Stadt am Netz

Repräsentation und Präsenz

Vorige Seite

Mit der Telepräsenz oder Televirtualität haben wir es mit "Repräsentationen" auf der Grundlage von realistischen oder virtuellen Bildern zu tun. Aber diese Repräsentationen sind auch die Träger einer wirklichen, wenn auch entfernten Präsenz von Menschen in einer Kommunikationssituation. Ein Chirurg kann beispielsweise in einem wirklichen Operationssaal mittels eines Klons seiner selbst telepräsent sein. Er kann sogar mit der Hilfe von ferngesteuerten Robotern eine Tele-Operation ausführen oder, noch subtiler, die Hand eines weniger erfahrenen Kollegen, der aber imstande ist, seinen Angaben wortgetreu zu folgen, aus der Ferne steuern, indem er sich virtuell in dessen Blickfeld versetzt, um minutiös die Ausführung zu kontrollieren.

Indem das Virtuelle die traditionelle Trennung zwischen der Repräsentation und der Präsenz aufhebt (die zumindest im Französischen zwei gegensätzliche Begriffe sind), verwischt es die Grenzen zwischen verschiedenen Arten von "Orten". Welches ist der wirkliche Ort unserer Präsenz in der Welt, wenn man sich in einem solchen Situation der Telepräsenz befindet? Ist er dort, wo man handelt? Dort, wo man denkt? Dort, wo unsere virtuellen Klons unseren Platz umkreisen? Die Repräsentation war traditionell der Gegensatz der Präsenz. Aber was soll man von Repräsentationen sagen, die verkleinerte und folglich perfekt wirksame Formen der Präsenz sind? Diese Frage könnte eine rechtliche Folge nach sich ziehen, wenn es sich um eine Verantwortung handelt, die im Zuge einer "Teleaktion" oder einer Teleoperation entsteht. Sie wird noch komplizierter, wenn wahrhaftige virtuelle Gemeinschaften in internationalen Netzwerken und in einer großen Verschiedenheit von Situationen entstehen (synchrone und asynchrone Gemeinschaften, verschiedene Grade der "Kopräsenz", mehr oder weniger wirkliche Interaktion mit der wirklichen Welt).

Die virtuellen "Orte"

Der Tod der Illusionen

Bilder, mit denen man handeln kann

Informationslandschaften

Repräsentation und Präsenz

Die "erweiterte Wirklichkeit" oder die Karte und das Territorium

http://www.heise.de/tp/artikel/6/6021/1.html
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
FOTOBLOG

Der schöne Schein

Firewall mit Windows

bilder

seen.by


TELEPOLIS