Quereinsteiger bei der Polizei

08.03.2016

Auch Juristen, IT-Fachkräfte und Wirtschaftsexperten müssen eine Zusatzausbildung durchlaufen

Der Ruf nach mehr Polizei scheint sich gerade in Wahlkampfzeiten als Argument für mehr Sicherheit anzubieten. Da die Polizei in Bund und Ländern ihren Nachwuchs in der Regel selbst ausbildet und die bestehenden Ausbildungskapazitäten mit dem Ausgleich der Altersfluktuation gut ausgelastet sind, wird immer wieder die Idee des Quereinstiegs bei der Polizei in die Diskussion gebracht.

Wer jetzt vermutet, dass man über Quereinsteiger ein Aufstocken der Zahl der verfügbaren Polizeikräfte beschleunigen könnte, unterliegt der irrigen Annahme, dass die Ausbildung zum Polizisten, die in der Regel in einer Polizeischule oder bei einem Polizeiverband stattfindet, teilweise oder vollständig durch eine andere Ausbildung ersetzt werden könnte.

Der Weg zum Polizisten führt in der Regel über die Berufsausbildung von Polizeivollzugsbeamten. Wer jedoch durch eine andere Ausbildung Qualifikationen und Fähigkeiten erlangt hat, für die es im Rahmen der Polizei eine besondere Nachfrage gibt, kann sich für den Polizeidienst bewerben und dann die spezifische polizeiliche Ausbildung absolvieren.

Da sich, nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Digitalisierung des täglichen Lebens, auch die von der Polizei verfolgten Delikte immer mehr in Bereichen abspielen, die zum Zeitpunkt der Ausbildung der Mehrzahl der heute tätigen Polizisten noch unbekannt waren, besteht ein besonderer Bedarf nach Nachwuchskräften, die für diese Bereiche qualifiziert sind.

Ermittlungspannen

Dass es bei den Zusatzqualifikationen nicht nur um Kenntnisse der Digitaltechnik und der digitalen Kommunikation wie im Falle von IP-Spoofing geht, sondern auch um Kenntnisse im Bereich der interkulturellen Kommunikation, hat sich schon vor Jahren bei einem Fall gezeigt, als Konten deutscher Unternehmen von Tätern aus Südostasien um Millionenbeträge erleichtert wurden.

Während die Täter mit dem Ablauf von Überweisungsvorgängen ins Ausland im Detail vertraut waren und so über einen entscheidenden Zeitvorteil verfügten, waren die in Fernost bei Ermittlungen zu Delikten in Millionenhöhe üblichen Abläufe bei der deutschen Polizei offensichtlich nicht bekannt. Die Konten, auf welche die Gelder transferiert worden waren, waren schon längst geleert und aufgelöst, ohne Spuren zu hinterlassen, als die deutschen Dienststellen auf dem einzig zielführenden Kommunikationsweg über die Justizminister bei der asiatischen Bank vorstellig wurden.

Auch im Falle eines Berliner Fotohändlers, dessen Bestand an hochwertigen Kameras nach einem Einbruch ziemlich zügig im Online-Angebot eines chinesischen Händlers auftauchte (der sich nicht einmal die Mühe machte, die Seriennummern der Kameras und Objektive abzudecken), konnte die zuständige Polizeidienststelle nicht ausreichend schnell und erfolgreich ermittelnd tätig werden.

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