US-Vorwahlen: Sanders und Cruz geben nicht auf

23.03.2016

Der unabhängige Senator siegt in Utah und Idaho, der Tea-Party-Texaner im Mormonenstaat - Trump und Clinton gewinnen im delegiertenreichen Arizona

Bei den gestrigen Vorwahlen in mehreren US-Bundesstaaten siegte Hillary Clinton bei den Demokraten in Arizona mit knapp 60 Prozent, verlor aber in Utah und Idaho, wo die Wähler Bernie Sanders mit gut 74 und 78 Prozent Stimmenanteil bevorzugten. Da im bevölkerungsreicheren Arizona mehr Delegierte vergeben wurden als in den beiden anderen Bundesstaaten zusammen, schrumpft ihr Vorsprung trotzdem nur leicht: In Arizona bekam sie 40 von 56, in Utah fünf von 23 und in Idaho fünf von 22 Wahlmännern. Sanders sammelte in Idaho 17, in Utah 18 und in Arizona 20.

Bei den Republikanern gewann Donald Trump den "Grand Canyon State" zwischen Kalifornien und New Mexico mit 47 Prozent Stimmenanteil vor Ted Cruz mit 23,5 Prozent. John Kasich, nach dem Austieg Marco Rubios der letzte verbliebene Bewerber aus dem republikanischen Establishment, kam nur auf zehn Prozent. Da die Delegierten bei den Republikanern in Arizona nach dem Winner-Takes-All-Prinzip vergeben wurden erhält Trump alle 58.

Der Grand Canyon in Arizona. Foto: Daniel Mayer aus der englischsprachigen Wikipedia. Lizenz: CC BY-SA 3.0

In Utah, dem Mormonenstaat, siegte Cruz mit knapp 67 Prozent vor Kasich mit gut 18 und Donald Trump mit 15 Prozent. In diesem Bundesstaat, der seine Delegierten nach dem Winner-Take-Most-Prinzip vergibt, erhält der Sieger alle 40 Delegierten, wenn er über 50 Prozent Stimmenanteil erreicht. Nach Cruz' Siegen in anderen "Cowboy-Bundesstaaten" wie Texas, Wyoming und Idaho (wo die Republikaner vor den Demokraten gewählt haben) kam der Sieg in Utah nicht überraschend - auch die letzten Umfragen hatten klar darauf hingedeutet. Aus Amerikanisch-Samoa, wo nur die Republikaner wählten, liegen noch keine Ergebnisse vor.

Clinton und Trump führen in Umfragen für New York

Die nächsten Vorwahlen finden am 26. März in Alaska, Hawaii und Washington statt - in diesen drei Bundesstaaten wählen an diesem Ostersamstag nur die Demokraten. Am 5. April folgt Wisconsin (wo wieder beide Parteien wählen), am 9. April Wyoming (nur Demokraten) und am 19. April New York (beide Parteien). In Alaska führte in der letzten Umfrage von Januar bei den Demokraten Bernie Sanders. Aus Hawaii und Wyoming gibt es keine Umfragen, aus Washington nur sehr alte mit einer ganz anderen Bewerberauswahl.

In Wisconsin lagen beide demokratischen Kandidaten in den letzten Umfragen praktisch gleichauf. Bei den Republikanern führte Trump mit 30 Prozent vor dem inzwischen ausgestiegenen Marco Rubio mit 20. Stimmen seine Fans und die von Jeb Bush (drei Prozent) geschlossen für Kasich (acht Prozent), dann hätte der eine Chance, Trump zu überholen. Auch Cruz ist hier mit 19 Prozent noch im Rennen. In New York führte Clinton bei den Demokraten mit 71 Prozent zuletzt deutlich vor Sanders, bei den Republikanern lag Trump in seinem Heimatstaat fast ebenso klar vorne.

"Open Convention" statt "Brokered Convention"

Um eine absolute Mehrheit an Delegierten zu gewinnen, müsste Cruz praktisch in allen folgenden Vorwahlen siegen, um seinen Rückstand gegenüber Trump aufzuholen. Da dies in Bundesstaaten wie New York und Kalifornien eher unwahrscheinlich ist, könnte aus dem Nominierungsparteitag im Juli eine "Brokered Convention" werden, bei der die Delegierten in mehreren Wahlgängen immer mehr von ihrer Verpflichtung auf einen Kandidaten befreit werden.

Dabei könnte auch John Kasich zum Kandidaten gekürt werden - oder ein Mann wie Michael Bloomberg, der an den Vorwahlen gar nicht teilnahm. Darauf, dass manche Republikaner auf solch ein Szenario hoffen, deutet hin, dass sie den negativ konnotierten Begriff durch "Open Convention", "Free Convention" oder "Contested Convention" ersetzen.

Trump warnt dagegen immer wieder vor solch einer Situation. Inzwischen spricht er aber nicht mehr von Unruhen, die dann ausbrechen könnten, sondern von einer schlimmen Niederlage, die den Republikanern in so einem Fall gegen die Demokraten drohe - nicht nur bei der Wahl des Präsidenten, sondern auch bei den Kongress- und anderen Wahlen. Werde er dagegen Kandidat, dann werde er auch Präsident und könne konservative Richter für den Supreme Court ernennen. Eine Liste mit sieben bis zehn Namen dafür will er demnächst veröffentlichen.

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