Bundespolizei: Weniger Flüchtlinge an deutschen Grenzübergängen

26.03.2016

Aus Griechenland werden weniger Geflüchtete aus der Türkei berichtet

Die Situation an den deutschen Grenzübergängen hat sich nach Informationen der deutschen Bundespolizei entspannt. Dagegen wird es kritisch in den Zeltunterkünften, der monatelange Aufenthalt unter schwierigen Bedingungen und sehr engen Verhältnissen zehrt an den Nerven, wie aus einem wahrscheinlich nicht untypischen Fallbeispiel hervorgeht, den die SZ aus einer Traglufthalle außerhalb Münchens berichtet.

Einer Meldung der Bild-Zeitung zufolge hat die Bundespolizei vom 18. bis 23.März insgesamt 808 Flüchtlinge und somit pro Tag durchschnittlich 135 Menschen erfasst. Die Zahlen verbreiteten sich schnell auch in anderen Medien. Laut der Süddeutschen Zeitung ist jedoch die genaue Quelle unklar.

Offizielle Stellungnahmen der Bundespolizei oder anderer öffentlicher Behörden gibt es dazu noch nicht. Doch sei von Helfern etwa in Passau bestätigt worden, "dass die Zahl der ankommenden Flüchtlinge spürbar gesunken sei".

Wesentlicher Grund dafür dürfte die Schließung der bisherigen Hauptroute über die Balkanstaaten sein. Ob das Frühjahr mit besseren Wetterbedingungen Flüchtlinge dazu veranlassen wird, trotz des EU-Abkommens mit der Türkei und trotz der verstärkt gesicherten Grenzen - zuletzt hieß es, dass Bulgarien einen Zaun an der Grenze zur Türkei errichten will -, ist noch offen.

Wie österreichische Medien berichten kommen derzeit weniger Flüchtlinge aus der Türkei auf den griechischen Ägais-Inseln an

Binnen 24 Stunden hätten nur 78 Menschen von der türkischen Küste aus zu den griechischen Ostägäis-Inseln übergesetzt, teilte der griechische Flüchtlingskrisenstab am Samstag mit. In den 24 Stunden davor seien 161 Menschen angekommen.

So sieht es zwischenzeitlich danach aus, als ob das Abkommen mit der Türkei eine Wirkung hat. Es heißt, dass die Türkei erneut eine größere Zahl von Migranten aus Griechenland zurückgenommen habe. Berichtet wird von 71 Abschiebungen, 69 aus Pakistan und zwei aus Bangladesch.

Die Zahlen werden allerdings von größeren Zahlen kontrastiert, die die großen Schwierigkeiten in Griechenland andeuten. So sollen sich dort mittlerweile über 50.000 Flüchtlinge aufhalten. Aus Idomeni, wo sich über 12.000 Menschen in miserablen Umständen aufhalten, konnten griechische Vertreter nur wenige Hunderte davon überzeugen, das Lager zu verlassen und sich in bessere Unterkünfte im Landesinneren bringen zu lassen.

Die Lage in Piräus, wo sich rund 4.000 Flüchtlinge aufhalten, sei ebenfalls schwer erträglich, berichten Ärzte. Die Regierung in Athen hofft, in den nächsten drei Wochen 30.000 neue Plätze für Migranten in Aufnahmelagern bereitstellen zu können.

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