Blutiges Walmassaker

25.07.2015

Die Organisation Sea Shephered macht mit einem Video auf das rituelle Abschlachten auf den Faröer-Inseln aufmerksam, 7 Aktivisten wurden festgenommen

Bislang wusste man vor allem von Japan, dass dort nicht nur weiterhin Walfang betrieben wird, sondern dass es auch Schlachtfeste gibt, auf denen Delfine und kleinere Wale an die Küste getrieben werden, um dort in einem blutigen Spektakel massakriert zu werden ("Das ist ein Teil unserer Kultur"). Es sei ein alter Brauch, dies einmal jährlich zu machen und die Meeressäugetiere mit Messern abzuschlachten, wobei sich das Meer rot färbt.

Einen ähnlichen Brauch gibt es auch immer noch auf den Färöer-Inseln, wo jedes Jahr im Rahmen des Grindadráp Hunderte von Grindwalen mit kleinen Motorbooten in Buchten getrieben und dort getötet werden. Im Unterschied zu den Japanern gehen die Bewohner der zu Dänemark gehörenden Inseln "humaner" vor. Seit 30 Jahren werden keine Speere und Harpunen mehr eingesetzt. Die Tiere, die dem Strand nicht nah genug kommen, werden mit einem stumpfen Fanghaken, der in ihr Blasloch gesteckt wird, an Land gezogen. Dort werden die Wale getötet, indem ihnen das Rückenmark und die Halsschlagader durchtrennt werden. Das ist sicher dann ein schneller Tod, trotzdem bleibt es ein blutiges Schlachtfest, wie es allerdings alltäglich in den Schlachthöfen auch stattfindet.

Screenshot aus dem Video von Sea Shepherd

Die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd, die auch aggressiv vor allem gegen den Walfang kämpft (Walretter Paul Watson droht Auslieferung) und mit dem Slogan wirbt: "Wir stellen uns zwischen die Mörder und die Wale", berichtete gestern, dass auf den Faröer-Inseln an den Stränden Bøur und Tórshavn um die 200 Grindwale getötet worden seien. Mitglieder der Organisation, die im Rahmen der "Operation Sleppid Grindini" tätig sind, hatten die Treibjagd bei Bøur beobachtet: "Die wartenden Killergruppen haben die Wale gewaltsam auf den Killerstrand gezogen", heißt es drastisch und verurteilend. Hier seien es 150 Tiere gewesen.

Die dänische Marine sei unterstützend anwesend gewesen, sagt Sea Shepherd. Als zwei Aktivisten der Organisation gegen das Schlachten vorgehen wollten, wurden sie von der Polizei festgenommen. 5 Aktivisten wurden inhaftiert, darunter auch Sidney Marchand, der das Abschlachten gefilmt hatte. Die Polizei soll das Löschen des Films gefordert haben. Bereits am Montagmorgen waren zwei Aktivisten, Susan Larsen aus San Francisco und Tom Strerath aus Bremen, festgenommen worden, als sie mit dem Schlauchboot unterwegs waren, um eine Gruppe von Booten zu beobachten, von denen sie vermuteten, dass sie auf Grindadráp-Jagd sein könnten. Den beiden Aktivisten drohen wie den 5 anderen bis zu 2 Jahre Haft, wenn sie für schuldig befunden werden, das färöische Grindwalfanggesetz gebrochen zu haben. "Ich war bestürzt, dass unsere Verhaftung mit Hilfe der dänischen Marine erfolgte", sagte Larsen. "Das ist ein klares Zeichen dafür, dass Dänemark, eine Anti-Walfang-Nation, sich nicht nur beim Abschlachten von Walen mitschuldig macht, sondern auch noch sehr daran interessiert ist, dass die Grindadráps erfolgreich durchgeführt werden."

Screenshot aus dem Video von Sea Shepherd

Das Video wurde von der Organisation ins Netz gestellt, das Spektakel, das von den Menschen offenbar eifrig aus- und aufgeführt wird, ist in der Tat grausam. Auf Twitter wird zum Boykott Dänemarks unter dem Hashtag #BoycottDenmark aufgerufen.

Faröische Walfangbehörde rechtfertigend über die blutige Tradition, die kein Ritual und kein Fest sei, sondern angeblich auch jetzt noch der Nahrungsbeschaffung dient: "Whale drives are not an annual festival or ritual, as is often wrongly claimed. Whale drives in the Faroe Islands take place to provide food, and can happen at any time of the year. The driving, beaching, killing and distribution of pilot whales are fully regulated by law and regulations. Catches are shared among the participants and local community. " Dabei ist klar, dass das Fleisch der Wale hochbelastet ist, u.a. mit Quecksilber. Die faröische Gesundheitsbehörde warnt schon länger vor dem Verzehr.

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