Mythos Online-Lernen

02.12.1999

Das Geschäft rund um den virtuellen Bildungsmarkt kommt nicht richtig in Schwung

Die Größen der Computerindustrie von Bill Gates über John Chambers bis zu Scott McNealy sind sich einig, dass das Internet das Bildungswesen revolutionieren wird. Teleteaching und Online-Learning gelten gerade in der Wirtschaft, die den potentiell milliardenschweren Ausbildungsmarkt endlich vollständig kommerzialisieren will, als die nächste große Welle im E-Business.

In der akademischen Community macht sich gleichzeitig Ernüchterung breit: dort gehören virtuelle Lehrangebote entweder längst zum Business-as-Usual oder sie werden vollständig abgelehnt, wenn Universitäten oder Professoren keinen Zusatznutzen in der Einrichtung von Online-Studiengängen sehen. Auf der fünftenOnline Educa in Berlin waren die Bestandsaufnahmen des bisher Erreichten jedenfalls wenig euphorisch. Dem Hype sind die scheuen Blicke auf die Kosten, die Suche nach Partnern und Portalstrategien gewichen.

"Der Bildungssektor ist die größte Industrie in der Informationsgesellschaft", brachte Lucio Stanca, Vorstandsvorsitzender von IBM Europe, Middle East and Africa, in Berlin die Hoffnungen der Wirtschaft auf das Abschöpfen des noch weitgehend unerschlossenen Marktes, den die Washington Post allein für die USA auf 740 Milliarden Mark im Jahr schätzt, auf den Punkt. Doch noch ist das E2-Business (Educational-E-Business) ein sich gerade erst entwickelnder Markt mit vielen Klippen, ein echtes Pionierterrain. "Das Business ist sehr fragmentiert, und obwohl die Konsolidierungsphase eingesetzt hat, gibt es kaum an der Börse gehandelte Firmen", urteilte Business Week im Mai. Diese würden zudem nur Nischenmärkte besetzen und hätten deswegen nicht dieselbe Wertschätzung erfahren wie die hochfliegenden "Tech-Stocks".

Einen viel beachteten "Blue-Chip-Wert" hat die junge E2-Industrie allerdings bereits hervorgebracht: Die Apollo-Group, das Mutterunternehmen der University of Phoenix, konnte ihre Aktien seit 1994 um 1500 Prozent steigen sehen und verfügt über einen Börsenwert von rund 1,7 Milliarden Dollar. Das Besondere an der "Universität" ist, dass sie nach rein marktwirtschaftlichen Prinzipien gemanagt wird und nur Weiterbildungsmaßnahmen anbietet, einen Großteil davon übers Internet. Im Gegensatz zur Elementarausbildung scheint dieser Bereich bereits rentabel zu sein, weshalb auch die meisten anderen öffentlichkeitswirksam unter großem Marketingaufwand gestarteten Projekte im Bereich Virtueller Universitäten die Zielgruppe der life-long-lernenden Wissensarbeiter und Manager anvisieren.

Unext oder die Universität als Startup

Den größten Wirbel hatte im Sommer der Unternehmensberater Andrew Rosenfield mit Unext.com in diesem Bereich ausgelöst, eine schon im Titel den Anspruch auf die "Next-Generation-University" mit dem lukrativen Dotcom vereinende Jungfirma aus Deerfield, Illinois. Unext will von Anfang 2000 an über ihre virtuelle "Cardean University" qualitativ hochwertige Business-Kurse anbieten. Endziel soll ein kompletter, virtueller MBA-Studiengang sein. Einer der ersten Investoren in das Startup ist der umstrittene ehemalige "Junk-Bond-König" Michael Milken, der mit seinem Knowledge Universe eigentlich selbst groß ins Geschäft rund um Online-Learning einsteigen wollte. Doch seit einiger Zeit ist es ruhig geworden um das virtuelle Wissensimperium.

