NSA kann Gespräche transkribieren

06.05.2015

Von Snowden geleakte Dokumente weisen auf die Abhörmöglichkeiten hin, die sich nicht auf Metadaten beschränken

Überraschend ist es nicht, was Intercept aus Dokumenten recherchiert hat, die Snowden von der NSA mitgenommen und geleakt hat. Die NSA kann demnach schon seit mindestens 2006 90 Sprachen transkribieren, wenn Telefongespräche abgehört werden. Sie können gespeichert und durchsucht werden.

Die "Google for Voice" genannte Technik ist Teil des Programms "Media Mining". Noch sei zwar die genaue Transkription der gesprochenen Sprache der "Heilige Gral" der Geheimdienste, aber man hat offensichtliche entscheidende Fortschritte bei der automatischen Spracherkennung gemacht. Unklar ist freilich, wie intensiv die NSA die Transkriptionsmöglichkeiten nutzt.

Die automatische Spracherkennung erweitert die Abhörmöglichkeiten enorm, zumal wenn Telefongespräche bislang von einer Person abgehört werden müssen, so Intercept. Die Automatisierung der Spracherkennung, die eine Suche nach Worten ermöglicht (Voice Word-Search Capabilities) sei offensichtlich ohne parlamentarische Kontrolle eingeführt worden. In dem Reformgesetz für die Geheimdienste, dem USA Freedom Act, werde das Thema gar nicht angesprochen, hier geht es nur um die Sammlung und Speicherung der Metadaten, also wer wen von wo aus angerufen hat, aber nicht um den Inhalt.

Die NSA bedauerte allerdings, dass viele der Sprachen, die man gerne transkribieren möchte, nicht von kommerziellem Interesse seien. Die Gruppe "Human Language Technology" (HLT) n versuche aber, die Transkription gesprochener Kommunikation auf mehr Sprachen zu erweitern. Dazu werden auch Programme entwickelt, die wie bei Amazon für Analysten nach seinem bisherigen Verhalten zeigen, für welche Transkriptionen er sich interessieren sollte, genannt Intelligence Vaule Estimation (IVE). Allgemein wird allerdings prophezeit, man gehe einem "Goldenen Zeitalter für HLT" entgegen.

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