Gefährden die Glocken schnell laufender Kampfkühe die Sicherheit der Schweiz?

16.03.2015

Möglicherweise benötigen die Alpen-Kühe künftig einen Transponder zur Freund-Feind-Kennung

Die Schweiz, die lange Zeit noch am Militärfahrrad zum umweltfreundlichen Truppentransport innerhalb der kleinen Alpenrepublik festgehalten hatte, muss jetzt ein weiteres Element ihres Verteidigungssystems auf den aktuellen Stand bringen. So hat man 2009 den Auftrag für ein neues Flughafenradarsystem (Airport Surveillance Radar) an die damals als EADS Defence and Security firmierende Rüstungstochter des europäischen Airbus-Konzerns (ex-EADS) vergeben.

Der heute unter dem Namen Airbus Defence and Space firmierende Bereich hatte zuvor schon ein ähnliches System an die deutsche Bundeswehr geliefert, die es auf ihren 23 Militärflughäfen einsetzt und offensichtlich auch Probleme mit dem System hat. Allerdings sind im Umfeld der Bundeswehr wohl keine Problem mit freilaufenden Kühen aufgetreten, was daran liegen mag, dass diese in Deutschland vielfach eingestallt sind.

Schweizerische Alpenkuh. Bild: Ikiwaner/CC-BY-SA-3.0

Nun ist in der Schweiz Vieles anders und so hat das an die Schweiz gelieferte System, das mit knapp 280 Millionen Euro zu Buche schlägt, offensichtlich einige Probleme mit der Erkennung der weltberühmten Produzenten der Schweizer Alpenmilch. Mangels realer feindlicher Bedrohungen in der derzeit von freundschaftlich verbundenen Nachbarn umgebenen Schweiz hat das Radarsystem offensichtlich in der schweizerischen Alpenkuh den für das Schweizer Militär bedrohlichsten Gegner ermittelt. Nun verblüfft es angesichts der alpenländischen Topografie und den manches Mal recht tief fliegenden Touristenschrecks der eidgenössischen Luftwaffe nicht wirklich, wenn sich diese in vergleichbaren Höhenlagen begegnen. Dabei sollten sich die Kühe hinsichtlich ihrer Laufgeschwindigkeiten auch dann doch ein wenig von den Maschinen der Luftwaffe absetzen können, auch wenn deren Pilot aus der Bundesstadt stammen sollte.

An einem Hang in großer Höhe umherlaufende Kühe stellen aufgrund der in der Schweiz vorhandenen plattentektonisch verursachten besonders starken Erhebungen eine Eigenheit der Eidgenossenschaft dar, welche wohl für Armasuisse, die sich als Kompetenzzentrum des Schweizer Bundes für die Beschaffung von technologisch komplexen Systemen und Materialien versteht, als räumliche Gegebenheit selbstverständlich war. Und dabei hat man möglicherweise bei der Erstellung des Pflichtenhefts eine Erwähnung von auch in größeren Höhen über dem Meeresspiegel schnell laufenden Kühen übersehen. Statt wie geplant schon 2016 in Betrieb zu gehen, wird der Anlauf des neuen Radarsystems sich wohl auf das Jahr 2020 verschieben. Entweder lernt das Radarsystem in diesem Zeitraum die Unterscheidung zwischen Glocken-behangenen Kühen und feindlichen Fliegern oder man muss allen Kühen einen fernauslesbaren Transponder in die Ohrmarke integrieren, welcher sie als freundliches Objekt ausweist.

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