FPO oder FPOE?

Florian Rötzer 03.02.2000

Auch die rechten Freiheitlichen Österreichs haben eine Parodieseite

Wer gegenwärtig versucht, sich Informationen im Internet direkt von der FPÖ zu verschaffen, muss aufpassen, dass er die richtige URL eingibt. Wer anstatt www.fpoe.at/, dem Link der offiziellen Homepage der umstrittenen Rechtspartei, die mit der ÖVP eine Regierungskoalition anstrebt, www.fpo.at/ eingibt, kommt auf eine der Parodieseiten, wie sie im Internet immer häufiger finden sind.

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Allerdings hat die FPÖ auch ihr Gästebuch offenbar noch nicht gereinigt. Hier finden sich neben Zuspruch und Solidarität auch einige despektierliche Eintragungen der Art: "Hallo ihr scheiss Nazis. Ich finde so SCHEISSE. Haider ist ein Nazischwein, wie alle anderen der Faschistischen Prtei Österreichs (FPÖ) PS.: Fuck you" oder "Sieg Heil! Lang lebe unserer Führer Haider! Die Fahne hoch Kamerden!"

Die Parodieseite hat weitegehend das Erscheinungsbild der offiziellen Website übernommen. Texte wurden verändert oder Links zu anderen Seiten gelegt, beispielsweise dem Thulenetz, um die Partei in ein rechtsextremes Umfeld zu betten. Beim Programm für Österreichs Zukunft, das ich zumindest auf der offiziellen Seite nicht aufrufen konnte - "Leeres Dokument" -, weil es vielleicht (?) vielleicht gerade der neuen Situation angepasst wird, finden sich auf der Parodieseite neben angeblich normalen politischen Absichten etwa auch solche Forderungen wie "Arbeitsdienst einführen", "Äußere Sicherheit garantieren (Staatenbund mit Serbien)" oder "Parlamentarismus abschaffen", die dann auch noch weiter kommentiert werden.

"Ausschluß aus der EU als Österreichs Reifeprüfung in Sachen Demokratie

Die Einmischung der EU in innere Angelegenheiten Österreichs erzwang härteste Maßnahmen der neuen Bundesregierung. Der daraus resultierende Ausschluß aus der EU sollte als Sie der österreichischen Demokratie gefeiert werden

... Der Tag des Auschlusses wir neuer österreichischer Nationalfeiertag

... Zwingender Besuch der Bevölkerung von Informationsveranstaltungen über Gründe und Hergagan des Ausschlusses

... Info und Imagekampagne durch die 4 im Ausland verbliebenen Botschafter Österreichs (Iran, Irak, Serbien u. Birma) über die Hinterfotzigkeit der EU."

Bislang ist die FPÖ gegen die Parodieseite, die es schon länger gibt, noch nicht vorgegangen, auch wenn bei einer möglichen Regierungsbeteiligung der Unwille wachsen könnte. Das könnte ihr freilich auch schwer fallen, denn der bei www.nic.at eingetragene Inhaber der Domain ist ein Amerikaner aus New York.

http://www.heise.de/tp/artikel/5/5746/1.html
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