschee-Gemeinden berichtet wird: Er gab Statements ab, die auf Sympathien bei radikaleren Anhängern stoßen sollten und ihnen Aussagen entlocken, die bestimmten Vorannahmen entsprechen. Im RTL-Statement heißt es:

Da Pegida-Anhänger bisher nicht oder kaum mit Journalisten reden, hat sich ein Reporter des Landesstudio Ost, welches für RTL aus der Region berichtet, verdeckt auf die Pegida-Demo am vergangenen Montag in Dresden begeben, um Stimmungen und Aussagen für eine spätere Berichterstattung aufzugreifen.

Warum sich der Reporter nicht als solcher ausgegeben hat, als ihn die Kollegen von Panorama ansprachen, darauf steht die Antwort noch aus. Der Journalist selbst wolle sich nicht zu Sache äußern, berichtet der Spiegel. Nach dessen Informationen sollte der Reporter, der mit versteckter Kamera unterwegs war, um offenbar möglichst scharfe O-Töne sammeln, diese später zur Weiterverarbeitung an einen Mitarbeiter des "Teams Wallraff" zu überspielen.

Das RTL gibt dazu folgendes Statement ab:

In dieser Situation hatte er drei Möglichkeiten: Nichts sagen, sich als Kollege outen - oder in der gespielten Rolle eines Pegida-Anhängers verbleiben. Er entschied sich für Möglichkeit drei - und traf damit die eindeutig falsche Entscheidung.

Auch Volker Steinhoff von Panorama äußerte sich zum Inkognito-Auftritt:

Was das sollte, wissen wir nicht. Aber eines ist für uns klar: Das geht gar nicht!

Der Mann habe dem Journalismus einen "Bärendienst" erwiesen. Man habe "gerade nicht gezielt nach 'Glatzen', NPD-Funktionären etc. gesucht, obwohl die auch da waren. Sondern die anderen interviewt, die in der Mehrheit waren". Das werde nun durch einen RTL-Reporter in Frage gestellt, auch wenn es nur um ein Statement von vielen gehe. "Wie dämlich."

Der Journalist soll zwischenzeitlich auch für ein NDR Regionalstudio gearbeitet haben.

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