Das Herz auf dem Mars

Florian Rötzer 21.06.1999

From Mars, With Love

Der Mond, früher auch eine Projektionsfläche für Träumer vom extraterrestrischen Leben, hat schon lange ausgedient, doch der rote Planet scheint seine Faszination noch erhalten zu haben. Eine ganze Weile ist es schon her, als man meinte, riesige Kanäle auf dem Mars sehen zu können, von denen man glaubte, daß sie nicht natürlich entstanden sein können. Es wäre halt schön, wenn auf dem nahen roten Planeten ein wenig mehr als bestenfalls fossile Spuren von Mikroorganismen zu finden wären. Aber selbst solche zu finden, würde schon eine Sensation sein, obgleich sie natürlich nicht so die Phantasie anregen würden wie Zeichen einer Kultur. Doch der Mars hatte noch mehr Seltsamkeiten zu bieten, seine zerklüftete Landschaft scheint wie eine Art Rohrschachtest zu funktionieren.

  • mobil
  • drucken
  • versenden
Happy Face Crater, NASA

Bis vor einem Jahr war für entschlossene Entdecker extraterrestrischer Kulturen noch das bekannte Bild vom Marsgesicht ein Indiz, daß auf dem Planet womöglich intelligente Wesen existiert haben. 1976 wurde es von der Marssonde Viking aufgenommen. Dann aber wurde das schöne Bild durch eine andere Aufnahme mit höherer Auflösung entlarvt. Vom Gesicht, das mögliche, künstlerisch und zugleich monumental gesinnte Marsbewohner konstruiert haben sollen, blieb nichts übrig als Felsen und Krater (Wieder ein Geheimnis weniger).

From Mars, With Love, NASA

Dafür gab es im März bereits eine neue Aufnahme vom Mars Global Surveyor: ein lächelndes Gesicht. Der "Happy Face Crater", der eigentlich Galle -Krater heißt, hat einen Durchmesser von 215 Kilometer - und regt vielleicht jetzt auch die Phantasie mancher Unenttäuschbarer an. Sie finden womöglich weitere Nahrung in einem neuen Bild, das kürzlich vom Gebiet um den Vulkan Alba Patera veröffentlicht wurde: ein Gebilde, das einem Herzen gleicht. Allmählich also scheint der Mars uns freundlicher gesinnt zu sein, als zu der Zeit, als die Marsianer noch auf die Erde einfielen. Und jetzt geht es auch noch kitschig zu. "From Mars, With Love" kommentieren die NASA-Wissenschaftler die neue Laune des Planeten.

http://www.heise.de/tp/artikel/6/6422/1.html
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
FOTOBLOG

Der schöne Schein

Firewall mit Windows

bilder

seen.by


TELEPOLIS