Ein einsamer Tod auf dem Mond

Florian Rötzer 10.07.1999

Was hätte die NASA bei einer katastrophalen Panne der ersten Mondlandung gemacht?

Fast genau vor 30 Jahren, am 20. Juli 1969, setzten die ersten Menschen ihren Fuß auf den Mond. Neil Armstrong und Buzz Aldrin verwirklichten so den Sieg der USA über die UdSSR im Kalten Krieg, nachdem die Russen sowohl den ersten Satelliten als auch die erste bemannte Rakete in das All geschossen hatten. "Die menschliche Gattung vollendete", so die NASA auf der eigens eingerichteten Apollo 11 Website, "den größten technischen Erfolg aller Zeiten, als der erste Mensch seinen Fuß auf einen anderen Himmelskörper setzte." Ob das auch so als Menschheitserfolg gefeiert worden wäre, wenn die ehemaligen Kommunisten es geschafft hätten?

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Nach der Erfolgsmeldung und dem Triumph der westlichen Welt im technologischen Wettlauf fragte man sich natürlich nicht mehr, wie man mit einem durchaus möglichen Scheitern der Mission umgegangen wäre. Laut BBC News hat die NASA jetzt bestätigt, daß es umfangreiche Pläne gegeben hat, falls die beiden Astronauten nicht mehr hätten zurückkehren können. Armstrong und Aldrin hingegen versichern, von solchen Plänen nichts gewußt haben.

Die größte Gefahr ging offenbar vom Landungsfahrzeug aus. Hätten die Astronauten es wegen irgendeiner Panne nicht geschafft, wieder vom Mond zu starten, dann hätte es keine Chance gegeben, ihnen zu helfen. Eine Rettungsmission war nicht vorgesehen. Nach den entdeckten Dokumenten hätte die NASA jede Kommunikation mit den Astronauten abgestellt und sie einsam sterben lassen. Richard Nixon, der damalige Präsident, hatte bereits eine Rede vorbereitet, die er im Falle einer Panne der weltweiten Öffentlichkeit, die gebannt vor den Fernsehern saß, vorgetragen hätte: "Das Schicksal hat es bestimmt, daß die Männer, die zum Mond geflogen sind, um ihn in Frieden zu erkunden, auf dem Mond bleiben müssen, um dort friedlich zu ruhen. Neil Armstrong und Buzz Aldrin, diese tapferen Männer, wissen, daß keine Hoffnung für ihre Rettung besteht. Aber sie wissen auch, daß in ihrem Opfer eine Hoffnung für die Menschheit liegt. Jeder Mensch, der in der Nacht seinen Blick auf den Mond richten wird, wird wissen, daß es einen Ort in einer anderen Welt gibt, der für immer der Menschheit gehört." Die vorgesehene Rede Nixons wurde ebenso wie die Pläne, die dem Untergang geweihten Astronauten vom Kontakt zur Erde abzuschneiden, 30 Jahre lang geheimgehalten.

Präsident Nixon begrüßt die zurückgekehrten Astronauten

Glücklicherweise konnten Armstrong und Aldrin zur Apollo 11 und zu dem dort wartenden Michael Collins zurückkehren, nachdem sie mehr als 20 Stunden auf dem Mond verbracht hatten - und Nixon konnte die tapferen Astronauten im Beisein der weltweiten TV-Öffentlichkeit beglückwünschen.

http://www.heise.de/tp/artikel/6/6430/1.html
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