Saudis bombardieren Krankenhaus und Marktplatz im Jemen

11.01.2016

Erneut wurde ein MSF-Krankenhaus in der Provinz Sa'ada angegriffen

Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition hat ein bevorzugtes Angriffsziel im völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Jemen: Krankenhäuser der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF). Gestern wurde zum wiederholten Male eine Einrichtung der französischen Organisation MSF im nördlichen Jemen bei Luftangriffen bombardiert, wie die Organisation berichtet.

Die unter Beschuss genommene Station von MSF liegt im District Razeh in der Provinz Sa'ada. MSF schreibt von mindestens vier Toten und zehn Verletzten. Es handelt sich um den dritten Angriff in den letzten drei Monaten.

Sa'ada ist bereits weitgehend zerstört. Bild: OCHA/Philippe Kropf

Bereits Anfang Dezember 2015 wurden mindestens drei Menschen bei einem Angriff der saudischen Luftwaffe auf ein MSF-Krankenhaus in der Provinz Ta'izz im Jemen getötet. Bei Luftschlägen im Oktober 2015, ebenfalls in der an Saudi-Arabien angrenzenden Provinz Sa'ada, wurden mehrere Menschen verletzt und die Einrichtung Hilfsorganisation zerstört. Dem saudischen Militär lagen die Koordinaten der MSF-Station damals vor.

Bei einem anderen Vorfall in Razeh bombardierten saudische Kampfjets gestern einen Marktplatz und töteten dabei mindestens acht Menschen, sieben Personen wurden verletzt. Dabei soll die saudische Luftwaffe wiederholt international geächtete Streubomben eingesetzt haben, wie die iranische Nachrichtenagentur berichtet. Die Menschenrechtsorganisation HRW hatte schon auf einen Einsatz am 6. Januar hingewiesen.

Saudi-Arabien führt seit März 2015 einen Krieg ohne UN-Mandat gegen den Jemen. Ziel Riads ist es, den ehemaligen Präsidenten Abd Rabbuh Mansur Hadi wieder an die Macht zu bomben. Hadi ist ein Verbündeter der sunnitisch-wahhabitischen Golfmonarchie. Mehr als 7.000 Menschen sollen seit März durch den Krieg im Jemen getötet und über 14.000 verletzt worden sein.

Saudi-Arabien blockiert Hilfslieferungen in den Jemen und ist für die humanitäre Krise im Land verantwortlich. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon zeigte sich vor wenigen Tagen besorgt über die Zunahme der saudischen Luftschläge gegen Zivilisten im Jemen und warnte Riad vor dem Einsatz von Streubomben. Die absolute Monarchie ist ein enger Verbündeter des Westens und treuer Kunde westlicher Waffenkonzerne. In Saudi–Arabien gilt das Gesetz der Scharia.

x
Fehler melden
Telepolis zitieren
Vielen Dank!
Anzeige
Anzeige
Hellwach mit Telepolis
Anzeige
Cafe
Telepolis-Cafe

Angebot des Monats:
Kaffee und Espresso aus Nicaragua in der Telepolis-Edition für unsere Leser

Cover

Aufbruch ins Ungewisse

Auf der Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise

Anzeige
Cover

Die Form des Virtuellen

Vom Leben zwischen den Welten

bilder

seen.by

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

Tastenkürzel:

ctrl-Taste:
Zum Wechseln zwischen Heise- und Google-Suche

esc-Taste:
Verlassen und Zurücksetzen des Eingabe-Felds

Buchstaben-Taste F
Direkt zur Suche springen

SUCHEN

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

SUCHEN

.
.