Vorwahlkampf bleibt Viererrennen [Update]

09.03.2016

Trump und Sanders siegen in Michigan, Trump und Clinton in Mississippi - und Cruz gewinnt in Idaho

Bei den Vorwahlen im einwohnerreichen Bundesstaat Michigan liegt bei den Republikanern Donald Trump mit 37 Prozent und bei den Demokraten Bernie Sanders mit 50 Prozent vorne. Am Sonntag hatte Sanders die Caucuses im neuenglischen Maine mit 64,3 zu 35,5 Prozent gewonnen. Sein Sieg in Michigan fiel wahrscheinlich auch deshalb knapper aus, weil Hillary Clinton ihm in der Fernsehdebatte am Sonntagabend vorgeworfen hatte, dass er im Kongress gegen ein "Rettungspaket" für die Automobilindustrie stimmte. Hinzu kommt, dass in Städten wie Detroit viele Schwarze leben, um die Clinton mit identitätspolitischen Appellen wirbt.

Sanders versuchte Clintons Angriffe damit zu kontern, dass er auf die Mitwirkung der Ex-Außenministerin und Ex-Präsidentengattin bei Freihandelsabkommen verwies, die maßgeblich dazu beitrugen, dass Arbeitsplätze in der Produktion ins Ausland verlagert wurden und dass aus dem amerikanischen "Stahlgürtel" von Pennsylvania bis Illinois der "Rostgürtel" wurde.

Allerdings gibt es bei den Republikanern mit Donald Trump einen Kandidaten, der ein noch deutlich schärferes Vorgehen gegen solche Freihandelsabkommen verspricht als Sanders und nicht nur neue verhindern, sondern auch alte kündigen möchte. Mit solchen Äußerungen hat Trump bei den Republikanern offenbar mehr Freiheiten als Sanders bei den Demokraten, wo ihm SJW-Aktivisten sogar den Witz, die Debatten der Republikaner bewiesen, dass man mehr Geld in die Versorgung psychisch Kranker stecken müsse, als "Mikroagression" ankreideten.

Flint. Foto: Connor Coyne. Lizenz: Public Domain

Punkten konnte Sanders in der Fernsehdebatte (die in der durch Michael-Moore-Filme bekannten ehemaligen Autostadt Flint stattfand) mit der Forderung, dass die dortigen Wasserwerke den Einwohnern (denen sie jahrelang ein extrem bleihaltiges Produkt lieferten, das viele Konsumenten krank machte) rückwirkend sofort die Gebühren dafür erstatten müssten - unabhängig von späteren Prozessen und Schadensersatzforderungen. Der hohe Bleigehalt entstand nicht nur durch alte Rohre, wie sie teilweise auch noch in Norddeutschland liegen, sondern auch dadurch, dass man das Trinkwasser aus Kostengründen nicht mehr aus dem verhältnismäßig sauberen Huronsee, sondern aus dem sehr stark verschmutzten Flint River entnahm.

Dass Clinton Mississippi gewinnt, war nach ihren klaren Siegen in anderen Südstaaten erwartet worden. Ihr Sieg dort fällt mit 83 Prozent sehr deutlich aus. Auch Florida, North Carolina und Missouri, wo nächste Woche gewählt wird, gelten als sichere Banken für sie. Spannender wird es in den Rust-Belt-Bundesstaaten Ohio und Illinois - dort entscheidet sich womöglich, ob Sanders durchhält oder ob der Kandidat, der nur Kleinspenden von Privatleuten annimmt, vorzeitig aufgibt.

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