IS: Israel erwägt Mauerbau an der Grenze zu Jordanien

14.03.2015

Für eine halbe Milliarde Dollar soll das Gebiet um einen neuen Flughafen abgesichert werden. Als Gefahrenquellen werden IS-Dschihadisten genannt

Als der britisch-israelische Historiker Avi Shlaim Ende der 1990er Jahre an seinem Buch "The Iron Wall" (deutsch: "Hinter der eisernen Mauer") schrieb, stand "Mauer" metaphorisch für eine strategische Postion der militärischen Stärke, aus der heraus mit den arabischen Nachbarn verhandelt werden soll. Mittlerweile sichert das Land, das von arabischen Staaten umgeben ist, lange Abschnitte seiner Grenzen mit einer echten Mauer ab, den sogenannten Sperranlagen (vgl. Israel mauert sich ein).

Israel's "Security Fence", "West Bank Barrier"; Bild: Justin McIntosh/CC BY 2.0

Nur an der Grenze zu Jordanien sei noch keine Mauer gebaut, schreibt Ha'aretz und berichtet von Plänen, wonach im Verteidigungsministerium erwogen werde, für Kosten von knapp 500 Millionen Dollar eine etwa 30 Kilometer lange High-Tech-Mauer in der Timna-Region zu errichten. Dort, in unmittelbarer Nähe zu Jordanien, wird an einem neuen Flughafen gebaut, dem Ilan and Asaf Ramon Airport, konzipiert für internationale und nationale Flüge, der den Touristenverkehr nach Eilat fördern soll. 2017 ist als Inbetriebnahme anvisiert.

Geht es nach den Informationen von Ha'aretz, so hat der Chef des südlichen Kommandos der IDF, Sami Turgeman den Bau der neuen Sperranlagen in Timna bereits gut geheißen. Eine Regierungsentscheidung über das Projekt wird es erst nach den Parlamentswahlen, die am kommenden Dienstag stattfinden, geben.

Als Begründung für die Absicherung durch einen Mauerbau wird laut Ha'aretz auf die "mögliche Gefahr" durch IS-Dschihadisten, die von Syrien oder Irak nach Jordanien kommen, verwiesen. Die Zeitung Algemeiner, die sich ebenfalls mit dem Thema der Sicherheits in der Timna-Region beschäftigt, rückt die Bedrohung durch militante Gruppe Ansar Bayt al-Maqdis, die dem IS in einem aufsehenden Schritt Gefolgschaft erklärt hat (IS gewinnt wichtige Dschihadgruppe auf dem Sinai), in den Mittelpunkt.

Diese Gruppe agiert nicht von Jordanien aus, sondern auf der Sinai-Halbinsel, von dort ist Eilat allerdings nicht weit entfernt. Die Kalifatsanhänger brüsten sich in Videos mit Raketen, die sie auf Eilat abfeuern. Dagegen schützt keine Mauer, sondern der "Iron Dome". (Geht es nach dem "Iron Wall"-Autor Avi Shlaim, so ist, wie schon Ende der 90er Jahre, die Politik von Netanjahu ein Sicherheitsrisiko für Israel.)

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