Über 23.000 US-Bomben in 6 muslimischen Ländern in 2015

18.01.2016

Der IS soll trotz angeblich 25.000 getöterer Kämpfer eine Stärke von 30.000 haben

Grundsätzlich steht die private US-Denkfabrik "Council on Foreign Relations" (CFR) der US-Außenpolitik nahe. Umso bemerkenswerter sind die vom CFR vorgelegten Zahlen über die Luftschläge der USA im Kampf gegen den Terror.

Unter dem Titel "How many Bombs did the United States Droping 2015" veröffentlicht Micah Zenko vom CFR Zahlen, nach denen die USA unter Friedensnobelpreisträger und US-Präsident Barack Obama letztes Jahr 23.144 Bomben in sechs muslimischen Ländern zur Bekämpfung von Terroristen und gegen Terrorverdächtige abgeworfen haben. Auf den Irak und Syrien wurden demnach 22.110 Bomben - was 77 Prozent der insgesamt 28.714 von der US-Koalition geführten Bombenabwürfe entspricht -, abgeschossen. In Afghanistan waren es 947, im Jemen 58, in Somalia 18 und in Pakistan elf.

F-18E Super Hornet nach Einsatz in Syrien am 23. September 2014. Bild: DoD

Das Pentagon behauptet, dass rund 25.000 IS-Kämpfer dadurch getötet wurden, wobei "wahrscheinlich" sechs Zivilisten umgekommen sind. Erstaunlich ist, dass die US-Regierung die Anzahl der IS-Kämpfer aktuell unverändert hoch angibt. Die CIA schätzte die Zahl der IS-Kämpfer im Jahr 2014 auf zwischen 20.000 und über 30.000 Mann. Trotzdem gab Steve Warren von der US-Armee am 6. Januar 2015 in einer Presserklärung an, dass man nach wie vor von rund 30.000 IS-Kämpfern ausgeht.

Der CFR rechnet den Erfolg der US-Luftschläge gegen den IS auf: 30.000 IS-Kämpfer abzüglich 25.000 toter IS-Kämpfer ergibt 30.000 IS-Kämpfer. Zenko hält fest, dass die US-Strategie der "kill-em'-all with airstrikes" nicht funktioniert.

Die angegebene Zahl von sechs getöteten Zivilisten steht in Widerspruch zu Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF). Ende Oktober 2015 bombardierte die US-Armee, zusammen mit der afghanischen Armee, ein MSF-Krankenhaus in Kundus und tötete alleine dort 42 Zivilisten.

Trotz der 947 US-Bomben in 2015 auf Ziele in Afghanistan sind die Taliban, ehemaliger Verbündeter der US-Armee gegen die Sowjetunion, stärker geworden. Das "Foreign Policy Magazine" (MP) analysiert, dass die Taliban so viele Gebiete kontrollieren wie zuletzt im Jahr 2001, dem Beginn des Einsatzes. Obwohl Obama mehrmals versprach, sich aus Afghanistan zurückzuziehen, machte der US-Präsident im Oktober 2015 eine Kehrtwende und beschloss, dass die US-Truppen bis Ende 2017 in Afghanistan bleiben.

Die US-Angriffe haben bisher zu keiner nennenswerten Schwächung des IS geführt. Washington geht von einem langfristigen Kampf gegen den IS aus, der hauptsächlich mit Maschinengewehren, Pick-Up-Trucks und Raketen ausgestattet ist, aber auch über einige erbeutete schwere Waffen verfügt. Der Irak wurde von den letzten vier US-Regierungen, inklusive der aktuellen, bombardiert.

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