Festung L.A.
Im Kapitel "Festung L.A." zeigt Davis, welche Rolle der Architektur im Machtspiel von L.A. zukommt. Um den Niedergang des Stadtzentrums (gemeint ist downtown, nicht die inner city) aufzuhalten, wurden öffentliche Förderprogramme mit privater Kapitalbeteiligung aufgelegt, die es ermöglichten, ganze marode Straßenzüge platt zu machen und riesige Wolkenkratzerburgen zu errichten, sogenannte Mischnutzungsgebäude für Arbeit (Büros), Freizeit (Shopping) und Wohnen. Mit ihrer hermetischen architektonischen Sprache und ihren auf den Individualverkehr ausgelegten, geschlossenen Verkehrskreisläufen, bilden sie Zonen, in denen Unterprivilegierte von vornherein ausgeschlossen sind. Die Zeichensprache dieser Gebäude und die in genügender Anzahl vorhandenen privaten Wachtrupps sowie eine entsprechende Sicherheitstechnik signalisieren Obdachlosen, farbigen Jugendlichen, alleinerziehenden, von der Wohlfahrt lebenden Müttern und anderen low brows, daß sie hier nichts verloren haben. Selbst Parkbänke und Bushaltestellen werden pennersicher gemacht und öffentliche Toiletten erst gar nicht gebaut.
Die unheilige Allianz von Kunst und Immobilienspekulation.
Davis geißelt unter anderem den international gefeierten Dekonstruktivisten Frank Gehry als "dirty Harry" der Architektur, weil er die Festungsmetaphorik mit einem (öffentlichen) Bibliotheksneubau auf die Spitze trieb. Davis zeigt auch, wie in diesen synthetischen neuen Zentren die Kunst eine unheilige Allianz mit dem Geld eingeht, indem Kulturinstitutionen in die Planung integriert werden, um das Anlageniveau zu erhöhen. So kommt es, daß Kultursöldner aus Europa oder von der Ostküste massenhaft nach L.A. einwandern, wo sie als Kuratoren, Designer oder Architekten im Dienste des Immobiliendollars werkeln. Das Fazit von "Festung L.A." ist die Feststellung, daß sich mit diesen riesigen überbauten Flächen ein Verschwinden des öffentlichen Raums ereignet. "Innen", dort wo das Geld herrscht, ist ein pseudo-öffentlicher Raum, von Musik berieselt und mit Parfum bestäubt, dem Geldverdienen und -einnehmen geweiht. "Außen" ist Rechtlosigkeit, Gangland und polizeilicher Amtsmißbrauch.
Ausgrabungen der Zukunft in Los Angeles
Die Anfänge des goldenen Traums
Die Ökonomie der Boomtown L.A.
LAPD: Los Angeles Police Department
Von "ham and eggs" zu "slow growth"
Festung L.A.
Kunst in Hollywood: Von Außenseitern und Gescheiterten
Der seltsame Tod des liberalen L.A.
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