Um so größeren Aufruhr in der akademischen Community der USA entfachte allein schon die Ankündigung der Pläne von Unext. Immerhin hat es das Startup inzwischen geschafft, Kooperationen mit führenden Hochschulen wie der Carnegie Mellon University, der Columbia University, der London School of Economics, der Stanford University sowie der University of Chicago einzugehen. Unext selbst will Tutoren für die "Besucher" der Cardean University einstellen. Die Partner sollen wirtschaftlich ausgerichtete Kurse entwickeln und ihre guten Namen in das Geschäft einbringen. Die beteiligten Hochschuldirektoren hoffen natürlich auch darauf, dass sie bei einem Börsengang von Unext.com, die als ersten Kunden und Softwarepartner IBM gewinnen konnte, reichlich für ihre Bemühungen entlohnt werden. So äußerte der Dekan der Columbia University School of Business, Meyer Feldberg, offen gegenüber dem Wall Street Journal, dass er vor allem "auf die Marktkapitalisierung" des Startups an der Börse spekuliere. Die Einnahmen, die über den Verkauf von Kursen erzielt werden könnten, seien dagegen uninteressant. Die Universitäten rechnen damit, in den nächsten fünf bis acht Jahren jeweils rund 20 Millionen Dollar Gewinn über ihre Beteiligungen einzufahren.

Auch bei der Lehre will Unext die Möglichkeiten des Internet voll ausschöpfen. Der Präsident des Startup betonte gegenüber Wired News, dass man auf konstruktivistische Lernmethoden setzen wolle, bei denen Studenten sich ihr Wissen mit Hilfe von assoziationsgesteuerten, vernetzten Lernumgebungen weitgehend selbst erarbeiten: "Wir glauben nicht, dass das traditionelle Modell funktioniert. Wir glauben nicht an das 'Streaming' von Unterrichtseinheiten in Klassenzimmer."

Die internetspezifischen Pläne werden so allerdings nicht von den Partneruniversitäten mit getragen, die möglichst kostensparend ihren Content über neue Wege vertreiben wollen. "Unsere Vision ist es", erklärte Andy DiPaolo, Leiter des Stanford Center for Professional Development, auf der Online Educa, "die reichen intellektuellen Inhalte, die Stanford bietet, zugänglich zu machen." Statt neue, webadäquate Kurse zu entwickeln, werden die bestehenden Unterrichtseinheiten dazu nur mit der Videokamera aufgezeichnet und als "Streaming Video" den Studenten zum Download angeboten. "So nutzen wir das, was die Professoren eh schon machen, am besten", findet DiPaolo. Auch den Bedürfnissen der Studierenden käme man dadurch am ehesten entgegen: Eine Umfrage unter den "Abonnenten" der natürlich kostenpflichtigen Online-Lieferungen habe ergeben, dass die Studenten der reiferen Semester ihre Universität wie ihre Bank oder ihren Supermarkt behandeln möchten. Dienstleistungen 24 Stunden an sieben Tagen der Woche seien also gefragt. "Die Consumermentalität ist sehr groß", glaubt der Vermarkter der Stanford-Uni. Man müsse den Schwerpunkt daher auf Kundenservice legen.

Die Zukunft der virtuellen Hochschulen sieht DiPaolo, der in Berlin mit den "Mythen" der Online-Bildung aufräumen wollte, von "globalen Partnerschaften" wie Unext geprägt. Ganz unkonventionelle Studienabschlüsse seien am Entstehen, deren Nachweis auch während der Karrierelaufbahn immer wieder neu verlangt würde. Intelligente Agenten würden in Zukunft spezielle "Lerner-Profile" als Pendant zu den Kundenprofilen beim E-Commerce erstellen und für ein "maßgeschneidertes Lernerlebnis" sorgen. Dazu würden die Softwarehelfer zunächst den Wissensraum eines Lernenden genau erforschen und dann entsprechende Trainingseinheiten auswählen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Agenten nicht im Auftrag eines neugierigen Unternehmensleiters agieren, der den Wissensstand seiner Mitarbeiter permanent kontrollieren möchte.

