Repräsentation und Präsenz
Mit der Telepräsenz oder Televirtualität haben wir es mit "Repräsentationen" auf der Grundlage von realistischen oder virtuellen Bildern zu tun. Aber diese Repräsentationen sind auch die Träger einer wirklichen, wenn auch entfernten Präsenz von Menschen in einer Kommunikationssituation. Ein Chirurg kann beispielsweise in einem wirklichen Operationssaal mittels eines Klons seiner selbst telepräsent sein. Er kann sogar mit der Hilfe von ferngesteuerten Robotern eine Tele-Operation ausführen oder, noch subtiler, die Hand eines weniger erfahrenen Kollegen, der aber imstande ist, seinen Angaben wortgetreu zu folgen, aus der Ferne steuern, indem er sich virtuell in dessen Blickfeld versetzt, um minutiös die Ausführung zu kontrollieren.
Indem das Virtuelle die traditionelle Trennung zwischen der Repräsentation und der Präsenz aufhebt (die zumindest im Französischen zwei gegensätzliche Begriffe sind), verwischt es die Grenzen zwischen verschiedenen Arten von "Orten". Welches ist der wirkliche Ort unserer Präsenz in der Welt, wenn man sich in einem solchen Situation der Telepräsenz befindet? Ist er dort, wo man handelt? Dort, wo man denkt? Dort, wo unsere virtuellen Klons unseren Platz umkreisen? Die Repräsentation war traditionell der Gegensatz der Präsenz. Aber was soll man von Repräsentationen sagen, die verkleinerte und folglich perfekt wirksame Formen der Präsenz sind? Diese Frage könnte eine rechtliche Folge nach sich ziehen, wenn es sich um eine Verantwortung handelt, die im Zuge einer "Teleaktion" oder einer Teleoperation entsteht. Sie wird noch komplizierter, wenn wahrhaftige virtuelle Gemeinschaften in internationalen Netzwerken und in einer großen Verschiedenheit von Situationen entstehen (synchrone und asynchrone Gemeinschaften, verschiedene Grade der "Kopräsenz", mehr oder weniger wirkliche Interaktion mit der wirklichen Welt).
Bilder, mit denen man handeln kann
Repräsentation und Präsenz
Die "erweiterte Wirklichkeit" oder die Karte und das Territorium
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