Wer hat die MH17 abgeschossen?

11.04.2015

Noch ist alles offen, das Untersuchungsteam blockiert die Veröffentlichung von Dokumenten, was Misstrauen erregt

Der Abschuss der Passagiermaschine MH17 über der Ostukraine ist weiterhin ungeklärt. Klar ist, dass die Maschine abgeschossen wurde, wie das geschehen ist und vor allem von wem, ist umstritten. Die niederländische Behörde Dutch Safety Board hat zwar einen vorläufigen Bericht veröffentlicht, in dem sie von einem Abschuss ausgeht, aber sie hält sich seitdem zurück und erklärt, sie würde allen Hinweisen nachgehen.

Nach Medienberichten gebe es für die Gemeinsame Untersuchungsgruppe (JIT) aus Belgien, Australien, der Ukraine, Malaysia und der Niederlande, starke Vermutungen, dass die MH17 von einer BUK-Rakete abgeschossen wurde, die von den Separatisten gefeuert worden sein soll. Man geht Hinweisen und Fotos nach, nach denen ein BUK-System auf einem Lastwagen in die Nähe des Abschussorts gebracht und danach wieder Richtung Russland abtransportiert worden sei. Dazu gebe es vom ukrainischen Geheimdienst abgehörte Gespräche zwischen Separatisten, Emails, ein Skype-Gespräch und ein VK-Posting aus denen hervorgehe, dass die Separatisten vermutlich versehentlich die Passagiermaschine abgeschossen haben.

Die holländische Staatsanwaltschaft geht angeblich von der Authentizität der abgehörten Gespräche aus, aber es werden weiterhin Vorbehalte angeführt. Untersucht würde weiterhin das von russischer Seite aufgebrachte Szenario, dass die MH17 von einem (ukrainischen) Kampfflugzeug abgeschossen worden sein könnte. Aufgerufen werden die Menschen vor Ort, über Vorkommnisse zur Zeit des Absturzes, also über das BUK-System, dessen Transport und das Abfeuern der Rakete, zu berichten, auch anonym.

Offenbar aber wird nicht nur bei den westlichen Geheimdiensten, die mehr Informationen haben müssten, aber diese zurückhalten, Geheimhaltung geübt, sondern auch beim Internationalen Untersuchungsteam. So verfügte der niederländische Koordinator für Sicherheit und Anti-Terrorismus, Dick Schoof, dass 147 Dokumente wegen der darin enthaltenen persönlichen Daten und wegen anderer Gründen nicht veröffentlicht werden sollten. 569 Dokumente sind veröffentlicht worden, aber viele Passagen wurden geschwärzt. Das schafft Misstrauen, da vornehmlich Dokumente veröffentlicht wurden, die Richtung Separatisten weisen.

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