Widerstände gegen die Virtualisierung

Trotz der virtuellen Betriebsamkeit im wirtschaftlichen Umfeld der Universitäten und der noch vorhandenen "Rest-Utopien" bei Akademikern häufen sich die Stimmen, die das vom Internet angetriebene Revival der Fernstudiengänge offen ablehnen und die Sinnfrage stellen. Seit im vergangenen Jahr fast die gesamte Belegschaft der University of Washington in Seattle gegen die Digitalisierungpläne des Gouverneurs des Bundesstaats Washington mobil gemacht hatte, sind in diesem Jahr auch an zahlreichen anderen Hochschulen wie der University of California in Los Angeles, der York University in Toronto oder der University of Chicago Proteste gegen zu hohe Investitionen in virtuelle Lehrangebote laut geworden, die inzwischen fast jede Universität in den USA als "Extension" anbietet.

Obwohl bei der Ablehnung des Teleteaching auch die Sorge über unbezahlte Überstunden für die Erstellung von Courseware und die Betreuung von immer mehr Online-Studenten eine Rolle spielt, führen die Kritiker vor allem studentische Belange an. "Online-Lerner werden einen Abschluss mit einer Fußnote bekommen", fürchtet Carole Fungaroli, eine Englischprofessorin an der Georgetown University, die keinerlei Mehrwert in virtuellen Seminaren erkennen kann. Eine Zweiklassen-Gesellschaft von Studenten und Arbeitern sieht auch Michael Berube von der University of Illinois am Entstehen, der sich an die jüngsten Entwicklungen im Gesundheitswesen erinnert fühlt. Und Jamie Horwitz, Sprecher der American Federation of Teachers hält Apologeten des Online-Lernens, die zwischen traditionellen und per Fernstudium erworbenen Abschlüssen nicht unterscheiden, sogar für "intellektuell unehrlich." Selbst eine Richterin vom amerikanischen Supreme Court, Ruth Bader, hatte sich jüngst in die Debatte eingeschaltet und das Internet als "unnützes Lehrwerkzeug" abgestempelt, wenn es als Ersatz für den Unterricht im Klassenzimmer eingesetzt würde.

Dass die Online-Bildung nur unter Einschränkungen zu genießen und weder ein einfaches Patentrezept noch ein Kosteneinsparungsfaktor ist, zieht auch Rob Kling, Professor an der Indiana University in Bloomington, als Erkenntnis aus seiner "Tabu-Themen" aufgreifenden Studie über Frustrationen der Studenten beim Web-Lernen. Ellen Wagner, ehemalige Professorin und inzwischen "Chief Learning Officer" der Unternehmensberatung Informania gibt ihm im Prinzip Recht, obwohl sie eine der Protagonistinnen der Western Governors University (WGU) ist, einem der forciertesten Projekte zur Etablierung einer virtuellen Uni in den USA: Schon 1995 hatten sich 17 Gouverneure westlicher Bundesstaaten zusammengeschlossen, um die Bevölkerung ihrer zum Teil sehr wenig besiedelten Landstriche für die Neue Ökonomie mit Hilfe eines innovativen Ausbildungsansatzes fit zu machen. 1997 war das Gebilde dann dank der Unterstützung von Firmen wie AT&T, Cisco oder Microsoft als private "Non-Profit-Hochschule" gegründet worden.

Drei Jahre später lernen erst rund 400 Studenten "über" die WGU, die eigentlich nur Kurse aus dem "smarten Katalog" ihrer Contentprovider für individuelle Lerntypen im Bereich der Weiterbildung vermittelt. "Das sind deutlich weniger als ursprünglich erwartet", gibt Wagner zu. Wenn die Pragmatikerin heute Kollegen vom "Distance Learning" als der "nächsten Killer-Applikation" reden hört, kann sie sich daher nur noch wundern. Selbst hat sie zusammen mit den Organisatoren der WGU eingesehen, dass Online-Learning nicht die Bedürfnisse aller Studenten befriedigen kann. Die WGU etwa sei am besten geeignet "für erwachsene Studenten, die ortsgebunden, in ihrem Zeitbudget beschränkt und hoch motiviert sind", stellt Wagner klar. Traditionelle Studenten, die zwischen 18 und 20 sind, Motivation von außen brauchen oder gar philosophische Ambitionen haben, seien dagegen an anderen Unis besser aufgehoben. Außerdem könne man an der WGU keinen offiziellen Abschluss machen, sondern nur Kompetenzen erwerben. Das Zwitterkonstrukt entwickle auch keine eigenen Kurse, sondern vermittle "akademische" Inhalte aus verschiedensten Quellen. "Bei uns herrscht Co-petition zwischen den Providern", so Wagner, auch wenn die Inhaltslieferanten aus Universitäten und Firmen darüber nicht immer glücklich seien.

