Social Media: Gefahren für den Arbeitsalltag

17.05.2015

"Es wäre naiv anzunehmen, sämtliche SNS-Freunde seien am eigenen Wohlergehen interessiert"

Social Media haben sich in den letzten Jahren rasant verbreitet. Insbesondere Social-Media-Plattformen wie Facebook, auf denen es Menschen in einfacher Weise möglich ist, sich selbst zu präsentieren und anderen zu offenbaren, werden immer beliebter. Jedoch scheint vielen Menschen nicht hinreichend bewusst, dass Aktivitäten auf solchen Plattformen viel über das psychische Befinden oder Denkhaltungen aussagen und von Rezipienten fehlinterpretiert werden können.

Damit sind Gefahren für den Arbeitsalltag verbunden, die in der Literatur bislang nur am Rande thematisiert werden. Ziel des Artikels ist es, zunächst die Verbreitung von Social Media aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven zu erklären und anschließend die mit dieser Verbreitung einhergehenden Gefahren für den Arbeitsalltag zu beleuchten.

Social-Media-Begriff

Social Media (Soziale Medien) können als internetbasierte Online-Plattformen/-Produkte (synonym) angesehen werden, die Nutzern/Anwendern (synonym) diverse Möglichkeiten zur Kommunikation, Interaktion und Veröffentlichung von Inhalten (Bilder, Videos, Kommentare, etc.) bieten.1 Sind diese Inhalte öffentlich (oder für ausgewählte Personen) einsehbar, außerhalb professioneller Routinen und Praktiken entstanden und geht es dabei im Kern um die soziale, kreative Interaktion, wird auch von User Generated Content (UGC) gesprochen.2

Social-Media-Zugang

Social Media sind allgegenwärtig, was u. a. in dem vereinfachten Zugang zur virtuellen Welt begründet liegt. Heute gibt es bei der Realisierung von Internetzugängen, auch mobiler Art (z. B. Smartphones), kaum noch Probleme und die damit verbundenen Kosten halten sich in Grenzen.3 Insbesondere für die jüngere Generation, die gerne auch als "Generation Y" oder "Digital Natives" bezeichnet wird4, ist der Umgang mit Social Media völlig normal.

Web 2.0

In Rekurs auf die verstärkte Internetnutzung wird häufig mit dem Begriff Web 2.0 gearbeitet und Social Media werden als eine Teilmenge des Web 2.0 angesehen. Der Begriff Web 2.0 ist jedoch nicht hinreichend klar definiert und missverständlich, da er suggeriert, dass es sich um ein technisch grundlegend neues Internet handelt, was allerdings nicht der Fall ist.

Zwar ist richtig, dass neue Techniken respektive Standards wie beispielsweise Adobe Flash, RSS (Really Simple Syndication) oder AJAX (Asynchronous Java Script and XML) eine derart intensive Internetnutzung überhaupt erst ermöglichen.5 Jedoch steht Web 2.0 eher symbolisch für die Veränderung des Internet-Anwenderverhaltens - vom passiven Konsumenten zum aktiven Produzenten (UGC), - und der damit einhergehenden Hoffnung, neue wirtschaftliche Potenziale erschließen zu können, insbesondere aufgrund eines rasant steigenden Vernetzungsgrads der Nutzer.6

Facebook, WhatsApp, YouTube

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Social-Media-Plattformen, die sich wiederum in bestimmte Bereiche (Video, Social Networks, etc.) unterteilen lassen. In jüngster Zeit stechen jedoch mit YouTube, WhatsApp und Facebook einige Social-Media-Plattformen besonders hervor. WhatsApp, ein im Jahr 2009 auf den Social-Media-Markt getretener und 2014 für knapp 22 Milliarden Dollar von Facebook übernommener Dienst für internetfähige Mobiltelefone, der es ermöglicht, Text- oder Bildnachrichten kostenfrei zu versenden, umfasst zurzeit weltweit über 700 Millionen Nutzer.

Auf dieser Plattform werden täglich ca. 30 Milliarden Nachrichten verschickt und ca. 703 Millionen Fotos hochgeladen. In Deutschland ist die App bei zwei Drittel aller Smartphone-Nutzer verbreitet.7 Bei Facebook handelt es sich um eine im Jahr 2004 gegründete Social Networking Site, auf der Nutzer kostenfrei ein eigenes Profil anlegen und Inhalte jedweder Art einstellen, "liken" oder mit anderen Nutzern "teilen" können.

Bereits im Jahr 2009, als Facebook weltweit 175 Millionen Nutzer verzeichnete,8 wurden täglich mehr als 1,5 Milliarden Inhalte ausgetauscht.9 Diese Zahlen werden heute um ein Vielfaches überschritten. Beispielsweise liegt die Anzahl der Facebook-Nutzer heute allein in Deutschland bei ca. 28 Millionen und weltweit bei ca. 1,393 Milliarden.10

Auch die 2005 gegründete und 2006 vom Suchmaschinen-Betreiber Google übernommene YouTube-Plattform, auf der Nutzer kostenlos Videos ansehen, bewerten und hochladen können, zählt mittlerweile weltweit mehr als eine Milliarde Nutzer; pro Minute werden hier ca. 300 Stunden Videomaterial hochgeladen.11 In Deutschland ist YouTube mit weitem Abstand die beliebteste Videoplattform.12

Welche tieferen Ursachen und Gründe stehen hinter dieser rasanten Verbreitung? Dieser Frage soll im Folgenden aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven nachgegangen werden.

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