Informationslandschaften
Das virtuelle Bild löst die Grenze zwischen der Bildwelt der realistischen Repräsentation (Photographie, Video) und der Bildwelt der abstrakten Repräsentation (Karten, Schemata, Tabellen, Diagramme ...) auf. Im Virtuellen, dem herausragenden ökumenischen Medium, sind diese beiden Repräsentationsweisen auf perfekte Weise kombinierbar. Wenn man ihre Qualitäten gegenseitig kombiniert, können sie in Analogie zum Begriff des Hypertextes zu Hyperbildern werden und durch diese Verschmelzung an Kraft und Wirksamkeit gewinnen. Der Ausdruck Datenlandschaft (Data Landscape) ist ein gutes Beispiel für die Entwicklung dieser Hyperbilder, die aus den verschiedenartigsten Kombinationen des Realismus und der Abstraktion bestehen.
Die Arbeiten des MediaLab am MIT sind immer schon an der Spitze in diesem Bereich gestanden, wie dies mehrere kürzlich bekanntgegebene Forschungsprojekte belegen. Erwähnt sei das Projekt NewsViews, das der Präsentation journalistischer Informationen in Form von dreidimensionalen "Landschaften" gewidmet war. Die Informationen wurden auf verschiedene Weisen angeordnet, die den personalisierten Interessen der Benutzer entsprachen. Das Projekt Financial Viewpoints benutzt dieselbe Idee im Kontext von Börseninformationen. Das Projekt GeoSpace widmet sich der Präsentation von geographischen Informationen, indem es das Benutzerprofil berücksichtigt und auch interaktive Techniken zur Auskunftsermittlung sowie 3D-Navigationstechniken einsetzt.
Das virtuelle Bild eignet sich wegen seiner formellen Natur besonders gut zur Repräsentation von mentalen Abstraktionen. Da es auch die ikonische Repräsentation und die klassische "realistische" Visualisierung durch die Einverleibung von digitalisierten natürlichen Bildern möglich macht, wird es zu einem idealen Instrument der Hybridisierung, der Kombination von verschiedenen "Ebenen" der Repräsentation. Das Virtuelle, das die Übergänge zwischen Bildarten, zwischen Aussagekategorien oder zwischen Ausdrucksweisen begünstigt, erscheint auf Anhieb wie ein Denkinstrument jenseits des Bildes. Durch die Zusammenführung und Verknüpfung aller von einem gegebenen Gegenstand verfügbaren Bilder und Repräsentationen fordert das Virtuelle uns auf, nicht bestimmte gegenüber anderen zu privilegieren, und lädt uns folglich dazu ein, alle zu überschreiten und nach der Weitschweifigkeit und Vielzahl der Referenzen zu suchen: eine globalere, eher konzeptuelle als perzeptuelle Perspektive.
Bilder, mit denen man handeln kann
Informationslandschaften
Die "erweiterte Wirklichkeit" oder die Karte und das Territorium
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