Bildungsportale bieten Studentenfutter

Letztlich ist die WGU als Inhaltsaggregator und -vermittler weniger eine eigenständige virtuelle Hochschule als vielmehr ein Bildungsportal. Da die Masche, ein Einfallstor ins Web zu allgemeinen oder spezifischen Themen zu bieten, nach wie vor zu den gängigsten E-Business-Strategien gehört, finden sich auch für den Ausbildungssektor immer mehr Player mit Portal-Ambitionen aus dem privatwirtschaftlichen oder staatlichen Umfeld.

Mit dem konsequentesten Marketing macht sich momentan das Startup Hungry Minds aus San Francisco auf dem neuen Markt breit. "Wir wollen das Yahoo! fürs Online-Lernen sein", verkündet Firmengründer Stuart Skorman, der mit seinen 50 Jahren schon etwas alt für den typischen Existenzgründer im Netzbereich wirkt. Venture-Kapital braucht Skorman auch nicht mehr, da der Unternehmer seinen virtuellen Videoverleih Reel.com bereits für 100 Millionen Dollar an die Kette Hollywood Video verkauft hat. Trotzdem will Skorman keinen Zweifel an seinen geschäftlichen Ambitionen mit dem "Knowledge Portal" lassen: "Wir bauen hier eine traditionelle Internet-Company auf", erzählte er jüngst dem Magazin Business 2.0. Man lege daher vor allem Wert auf die Markenbildung.

HungryMinds.com hat nach dem Start im Sommer bereits strategische Partnerschaften mit den virtuellen Ablegern der kalifornischen Unis in Berkeley und Los Angeles sowie dem Maryland University College unters virtuelle Dach gebracht. Die Hochschulen, die selbst kaum Geld für die Vermarktung haben, hoffen über die Kooperation leichter ein nationales und internationales Studentenpublikum anzusprechen und die wissenshungrigen Mäuler der Welt zu stopfen. Hungry Minds listet daneben aber auch Kurse, die in Eigenregie oder von Partnern aus der Wirtschaft wie dem Frauennetzwerk iVillage.com oder der Jobberatungs-Site Monster.com erstellt werden.

Auch dem Demokratisierungsfaktor des Web möchte Skorman Rechnung tragen. Unter der Rubrik "People's University" kann jeder Möchte-Gern-Pädagoge seine eigenen Kurse anbieten. Über 1000 Einsendungen hat das Bildungsportal bereits erhalten, momentan überlegt sich die Crew, ob und welche Qualitätskontrollen eingeführt werden sollen und wie die Abrechnung mit den Kursdesignern erfolgt. Die Konkurrenz schläft allerdings nicht: Die Firma Blackboard, die eigentlich Software für die Erstellung von Websites für Lehrer anbietet, hat die eigene Homepage bereits zum Portal ausgebaut und listet rund 10.000 selbstgeschneiderte Kurse. Auch der Verlag Ziff-Davis versucht mit dem SmartPlanet eine ähnlich gestrickte Community für Lehrer und Wissensfreaks zu etablieren. Und Mark Hall, Mitbegründer von Ed-X träumt mit seinem Kurslisting zum "Amazon.com des Fernstudiums" heranzureifen.

