Castor-Ärger
Verfassungsschutz unterstellt Internet-Kampagne die Verbreitung von Gewaltaufrufen.
Der baden-württembergische Verfassungsschutz beklagt in seinem Bericht für das Jahr 1998, dass im "Internet von bislang unbekannter Seite präzise Bauanleitungen zur Herstellung von so genannten Wurfankern verbreitet" werden, die "zur Zerstörung von Oberleitungen an Strecken der Deutschen Bahn AG dienen sollen". Der Bericht illustriert dies nicht nur mit einem Widerstandstext unbekannter Herkunft, sondern auch mit dem Screenshot einer Site der CASTOR-NIX-DA-Kampagne.Bei den Betreibern der Internetkampagne löste diese Unterstellung Empörung aus. Die Redaktion habe, so das Redaktionsmitglied Albert Doninger, peinlich darauf geachtet, daß Aufrufe zur Gewalt weder auf den von ihr betreuten Seiten, noch im Gästebuch veröffentlicht werden. Doninger:
"Wir nehmen an, dass die Zitate aus Widerstandsbroschüren oder Flugblättern stammen. Das ist auch der Grund, weshalb wir im Augenblick rechtliche Schritte in Erwägung ziehen."
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Trotz des Transportsverbot für die undichten Castor-Behälter ist es nicht völlig ruhig geworden. Erst am Mittwochabend zwangen Atomkraftgegner in Saarbrücken nach eigenen Angaben einen Zug über zwanzig Minuten zum Stillstand. Er sollte einen leeren Transportbehälter des Typs "Excellox 6" aus England über Dünkirchen zum AKW Neckarwestheim transportieren. Auch die speziell für den Straßentransport vom stillgelegten Kohlekraftwerk Walheim gebaute Brücke wurde von über 60 Atomkraftgegnern wenige Stunden zuvor über eineinhalb Stunden lang blockiert, die Polizei schritt nicht ein.
Die AKW-Betreiberfirma "GKN" (Gemeinschaftskraftwerk Neckarwestheim) bemühe sich, so das "Neckarwestheimer anti-atom-info", "um eine bundesweite Vorreiterrolle". So habe man dort als erster Betreiber ein örtliches Zwischenlager für 160 "Castor"-Behälter geplant, und gehöre zu den 4 AKW, die bereits Transporte in die Wiederaufbereitungsanlagen La Hague und Sellafield beantragt haben. Nach Aufassung des "anti-atom-info" sei die Anlieferung des Transportbehälters "Excellox 6" und seine Beladung Grundlage eines dritten, noch ausstehenden Gutachtens zum Kontaminationsskandal.
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