"Pegida" protestiert erstmals direkt gegen Salafisten-Kundgebung

13.03.2015

Wuppertal droht am Wochenende "besondere Brisanz", aufmarschieren wollen auch "Hooligans gegen Salafisten" und rechtsextreme Gruppen

Erstmals wollen die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) direkt gegen eine Kundgebung von Salafisten demonstrieren. Am Samstag droht Wuppertal daher, sagt die Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher, eine "besondere Brisanz". Die beiden untereinander zerstrittenen "Gida"-Flügel in Nordrhein-Westfalen wittern derweil Aufwind – angekündigt wird als Redner der Kopf der fremdenfeindlichen Bewegung, Lutz Bachmann.

Aufruf von Pegida NRW

Laut Polizei werden am Samstag rund 400 Salafisten erwartet, die zusammen mit Sven Lau unter dem Motto "Solidarität mit muslimischen Gefangenen weltweit" aufmarschieren wollen. Salafisten hatten sich 2012 in Solingen und Bonn Straßenschlachten mit der Polizei geliefert.

Schon früh hat "Pegida NRW", der vom Dresdener Original lizensierte Flügel, zu Gegenprotesten zu dieser seit längerem geplanten Salafisten-Kundgebung an der Wupper aufgerufen. Laut Polizei werden bis zu 2.000 Teilnehmer erwartet. Die "Hooligans gegen Salafisten" (HoGeSa) wollen diesen Protest unterstützen und laut Ankündigung in einem Video zuvor noch einen unangemeldeten Aufmarsch abhalten. Die Polizei erwartet daher mehrere hundert Hooligans, überdies meldeten Nazigegner eine Demonstration sowohl gegen "Pegida" als auch gegen die Salafisten an.

Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher sagte dem WDR, dass "erstmals" in Deutschland "derart extreme Gruppen in einer Stadt" auf engstem Raum demonstrierten. Der Behörde sei die "besondere Brisanz" dieser Situation und "eine schwierige Gemengelage extremistischer Ansichten" bewusst, ergänzte Radermacher.

Während das Dresdener Original trotz erster Anzeichen für eine Schwächung zuletzt steigende Teilnehmerzahlen und wieder bis zu 6.500 Anhänger verzeichnen konnte, dümpelt die in NRW gespaltene "Gida"-Bewegung vor sich hin. In Duisburg erschienen zuletzt zirka 100 Teilnehmer, ein extrem rechter Ableger ließ regelmäßig in Düsseldorf zwischen 50 bis 100 Vertreter aufmarschieren.

Vollmundig hat "Pegida NRW" dennoch für Sonnabend zur bundesweiten "Generalmobilmachung" aufgerufen. Auch der offen extrem rechte "Dügida"-Flügel ruft trotz der Differenzen zur Unterstützung. Ebenso mobilisieren nahezu alle in NRW aktiven Parteien vom rechten Rand nach Wuppertal – von der dahinsiechenden "Die Freiheit" über die NPD bis hin zur offene neonazistischen Miniaturpartei "Die Rechte". Als Redner sind am Samstag Bachmann und der DF-Vorsitzende Michael Stürzenberger aus München angekündigt.

Die HoGeSa-Abspaltung "Gemeinsam Stark Deutschland" (GSD) hatte im Vorfeld einen für Sonntag geplanten Aufmarsch in Erfurt abgesagt, damit Hooligans einen Tag zuvor in NRW sowie am Sonntag in Hamburg gegen die Salafisten aufmarschieren können. Rheinland und Ruhrgebiet gelten als eine Mobilisierungshochburg für rechtslastige Hools.

In Köln waren im Oktober rund 4.500 Hooligans und Rechtsextremisten aufmarschiert, es kam zu Ausschreitungen und Fremdenhass (Ausschreitungen und Fremdenhass). Ein HoGeSa-Vorläufer hatte Anfang 2014 schon in Mönchengladbach eine Kundgebung von Salafisten anzugreifen versucht (Die bösen Guten?). Und während am Samstag in Wuppertal dann diese gesamtrechte Synthese unter dem "Pegida"-Label auf die Straße gehen will, turtelt ein CDU-Landtagsabgeordneter aus Sachsen offen mit dem Dresdener Original.

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