Nähern sich Russland und Saudi-Arabien an?

19.06.2015

Wirtschaftsforum St. Petersburg: Die Ostsee-Gas-Pipeline wird ausgebaut. Shell und Siemens unterzeichneten Verträge mit russischen Partnern.

Das alljährlich tagende Internationale Wirtschaftsforums in St. Petersburg hat trotz Sanktionen Erfolge vorzuweisen. Gleich am ersten Tag wurden mehrere wichtige Vertragsabschlüsse bekanntgegeben:

  • Gazprom baut für die Ostseepipeline zwei neue Stränge. An dem Projekt sind auch Eon aus Deutschland, OMV aus Österreich und der britisch-niederländische Shell-Konzern beteiligt.
  • Vertreter von Gazprom und Shell unterschrieben eine Vereinbarung über die Erweiterung des Flüssiggas-Projekts Sachalin 2 im russischen Fernen Osten.
  • China wird sich mit fünf Milliarden Euro am Bau einer 770 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsstrecke von Moskau Richtung Osten, nach Kasan und Jekaterinburg, beteiligen.
  • Die russische Eisenbahn RZD und Siemens unterzeichneten einen Vertrag über 1,7 Milliarden Euro über die technische Betreuung der für Russland gebauten Lastotschka-Fernzüge.

Trotz russischer Wirtschaftskrise, Kaltem Krieg und Sanktionen, der russische Markt bleibt für westliche Geschäftsleute interessant. 7.000 Gäste haben sich zum alljährlichen St. Petersburger Wirtschaftsforum angemeldet. 400 Vertreter ausländischer Firmen, darunter zwölf Vertreter von US-Unternehmen sind angereist.

Dieses Jahr habe die amerikanische Regierung keine Reisewarnung nach Russland ausgesprochen, meinte der Fernsehkanal Rossija 1 zu wissen. 70 Verträge über "mehrere Milliarden Dollar"-Geschäfte würden auf dem Petersburger Forum unterschrieben, meldete der Fernsehkanal.

Russisches Eigentum in Belgien beschlagnahmt

Die Diskussionsforen in St. Petersburg sind gut besucht. Die Stimmung ist nicht euphorisch, aber die Zuhörer lauschen den Debatten gespannt. Doch prompt zur Eröffnung der Konferenz wurde bekannt, dass in Belgien russisches Eigentum im Wert von 1,9 Milliarden Dollar beschlagnahmt wurde, zur Kompensation für vom russischen Staat enteignete Yukos-Anteile.

Dass die Beschlagnahmung ausgerechnet heute bekannt wurde, war wohl kein Zufall. Die belgischen Staatsanwälte wollten Russland vermutlich einen Denkzettel verpassen. Ein internationales Schiedsgericht hatte letztes Jahr entschieden, dass Russland 50 Milliarden Dollar für die widerrechtliche Enteignung von Yukos-Anteilen zahlen muss. Das Unternehmen wurde vom Multi-Milliardär Michail Chodorkowski geleitet.

Der russische Ärger über die Beschlagnahmung in Belgien wurde jedoch durch eine andere Meldung abgemildert. Heute wurde bekannt, dass Frankreich Russland, noch bevor der Verkauf von französischen Hubschrauberträgern des Typs Mistral unter die EU-Sanktionen fiel, Teile der technischen Dokumentation übergeben hat . Eine Petersburger Werft war damit beauftragt worden das Achterstück für einen der drei für Russland geplanten Mistral-Träger zu bauen.

Das russische Verteidigungsministerium kündigte an, dass man als Ersatz für die Mistral-Hubschrauberträger das eigene, kleinere Landungsschiff Priboj entwickelt habe, welches im nächsten Jahr in Bau gehen soll.

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