Gravitationswellen? Na logisch

11.02.2016

Es musste ja so kommen: Das Ligo-Team hat heute die Entdeckung von Gravitationswellen bestätigt - und damit Einsteins Thesen

Das war knapp. Kurz vor dem 100. Geburtstag von Einsteins 1918 getroffener Vorhersage der Existenz von Wellen in der Raumzeit haben heute Forscher des aLigo-Teams (Advanced Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory) bestätigt, in ihren Messdaten signifikante Hinweise gefunden zu haben, die dieses Phänomen bestätigen.

Über 80.000 Menschen aus aller Welt sahen live allein auf YouTube zu, wie Ligo-Direktor David Reitze stolz erklärte "We have detected gravitational waves". Als Quelle sehen die Forscher zwei kollidierende Schwarze Löcher, etwa 150 Kilometer groß, mit jeweils etwa 30 Sonnenmassen in 1,3 Milliarden Lichtjahren Entfernung, die dabei zu einem neuen Schwarzen Loch verschmolzen.

Visualisierung der Einsteinschen Annahme durch das NASA Ames Research Center. Bild: Nasa/gemeinfrei

Die eigentliche Entdeckung erfolgte demnach schon am 14. September vergangenen Jahres. Bis heute haben die Forscher gebraucht, um die Ergebnisse zu bestätigen. Die Herausforderung ist enorm: Die gemessene Längenänderung entspricht etwa einem Tausendstel der Größe eines Protons. Auf die Entfernung zwischen der Sonne und dem nächsten Fixstern (3,25 Lichtjahre) umgerechnet, entspricht dies der Dicke eines menschlichen Haares.

Das Ligo-Instrument (in dieser Form an zwei Orten aufgebaut) funktioniert nach einem simplen Prinzip: Es besitzt zwei jeweils etwa vier Kilometer lange Arme in L-Form, deren Entfernung voneinander mit Laser-Interferometrie gemessen wird. Trifft nun eine Welle der Raumzeit ein, verändert sich der Abstand, weil der Raum kurz schrumpft und sich wieder ausdehnt.

Kann man alle anderen Einflüsse ausschließen, hat Ligo damit den Beweis für eine Gravitationswelle geliefert. Beide Detektoren zeichneten das ominöse Signal demnach fast gleichzeitig auf (Gravitationswellen bewegen sich "nur" mit Lichtgeschwindigkeit, ein gewisser zeitlicher Abstand ist also nötig).

Beeindruckend ist dabei, dass die Forscher aus der simplen Messung nicht nur die Masse der beiden Schwarzen Löcher berechnen konnten, sondern auch die Masse des neuen gebildeten Objekts (62 Sonnenmassen) und damit die Energie der Gravitationswellen (Massen-Äquivalent von drei Sonnenmassen) sowie Quelle (etwa in Richtung der Magellanschen Wolken) und Entfernung (über 1 Milliarde Lichtjahre).

Die kompletten Ergebnisse erscheinen im Fachmagazin Physical Review Letters. Später hoffen die Forscher, mit weiteren Detektoren weltweit auch genauere Koordinaten zu erhalten.

x
Fehler melden
Telepolis zitieren
Vielen Dank!
Kommentare lesen (260 Beiträge) mehr...
Anzeige
Hellwach mit Telepolis
Anzeige
Cafe
Telepolis-Cafe

Angebot des Monats:
Kaffee und Espresso aus Guatemala in der Telepolis-Edition für unsere Leser

Cover

Aufbruch ins Ungewisse

Auf der Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise

Anzeige
Cover

Die Form des Virtuellen

Vom Leben zwischen den Welten

Anzeige
Weit weg mit Telepolis
Anzeige
Auf nach Brasilien
Leben im Regenwald, Nationalpark Iguacu, Rio de Janeiro
Cover

Leben im Gehäuse

Wohnen als Prozess der Zivilisation

bilder

seen.by

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

Tastenkürzel:

ctrl-Taste:
Zum Wechseln zwischen Heise- und Google-Suche

esc-Taste:
Verlassen und Zurücksetzen des Eingabe-Felds

Buchstaben-Taste F
Direkt zur Suche springen

SUCHEN

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

SUCHEN

.
.