Wizards of OS

Wirtschaftliche Aspekte von Freier Software und OpenSource

Sebastian Hetze 09.08.1999

Die Anwender sind die eigentlichen Gewinner

Bei der Betrachtung wirtschaftlicher Aspekte von OpenSource Software (OSS) muss es zwangsläufig darum gehen, wie eine Ware überhaupt vermarktet werden kann, die ohne relevante Kosten oder legale Restriktionen beliebig oft reproduziert werden kann. Im ersten Abschnitt geht es um die Charakterisierung Freier Software als Technologie im Vergleich zu dem Proprietären Produkt. Unter wirtschaftlichen Aspekten werden im zweiten Abschnitt die Geschäftsmodelle beschrieben, in denen Freie Software auf dem Markt erscheint. Das sind neben dem Distributionsgeschäft vor allem der Bereich von Beratung und Herstellung kundenspezifischer Softwarelösungen sowie die Service und Supportdienstleistungen. Außerdem wird OSS zusammen mit Hardware und als Add-On für Proprietäre Software vermarktet. Der dritte Abschnitt zeigt, daß die Anwender die eigentlichen Gewinner beim Einsatz von OSS sind. Sie sparen nicht nur Geld sondern gewinnen Freiheit, Selbständigkeit und Qualifikation.

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Aus volkswirtschaftlicher Perspektive ist OSS ein ungeheurer gesellschaftlicher Reichtum. Die Verwertung dieser neu entstandenen Allmende gibt interessante Impulse für eine wirtschaftliche Perspektive jenseits der multinationalen Konzerne. Gleichzeitig gerät Freie Software unter zunehmenden Druck durch rücksichtslose Kommerzialisierung und durch gezielte Angriffe der traditionellen Softwareindustrie.

Begriffsbestimmung

Freie Software zeichnet sich im Wesentlichen durch drei charakteristische Merkmale aus:

Sie liegt in einer für den Menschen lesbaren und verständlichen Form vor. In der Regel handelt es sich bei dieser Form um die Quelltexte einer höheren Programmiersprache, beispielsweise C, C++, Pascal oder ähnliche. Diese Quelltexte müssen vor der eigentlichen Anwendung durch einen Compiler in eine binäre Form gebracht werden, um vom Computer ausgeführt werden zu können. Binärprogramme sind für den Benutzer im semantischen Sinne nicht lesbar.

Sie darf beliebig kopiert und weitergegeben werden. Für Freie Software gibt es keine Nutzungsbeschränkungen, weder bezüglich der Anzahl der Benutzer noch bezüglich der Anzahl der Installationen. Mit der Vervielfältigung und der Verbreitung Freier Software sind auch keine Zahlungsverpflichtungen gegen einen Lizenzgeber verbunden.

Sie darf verändert und in veränderter Form weitergegeben werden. Freie Software "lebt'' förmlich von der aktiven Beteiligung der Anwender an der Entwicklung. Unter Wahrung der Urheberrechte der Autoren bietet sich Freie Software zum Lernen, Mitmachen und Verbessern an.

Wegen der Ähnlichkeit mit dem Begriff "Freibier'' und der damit verbundenen Reduzierung auf den Aspekt der kostenlosen Lizenz kommt es immer wieder zu Diskussionen und Missverständnissen über den eigentlichen Charakter der Freien Software. Vor diesem Hintergrund hat sich in einigen Kreisen ein neuer Begriff etabliert, OpenSource Software (OSS), der im wesentlichen Software mit den gleichen Merkmalen beschreibt. Weil in dem Begriff OpenSource Software mit seiner oberflächlichen Reduzierung auf die erste charakteristische Eigenschaft, dem Vorliegen des Quelltextes, wiederum ein Potential für Missverständnisse liegt, wird der Begriff von anderen Kreisen abgelehnt. In diesem Artikel werden beide Begriffe Synonym verwendet.

Die Betrachtung wirtschaftlicher Aspekte Freier Software erfordert fast zwangsläufig den Vergleich mit Software, welche die oben genannten Charakteristika nicht erfüllt. Zur Vereinfachung wird die Allgemeinheit dieser Software in diesem Artikel als Proprietäre Software (PS) bezeichnet.

Wirtschaftliche Aspekte von Freier Software und OpenSource

Technologie und Produkt

Geschäfte mit OSS

Gebrauchswert

http://www.heise.de/tp/artikel/6/6465/1.html
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