Superhabitable Worlds: Die besten aller Welten

18.09.2015

Viele Planeten lebensfreundlicher als die Erde

Nach Ergebnissen kanadischer Astrobiologen bieten ferne Welten bessere Bedingungen für Entstehung und Entwicklung von Leben als die Erde. René Heller von der McMaster Universität im Ontario und John Armstrong an der staatlichen Weber Universität Odgen legen in einem Artikel, der in der Zeitschrift Astrobiology erschienen ist, nahe, dass etwas größere Himmelskörper als die Menschenwelt im Umkreis kleinerer Sterne als die Sonne deutlich fruchtbarer sein müssten.

Wie die Forscher erklären, besitzen größere Planeten mehr Oberfläche und eröffnen der belebten Natur damit mehr Raum, sich zu entfalten. Kleinere Sterne als die Sonne leuchten zudem gleichmäßiger und anhaltender. Die Astronomen bezeichnen sie als rote Zwerge.

Blick auf die Erde von der ISS. Bild: Nasa

Der Befund macht die Entstehung hoch entwickelter, außerirdischer Daseinsformen viel wahrscheinlicher, als man bisher angenommen hat. Schätzungsweise siebzig von hundert Sternen der Milchstraße sind solche roten Zwerge. Heller und Armstrong gehen von der doppelten Lebenserwartung der Sonne aus. Das wären rund zehn Milliarden Jahre.

Im Schein der Dauerbrenner könnten Lebewesen auf den Übererden nicht nur zahlreicher sein, sondern auch länger und weiter voran schreiten. Unter derart lange währendem, geradezu ewigem Rotlicht sind womöglich Lebewesen gediehen, die unseren Tellerrand übersteigen.

Nach dem gegenwärtigen Stand haben Astronomen fast zweitausend Exoplaneten dingfest gemacht. Das sind Wandelsterne nach Art von Jupiter, Mars oder Erde, die jedoch andere Sonnen umkreisen. Rund fünftausend weitere Entdeckungen warten darauf bestätigt zu werden. Etliche der fernen Welten bieten ähnliche Voraussetzungen für das Fortkommen von Pflanzen und Tieren, wie wir sie kennen. Allem Anschein gibt es vielerorts Land, Wasser und atembare Luft.

Die tieferen Ursachen für Gunst oder Ungunst des Schicksals der Planeten liegen im Werden und Vergehen der Sterne. Nach vorherrschender Anschauung der Astronomie sind die funkelnden Nachtlichter riesenhafte Kernmeiler. Sie verschmelzen Wasserstoff zu Helium und und das wiederum zu immer schwereren Elementen. Am Ende entstehen Metalle wie Eisen und Uran. Durch die Umwandlung bildet sich Wärme und Licht. Dabei plustern sich die Sterne mehr und mehr auf.

Leben in uns bekannter Gestalt kommt jedoch nur in einem beschränkten Ringbereich voran. Das heißt, fruchtbare Welten müssen nahe genug um ihre Sonne kreisen, wo Wasser nicht ständig gefriert. Aber sie sollten weit genug weg bleiben, damit nicht alle Flüssigkeit verdunstet und sich verflüchtigt.

Eines Tages, wenn auch die sonnigeren Zeiten des Mars vorbei sein werden, könnten sich die Monde des Jupiter, hier Europa, zu bewohnbaren Plätzen wandeln. Bild: Nasa

Die Erde hat die besten Jahre schon hinter sich

Die kanadischen Wissenschaftler haben jetzt das Augenmerk auf den wenig beachteten Umstand gelenkt, dass die bewohnbare Zone beim Aufblähen der Sterne nicht vergeht, sondern nur vom inneren Bereich des Planeten-Systems nach außen wandert. Die Erde, so schreiben sie, hat ihre besten Jahre schon hinter sich.

In früheren Zeitaltern, etwa im Devon, war es hier kühler und feuchter, die Luft enthielt mehr Sauerstoff. Damit bot der dritte Begleiter der Sonne ehedem bessere Bedingungen für eine reichhaltigere Natur. Das liegt inzwischen vierhundert Millionen Jahre zurück. Heute drehe sich der blaue Planet am inneren Rand des lebensfreundlichen Ringbereichs, wie Heller und Armstrong erläutern.

Im Verlauf weiterer hunderter Millionen Jahre werde sich unser Taggestirn weiter dehnen und den Abstand zur Erde noch mehr verringern. Der Boden wird irgendwann so heiß und trocken, dass alles Leben verdorrt.

Einen Vorgeschmack auf die kommenden Zeiten vermittelt der Blick auf die Nachbarplaneten. Die Venus ist der Sonne noch näher. Dort lastet eine Höllenhitze von mehr als vierhundert Grad Celsius über dem Grund. Auf den öden Ebenen des äußeren Begleiters Mars wiederum fröstelt es gegenwärtig noch sehr. Ihn erwartet womöglich eine bessere Zukunft.

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