Ausnahmezustand in Frankreich

14.11.2015

Nach einer Serie von Attentaten ruft Präsident Hollande den Notstand aus und lässt alle Grenzen schließen

In seiner Fernsehansprache gegen Mitternacht sprach der französische Staatspräsident von einer "traurigen Wirklichkeit der Bedrohung": "C’est une horreur". Die Attentate, die Frankreich im Augenblick erlebe, seien bisher noch nie dagewesen. Alle zur Verfügung stehenden Sicherheitskräfte seien mobilisiert. Allein in Paris sollen über 1.500 Soldaten eingesetzt werden. Für Samstagmorgen wurde der Verteidigungsrat einberufen.

Innenminister Cazeneuve zog gegen halb ein Uhr morgens eine vorläufige Bilanz von 45 Toten. Eine Stunde später, nach Beendigung einer Geiselnahme, meldeten Medien 118 Tote.

Bei der Beendigung der Geiselnahme im Konzertsaal Bataclan im Zentrum von Paris wurden mindestens zwei Terroristen getötet, wurde gegen ein Uhr morgens bekannt gegeben. Allerdings gibt es zu diesem Zeitpunkt weder über die Identität der Attentäter, noch über die genauen Abläufe in der Nacht präzise, verlässliche Angaben. So ist unklar, ob und wie die Männer auch an den anderen Anschlägen beteiligt waren.

Die Rede ist von Attentaten an sieben unterschiedlichen Orten (Paris: Explosionen, Tote, Geiselnahme [Update]). Angenommen wird, dass es sich um eine konzertierte Terror-Operation handelt, die gezielt an Orten ausgeübt wurde, die am Freitagabend im Zentrum der Metropole besonders frequentiert werden.

So gab es mindestens zwei Explosionen in der nahen Umgebung des Stade de France, wo gestern Abend vor vollbesetzten Rängen das Fußballspiel Frankreich-Deutschland stattfand. Nach bisherigen Informationen wurden sie von zwei Selbstmordattentätern ausgeübt, ein grausige Premiere in Frankreich.

Berichtet wird von mehreren Schießereien in verschiedenen Restaurant bzw. auf den Terrassen von Restaurants und die Geiselnahme im Bataclan. Dort fand ein ausverkauftes Konzert der Eagles of Death Metal und White Miles statt. Nach Aussagen völlig aufgelöster Zeugen, die fliehen konnten, sollen gegen 22 Uhr mehrere Männer die Bühne gestürmt, zunächst in die Luft geschossen und dann Salven in die Menge abgegeben haben.

Dabei haben sie nach Aussagen der Zeugen gerufen "Das ist für Syrien" und "Allahu Akbar". Der Konzertsaal befand sich bis nach Mitternacht in der Gewalt der Attentäter. Allein im Bataclan sollen 80 Menschen getötet worden sein. Hollande kündigte nach einem Besuch des Ortes einen "unerbittlichen Kampf" an.

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