Kommunalwahl Hessen: Grüne stürzen ab

07.03.2016

Deutliche Verluste für CDU und SPD - AfD in Kreisen und kreisfreien Städten drittstärkste Partei

Bei den gestrigen Kommunalwahlen in Hessen konnten die Wähler Kandidaten streichen und ihnen mehrere Stimmen geben, wobei sie sich nicht auf eine einzige Parteiliste beschränken mussten. Das Endergebnis der Wahlen wird deshalb frühestens am Donnerstag erwartet. Die Behörden haben aber schon heute Trendergebnisse veröffentlicht, bei denen nur die Wähler gezählt wurden, die eine komplette Liste angehakt hatten.

Dem Landestrendergebnis zufolge liegen CDU und SPD mit 28,2 und 28,0 Prozent praktisch gleichauf. Bestätigt sich das, dann hätten die Christdemokraten gegenüber den hessischen Kommunalwahlen 2011 fünfeinhalb und die Sozialdemokraten dreieinhalb Punkte verloren. Noch deutlich stärker fällt der Verlust für die damals mit Fukushima-Rückenwind angetretenen Grünen aus: Sie verlieren 6,7 Punkte auf nun nur mehr 11,6 Prozent und rutschen landesweit auf den vierten Platz ab.

Drittstärkste Partei wird dem Trendergebnis zufolge mit 13,2 Prozent Stimmenanteil die AfD, die lediglich in 18 von 426 Kommunen antrat. Dass der Wert im Trendergebnis trotzdem so hoch ist, ergibt sich daraus, dass das Landestrendergebnis nur aus den Ergebnissen der Landkreise und der kreisfreien Städte errechnet wurde, wo die AfD einer Auskunft des Statistischen Landesamtes nach "praktisch flächendeckend" vertreten war.

NPD in Erstaufnahmeeinrichtungs-Kleinstadt bei über 14 Prozent

Die Liberalen, die 2011 mit Personalproblemen zu kämpfen hatten, legen im Landestrend um knapp zweieinhalb Punkte auf 6,3 Prozent zu, die Linkspartei gewinnt um einen Punkt auf 3,7 Prozent. Im gleichen Maße verlieren die Freien Wähler, die von 5,7 auf 4,7 Prozent abnehmen. Der Stimmenanteil der NPD sinkt von 0,4 auf 0,3 Prozent. In der 21.000-Einwohner-Kleinstadt Büdingen, wo eine der größten Asylbewerber-Erstaufnahmeeinrichtungen des Bundeslandes untergebracht wurde, steigert sich die Partei jedoch gegen den Landestrend von zwei auf über 14 Prozent. Stärkste Gruppierung werden in dieser Ortschaft im Wetteraukreis nach massiven Verlusten von CDU (21,8 Prozent) und SPD (18,3 Prozent) die Freien Wähler, die hier auf 27,2 Prozent kommen.

Auch in der 3.800-Einwohner-Ortschaft Karlshafen holen die Freien Wähler die meisten Stimmen. Hier kann die AfD mit 22,3 SPD und CDU überholen. Zweitstärkste Kraft wird die Partei auch in Dietzenbach, wo sie mit mit 19,6 Prozent die SPD hinter sich lässt, die dort nur auf 18,6 Prozent kommt. In der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden wird sie mit 16,2 Prozent drittstärkste Kraft hinter der CDU mit 23,2 und der SPD mit 24,3 Prozent. Auch in der Universitätsstadt Gießen landet sie mit 15,5 Prozent im Trendergebnis auf den dritten Platz und holt in einigen Stimmbezirken mit mehr als 40 Prozent ein doppelt so hohes Ergebnis wie die CDU, die stadtweit mit 20,5 Prozent hinter der 27,8 Prozent starken SPD liegt, deren rot-grüne Mehrheit mit den bei nur 15 Prozent gemessenen Grünen wahrscheinlich nicht mehr zustande kommt.

In Kassel, wo die Sozialdemokraten im Trendergebnis auf 30,3 Prozent und die Christdemokraten auf 20,6 Prozent kommen, liegen dagegen weiterhin die hier 17 Prozent starken Grünen vor der 12,2 Prozent starken AfD. In Darmstadt werden die Grünen mit 31,6 Prozent die stärkste Partei vor der CDU mit 18 und der SPD mit 14,8 Prozent. Die beiden ehemaligen Volksparteien verzeichnen hier Verluste von jeweils mehr als sechs Prozent.

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