Andere Portale rund ums E2-Business versuchen die Konsum- und Informationsbedürfnisse der Studenten abzudecken und dabei viele Dollars zu verdienen: Vier Milliarden Dollar, schätzt Jupiter Communications, werden Studenten 2002 online ausgeben. Angebote wie Mascot.com, Mybytes.com oder jetzt in Deutschland auch Campus2day.de bieten News aus dem städtischen Studentenleben, Eventkalender, Email-listen oder Diskussionsforen und hoffen darauf, dass Werber die interessante Zielgruppe mit ihren suggestiven Botschaften umschmeicheln wollen und die Studis ihren Konsumbedarf über die eigenen E-Commerce-Angebote decken. Auf speziellere Wünsche der Hochschüler haben sich Sites wie Thedormstore.com eingestellt, wo man sich sein Collegezimmer bequem vom Computer aus mit Futon-Betten oder Schaukelstühlen einrichten kann. Tauschbörsen wie E.campus.com wollen dagegen am Verkauf gebrauchter Studienbücher partizipieren. Auch Justbooks.de, ein Düsseldorfer Startup, hat mit seinem "Online-Antiquariat" vor allem Studenten im Visier.

Deutschland verschläft den Portal-Trend im Hochschulbereich

Den Wert von Portals hat auch die australische Regierung entdeckt, die das Education Network Australia (EdNA) als kommerzfreies Bindeglied zwischen den Online-Kursen "Down under" eingerichtet hat. EdNA listet momentan über 9000 Angebote in seiner Datenbank und versteht sich als "mehrwert-bietendes Gateway", sagt Gerry White von der Regierungsbehörde Education.Au Limited. Neben ausgefeilter Suchoptionen hoste man beispielsweise über 180 Diskussionslisten für Lehrer und Studenten. Metadaten, wobei EdNA nicht auf die Standards des Instructional Management Systems (IMS) Project, sondern auf die Dublin Core Initiative setzt, sollen in Zukunft die Klassifizierung der Ressourcen zusätzlich erleichtern und für die Interoperabilität verschiedener Ausbildungsinhalte sorgen. White sieht EdNA damit als "Erntewerkzeug", das einen leicht bedienbaren und kostenlosen Einstieg in die Welt des Lernens bieten soll.

Vergleichbare Initiativen lassen in Deutschland auf sich warten. Für den Schulbereich versucht sich der Deutsche Bildungsserver zwar mit einer - allerdings noch sehr unübersichtlichen - Ansammlung von Lerninhalten. Eine umfassende, auf Bundesebene koordinierte Übersicht über virtuelle Studienangebote und -ergänzungen sucht der surfende Student allerdings vergeblich. Wolf-Michael Catenhusen, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), hatte zwar im August "für den Bereich der grundständigen Lehre" die Bundesländer-übergreifende Entwicklung kooperativer Strukturen gefordert, "die es ermöglichen, Distributionsplattformen gemeinsam zu nutzen und Inhalte modular auszutauschen."

Inzwischen scheint der Anstoß aber im üblichen Bund-Länder-Hickhack versandet zu sein und das BMBF begnügt sich mit der Förderung von zwei "Leitprojekten" zur "Nutzung des weltweit verfügbaren Wissens für Ausbildung, Weiterbildung und Innovation"im Bereich Virtuelle Hochschule. Dabei hatte auch die Staatssekretärs-Arbeitsgruppe der Bund-Länder-Kommission im Frühjahr sich besorgt darüber gezeigt, dass die deutschen Hochschulen die Bildungsrevolution verschlafen und der globale Markt von Playern aus dem englischsprachigen Raum beherrscht würde.

Online-Learning: Privileg oder Strafe?

Was bringt die Zukunft? Die Weisen der Delphi-Studie von 1998, für die über 2.500 Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft in die Glaskugel blicken durften, geht davon aus, dass im zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends virtuelle Weltuniversitäten weit verbreitet sein werden. Systeme für virtuelle Prüfungen über das Netz sollen sich bis dahin durchsetzen, und für die Studierenden soll das selbstgesteuerte und netzgestützte Lernen zur Selbstverständlichkeit werden.

Vielleicht wird für die Masse der Studenten aber trotz drahtloser, ubiquitärer Internetverbindungen vieles beim Alten bleiben und sich der Hochschulalltag auf dem Campus sowie der Unterricht nur wenig verändern. Online-Lernen wird vielleicht erst am Arbeitsplatz einsetzen oder insgesamt ein Fall für die Masse sein, während sich die Elite nach wie vor die Zeit und das Geld für das Lauschen von und die Diskussion über Lehrvorträgen sowie das wahrhaft interaktive Rollenspiel vor Ort nehmen wird.

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